Wolmirstedt l Die Zukunft des Wolmirstedter Stadions liegt weiter im Dunkeln. Zwar sind sich alle Beteiligten weitgehend darüber einig, dass der Standort im Küchenhorn keine Zukunft hat, die für einen Neubau in Aussicht gestellten Gelder scheinen sich allerdings im Fördermitteldschungel zu verlieren. Noch lässt sich Wolmirstedt nicht beirren und plant wacker für den Tag X. Das ist der Tag, an dem alles klar ist, die Finanzierung steht, ein Standort gefunden ist und die Bagger anrollen. Doch dieser Tag rückt in weite Ferne.

Das Problem: Das Küchenhorn samt Stadion soll Überflutungsgebiet werden, damit die Hochwassergefahr eingedämmt wird. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz will sich im Gegenzug an einem Stadionneubau beteiligen. Der neue Deich bekommt allerdings erst Baurecht, wenn das Planfeststellungsverfahren beendet ist. In etwa drei Jahren.

1,18 Millionen Euro aus der Sportförderung stehen hingegen nur diesem Jahr zur Verfügung. Und eigentlich nur für die Sanierung des Stadions „Glück auf“ im Küchenhorn. Was, wenn das Stadion woanders gebaut wird? Eine Standortverlegung ist jedoch das geringere Problem. Aus dem Innen- und Sportministerium kam das Signal, das Geld könne auch Standort fließen, wenn Wolmirstedt woanders ein neues Stadion baut und dafür bis zum 30. September alle Unterlagen einreicht. Der Haken: Bis dahin ist noch kein finanzielles Signal vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz zu erwarten.

Fünf Standortvarianten

Wolmirstedt lässt sich trotzdem nicht beirren und hat fünf verschiedene Standorte auserkoren, an denen ein neues Stadion gebaut werden könne. Lieblingsvariante ist die Nummer 1 (Siehe Grafik) in der Samsweger Straße. Besonders die Nähe zur Gutenberg-Schule, zum Gymnasium und zum Schwimmbad wird als positiv wahrgenommen.

Außerdem liebäugelt die Stadt mit der Möglichkeit, dort zusammen mit dem Bau eines Stadions eine Straße zu schaffen. Mit deren Hilfe kann der Schulverkehr auf die Samsweger Straße geleitet werden, sodass sich das morgendliche Chaos am Gymnasium entspannt. Allerdings muss eine Streuobstwiese weichen.

Bei allen möglichen neuen Standorten muss die Stadt erst die Flächen kaufen. Sie gehören Privatpersonen, der Kirche, Unternehmen oder dem Land Sachsen-Anhalt. Aus dem Rathaus heißt es: Mit den Flächeneigentümern für den Standort I laufen bereits Gespräche.

Die zweite Variante wäre unmittelbar neben der ersten, aber würde sich nicht mehr ganz so eng an die Schullandschaft anfügen. Allerdings könnte die Streuobstwiese erhalten bleiben.

Die Variante 3 im Gewerbegebiet Nord I wäre eigentlich zu klein. Sie beträgt 3,1 Hektar, für ein Stadion werden jedoch mindestens 3,4 Hektar benötigt. Soviel Platz und mehr bieten die Standorte 4 und 5, werden aber wegen ihrer Lage nicht präferiert.

Für alle Standorte gilt: Es müssen 5,7 bis 5,9 Millionen Euro in den Stadionneubau investiert werden. Der Stadtrat kann sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 26. März zu einem Standort bekennen. Der wird daraufhin in den Flächennutzungsplan eingearbeitet.