Wolmirstedt l Gerade waren drei grüne Männchen aufgestellt worden, der Elbeuer Ortschaftsrat zufrieden und glücklich, das Foto geschossen - schon war eines der Männchen weg. Geklaut, abgebaut, aus der Verankerung gerissen. Ortsbürgermeister Guido Kratzenberg ist fassungslos: „Ich kann meinen Unmut gar nicht in Worte fassen.“

Diese grünen Männchen heißen eigentlich „Streetbody“. Guido Kratzenberg hatte sie schon kurz nach seiner Wahl zum Ortsbürgermeister ins Spiel gebracht, als einen Beitrag, um den Schulweg für die Elbeuer Kinder ein Stück sicherer zu gestalten. Sie sollten Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass an dieser Stelle Schulkinder unterwegs sind.

Anschaffung sofort zugestimmt

Auch die anderen beiden Ortschaftsratsmitglieder Mirco Gellert und Frank Meyer stimmten der Anschaffung sofort zu. Dafür wurde ein Teil des Geldes ausgegeben, das für den Neuguss des Gerberbrunnens aufgrund von Bürgerspenden nicht benötigt wurde und den Ortschaften zufloss. Gut 130 Euro waren das.

Ein Männchen wurde am Ortseingang, kurz vor der Einfahrt Richtung Jersleber See, aufgestellt, ein zweites an der scharfen Kurve in der Magdeburger Straße, ein drittes in der Jersleber Straße, dort wo die Kinder aus dem Wohngebiet „Sonnenblick“ die Straße kreuzen. Gestohlen wurde das Männchen am Ortseingang.

Dabei hatten die Mitarbeiter des Wirtschaftshofes die Streetbodys im Boden verankert und am Pfahl befestigt, das hatte dreiste Diebe jedoch weder abgeschreckt noch gehindert. „Die anderen beiden Streetbodys haben wir Ortschaftsratsmitglieder nun ebenfalls wieder abgebaut“, sagt Guido Kratzenberg. Erst wenn die Schule wieder los geht, sollen sie erneut aufgestellt werden, dann auch wieder einen dritten „Bruder“ bekommen, versichert Guido Kratzenberg.

Fü sicheren Schulweg eingesetzt

Guido Kratzenberg hatte sich von Anfang an für einen sicheren Schulweg in Elbeu eingesetzt, eigentlich auf einen Überweg, einen Zebrastreifen in der Jersleber Straße gehofft. Doch das war nach einer Verkehrszählung vom Landkreis abgelehnt worden.

Allerdings soll demnächst an anderer Stelle ein Zebrastreifen entstehen, nämlich in der Geschwister-Scholl-Straße, an der Kreuzung Schwimmbadstraße/Friedensstraße, dort, wo vor einiger Zeit Schülerlotsen aktiv waren. An dieser Kreuzung verläuft die Achse zwischen Leibniz-Schule, Gutenberg-Schule und Gymnasium. Sie bedarf besonderer Aufmerksamkeit, weil die Mädchen und Jungen die Straße tagtäglich mitten im Berufs- und Schulbusverkehr queren.

Die Stadt stellte die Beleuchtung für den neuen Überweg zur Verfügung, den Zebrastreifen wird der Landkreis anlegen. Im Mai soll es soweit sein.

Bringeverkehr entzerren

Der sichere Schulweg beschäftigt die Verwaltung noch weiter. An der Gutenberg-Schule wurde eine Geschwindigkeits-Informationstafel aufgestellt. Zukunftsmusik hingegen ist der Plan, den Hol- und Bringeverkehr am Gymnasium zu entzerren.

Der Elbeuer Ortschaftsrat setzt weiterhin auf die grünen Männchen, als niedliche Warnung. Und auf Menschen, die sie dauerhaft stehen lassen.