Stolze Schützen feiern auf der Burg im Fahnenmeer

Mit 20 Salven der Kreisböllerbatterie und einem mehrfach donnernden "Gut Schuss" feierten die 33 Schützenvereine des Altkreises Ohrekreis den 20. Geburtstag des Kreisschützenverbandes "Ohre-Kreis". Die Bebertaler Veltheimsburg war dafür prächtige Kulisse.

Bebertal l Schützenbanner flattern im satten Grün des Parks der Veltheimsburg. Am Landratsturm krachen die Kanonenböller. Die Flechtinger Kapelle spielt. Der Festumzug mit Abordnungen der Schützenvereine aus dem ganzen Altkreis Ohrekreis setzt sich in Bewegung.

"Selbst wenn wir nur zu dritt durch unsere Dörfer ziehen. Unsere Schützenfeste, unsere Umzüge, unserer Proklamationen müssen bleiben. Das ist unsere Tradition." Die Worte seines Vorgängers Kurt Flohr zitierte Kreis-Schützenmeister Wolfgang Rost in seiner Festansprache zum 20. Jahrestag des Kreisschützenverbandes auf der Bebertaler Burg.

Ein zersägter Schlagbaum erinnert an die Gründung

Am 11. September 1993 hatten die damaligen Vorsitzenden der Kreisschützenverbände Wolmirstedt und Haldensleben - der Wolmirstedter Kurt Flohr und der Hörsinger Christoph Koch - an der einstigen Kreisgrenze bei Hillersleben einen symbolischen Schlagbaum zersägt und anschließend im "Deutschen Kaiser" zu Althaldensleben die Vereinigung gefeiert.

Das 1993 zersägte Stück Holz liegt heute noch im Schrank des damaligen Ohrekreis-Landrats Thomas Webel (CDU). Webel kam zum Kreisschützen-Geburtstag als Verkehrsminister wieder und erinnerte sich: "Ihr seid damals Vorreiter der Fusion gewesen, habt Euch sogar früher als die CDU-Kreisverbände vereinigt. Bleibt Eurer Jahrhunderte alten Tradition treu."

Darauf legen die Schützen auch mächtigen Wert. Mit großem Beifall bedachten die Schützen Wolfgangs Rosts Worte: "Unser Brauchtum muss leben. Unser Sport muss leben. Unsere Sportwaffen sind keine Mordwaffen. Auch wenn das manch Außenstehender einfach nicht verstehen will. Wir haben in Deutschland das wohl schärfste Waffengesetz der Welt, hinzu kommen zahlreiche Auflagen und Verordnungen, die wir Schützen einzuhalten haben. Uns geht es um unseren Sport und um unsere Tradition. Wir wissen, worauf wir stolz sein können". Als Beispiel nannte der Kreis-Schützenmeister die 15 Jahre alte Tradition des Benefiz-Schießens des Kreisschützenverbandes. Dabei haben die Schützenvereine aus dem nördlichen Bördekreis die stolze Summe von 18600 Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet, Familien mit schwerkranken Kindern geholfen, Vereine und caritative Einrichtungen unterstützt.

"Unsere Sportwaffen sind keine Mordwaffen. Auch wenn das manch Außenstehender einfach nicht verstehen will."

Kreisschützenmeister Wolfgang Rost

Termin für das Benefiz-Schießen ist in diesem Jahr der 5. Oktober in Eichenbarleben.

2014 wollen sich Schützen des ganzen Kreises vereinigen

Rost dankte all jenen, die den Kreisverband der 33 Schützenvereine zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Im nächsten Jahr steht eine weitere Fusion im größer gewordenen Landkreis Börde an.

Der heutige Landrat Hans Walker (CDU) würdigte "die vielen jungen Menschen, die heute mit uns feiern und die in ihren Vereinen verwurzelt sind. Verwurzelte Menschen wollen die Zukunft vor Ort mitgestalten." Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bestärkte die Schützen in ihrem Selbstverständnis: "Ihr gehört wie die Kirche ins Dorf." Die SPD-Landtagsabgeordnete Rita Mittendorf, selbst Schützenschwester im Althaldensleber Verein, legte nach: "Uns ist in den letzten 20 Jahren die Etablierung des Schützenwesens im Landkreis gelungen. Ich nehme auch gerne mal eine Waffe in die Hand." Zum Sportschießen. Versteht sich.