Wolmirstedt l Vier Wochen fehlt jeder Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Durchschnitt. Im Bauhof sind es sogar über sieben Wochen. Dieser überdurchschnittlich hohe Krankenstand führte zu einer Diskussion im Finanz- und Hauptausschuss, der Anfang der Woche stattfand. Einige Ausschussmitglieder bemängelten den Umgang mit dem Missstand.

Die Mitarbeiter der Kernverwaltung waren im Jahr 2018 durchschnittlich 21,63 Tage krank – das entspricht mehr als vier Wochen. Im Jahr 2017 war der Krankenstand nahezu gleich, da waren es durchschnittlich 22,8 Krankentage pro Mitarbeiter im Jahr. Im Wirtschaftshof hat sich die Lage sogar noch verschärft. Fehlten die Mitarbeiter im Jahr 2017 durchschnittlich 35,4 Tage – etwa sieben Wochen – waren es im Jahr 2018 bereits 37,88 Tage.

Konzepte werden erstellt

„Ein normales Wirtschaftsunternehmen würde einen so hohen Krankenstand nicht bewältigen“, sagte Stadtratsmitglied Klaus Mewes (UWG). Daraufhin verwies Bürgermeisterin Marlies Cassuhn (parteilos) auf die zusätzliche Arbeit für andere Mitarbeiter. Für einige Langzeiterkrankten seien vorübergehend neue Mitarbeiter eingestellt worden, um die fehlende Arbeitskraft zu kompensieren.

„Wir können nur gute Arbeit als Verwaltung abliefern, wenn unsere Mitarbeiter gesund sind. Die Qualität leidet sonst“, sagte Marlies Cassuhn. Die Arbeit müsse bei Ausfall auf andere Schultern verteilt werden. Das sei vorübergehend machbar, aber keine dauerhafte Lösung.

Im Jahr 2019 hofft das Stadtoberhaupt auf eine Stabilisierung der Personaldecke innerhalb der Verwaltung. In den Fachbereichen sollen nun Personalentwicklungskonzepte erstellt werden, um Stellen langfristig besetzen zu können. Auch teambildende Maßnahmen stehen 2019 auf der Agenda der Stadtverwaltung.

Personalkosten sind gestiegen

Eigentlich sollte es um den Entwurf des Stellenplans für das Jahr 2019 gehen, der vom nächsten Stadtrat abgesegnet werden soll. Insgesamt 75 Mitarbeiter sind für die Stadtverwaltung tätig, davon 42 in der Kernverwaltung. Die Personalkosten wurden mit knapp 4,7 Millionen Euro veranschlagt. Das sind 248.000 Euro mehr als noch im Vorjahr. Begründet wird die Erhöhung seitens der Stadtverwaltung mit geplanten Tarifsteigerungen von 3,1 Prozent sowie Stellen, die für die Zentrale Vergabestelle sowie den Hort geschaffen werden.

Ein Auszubildender wird nach seinem Abschluss für ein Jahr in der Stadtverwaltung übernommen. Aufgrund der neuen Struktur der Verwaltung werden die bisherigen Fachbereichsleiter zu Fachdienstleitern, die Stellen bleiben damit erhalten. Im Wirtschaftshof bleibt die Personaldecke mit 13 Festangestellten stabil. Eine Stelle in Altersteilzeit ist im Jahr 2018 ausgelaufen. An diesen Änderungen im Personalplan hatten die Auschussmitglieder nichts auszusetzen, doch ein Thema sorgte für Kopfschütteln: Der Krankenstand in den Jahren 2017 und 2018.