Radwegebau

Spur der Steine führt zum Wartberg

Der Radweg zwischen Irxleben und Niederndodeleben (Landkreis Börde) wird erneuert. Die Bauarbeiten laufen seit einigen Tagen.

Von Von Lars Koch

Irxleben l Auch wenn es DEFA-Filmkenner vielleicht besser zu wissen glauben, nun ist es amtlich. Die Spur der Steine führt nicht nach Schkona, sondern direkt zum Wartberg zwischen Irxleben und Niederndodeleben. Der Radweg zwischen Irxleben und Niederndodeleben, parallel zur Kreisstraße K 1163 soll neu gestaltet werden. Die Baumaßnahmen dazu haben bereits vor ein paar Tagen begonnen. Seit dem 11. Januar ist der Radweg deshalb gesperrt und wird dies vorraussichtlich auch bis zum 30. April bleiben.

In einem ersten Arbeitsgang werden in diesen Tagen die Pflastersteine, die auf der rund 3,3 Kilometer langen Strecke verlegt waren, entfernt. Und deren Spur führt ... genau, zum Wartberg. Auf dessen, dem Wartberg und dem Bismarckturm vorgelagerten Platz ist derzeit eine Ablagefläche für die Arbeiten des Eigenbetriebs Straßenbau und Unterhaltung des Landkreises Börde, der für die Maßnahme entlang der Kreisstraße verantwortlich zeichnet, entstanden.

Mittlerweile türmt sich dort auch schon ein recht hoher Berg des ehemals verlegten Betonpflasters auf, der in den kommenden Tagen noch größer werden dürfte. „Am Dienstag wurden die Arbeiten wegen des Regens unterbrochen, doch bisher geht es gut voran“ so der im Eigenbetrieb Straßenbau und Unterhaltung für die Baustelle „Radweg“ zuständige Mitarbeiter Gordon Pasche.

Und auch Andreas Leopold, Bauleiter des vor Ort ausführenden Unternehmens Werner Bau GmbH, das aus Magdeburg kommt, ist wenigstens zur Zeit optimistisch. „Wenn es zu nass wird, bekommen wir natürlich Probleme. Das Risiko, dass der Radlader in die Böschung abrutscht oder uns im schlammigen Boden steckenbleibt, werden wir nicht eingehen.“ Doch bleibt das Wetter einigermaßen stabil und es friert in den nächsten Tagen nicht in Größenordnungen, „dann gehe ich davon aus, dass wir den gesetzten Termin bis Ende April halten können.“

Bis zum Wochenende sollen zumindest schon etwa 90 Prozent des alten Pflasters entfernt worden sein. Dann soll bis zur Kurve auf der Höhe Wartberg der alte Radweg beräumt sein. Vorabeiten, wie Baumschnitt und die Schaffung eines provisorischen Geh- und Radweges in Irxleben hatte man schon im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahme in Angriff genommen und beendet.

Derzeit ist die Geschwindigkeit zwischen Irxleben und Niederndodeleben auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert, „doch für diesen nicht einsehbaren Kurvenbereich auf der Hügelkuppe wird dann eine Ampelanlage gestellt werden“, erklärt Pasche die nächsten Schritte. Bis das letzte Pflaster entfernt ist, kommt dann auch noch schwere Technik aus Staßfurt angerollt. „Ein Partnerunternehmen von uns hat eine eigene Brechanlage.“ In der soll das alte Betonpflaster dann zerkleinert werden, um im nächsten Schritt als Frostschutz für den neuen Radweg, der dann in Asphaltbauweise entstehen soll, wieder eingebracht zu werden.

Somit landen die Steine dann also wieder da, wo sie hergekommen sind. Dass das Pflaster nicht wieder- oder anderweitig verwendet wird, hat einen klaren Grund: die Kostenfrage. Einfaches Betonpflaster kostet mittlerweile bei Mengen, wie bei den beim Radweg verbauten rund 4000 Quadratmetern, nicht viel mehr als sieben bis acht Euro pro Quadratmeter.

„Das Pflaster zu reinigen, wieder auf Paletten zu stapeln und dann wieder zu verarbeiten, das ist rechnerisch einfach nicht vertretbar. Die Kosten wären viel zu hoch“, so Gordon Pasche. Deswegen wird es einfach verwertet und als Frostschutz wieder mit verbaut. Aus den gut 700 Tonnen „Alt-Pflastersteinen“ werden dann etwa 300 Kubikmeter Frostschutz, was zwar eine ganze Menge ist, allerdings für den Unterbau des neuen Radweges nicht reichen wird. „Wir werden auch noch die eine oder andere Fuhre Frostschutz anfahren lassen müssen“ ist sich Andreas Leopold sicher.

Die Brechanlage aus Staßfurt, die etwa „so groß, wie eine Garage ist, schafft bis zu 100 Kubikmeter Material am Tag.“ Somit könnte schon in der kommenden Woche der „alte neue“ Frostschutz zu Verfügung stehen. Zum derzeitigen Baufortgang und dazu, wie es in den nächsten Tagen vor Ort weiter gehen soll, wird es bereits am Freitag einen Vor-Ort-Termin mit den Baubeteiligten geben.

Danach dürfte auch klar sein, ob man in Sachen Spur der Steine im Plan liegt. Manfred Kurg alias Hannes Balla zumindest würde es wohl gefallen, dass es derzeit richtig zügig voran geht, mit dem neuen Radweg von Irxleben nach Niederndodeleben.