Rottmersleben l Auch die Gestaltung des Vorplatzes rund um das etwa 1910 errichtete Gebäude schließt Weitz in seine Ideen ein. Ein Insektenhotel soll dort ebenfalls installiert werden. Das sei nur konsequent, schließlich könne rund um das alte Trafohaus auf etwa 35 Quadratmetern eine Blühwiese entstehen. Dem Brummen alter Trafos möchte Weitz vielfältige tierische Laute entgegenstellen. Durchaus möglich, dass die Idee auf fruchtbaren Boden fällt und die alte Trafostation in ein Tierhotel umgestaltet wird. Der Ort scheint ideal ausgesucht: Das Gebäude ist vorhanden, müsste nicht der Abrissbirne zum Opfer fallen, könnte stattdessen zum Biotop im Ort umgewidmet werden.

Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Vogelkundler und Tierhotelexperten Herbert Bilang hatte sich Weitz ein Bild gemacht, ob die ausgediente Station für eine Besiedlung zur Eignung des Vogelkundker Gemeinsam mit Fachmann Herbert Bilang prüfte Hans-Eike Weitz die Nutzung der ausgedienten Stromtürme als Rückzugsort und Unterschlupf für allerlei Getier.

Dass diese Idee auf fruchtbaren Boden fällt, fußt auf der Initiative der Gemeinde Hohe Börde: Sie möchte „Grüne Gemeinde“ werden. Das Projekt für alle Dörfer sieht unter anderem vor, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Natur und Umwelt zu schützen und zu pflegen. Blühwiesen oder -streifen, Baumpflanzungen oder das Setzen von Sträuchern Staudenmischungen gehören dazu.

Ein weiterer Aspekt ist die Umweltbildung bereits im Kindesalter: Biotope wie Tier- oder Insektenhotels können für Kita- und Schulkinder als wertvolle Informationsquelle und zum Anschauungsunterricht dienen.

Treffpunkt für Insekten, Vögel und Lurche

Auch aus Gründen des Denkmalschutzes möchte der Rottmersleber Bürgermeister die Station bewahren. „Der Turm gehört zum Ort und ist außerdem wirklich noch recht gut erhalten. Das Dach ist dicht und das Gebäudeinnere vor Wetterunbilden geschützt.“ Seine Werbung, mögliche Interessenten für eine anderweitige Nutzung zu gewinnen, ist ergebnislos geblieben. Nun also möchte er hier einen Hotspot für Insekten, Vögel, Fledermäuse, Lurche und Kriechtiere entstehen lassen. „Platz wäre genug da, das Quartier verfügt über mehrere Etagen.“

Christa Ringkamp, sie ist Landschaftsarchitektin, erklärt die Motivation. „Unser Vorhaben ist, Natur in privaten Gärten auch in die Kommunen zu bringen. Wir möchten die Bevölkerung über ökologisches Gärtnern, aber auch den Verzicht auf Pestizide, chemische Dünger und Torf informieren.“ Für die Kommune stehe die Auswahl geeigneter Pflanzen, die dem Klimawandel widerstehen. „Die Flächen werden pflegeleichter und attraktiver“, erläuterte Landschaftsarchitektin Christa Ringkamp.

Im gesamten Gemeindegebiet haben die Verantwortungsträger Flächen angeschaut, die in Frage kommen. Diese Flächen sollen so liegen, dass Bewohner und Gäste diese auch wahrnehmen können. Im Namen der Gartenakademie Sachsen-Anhalt und Bürgermeisterin Steffi Trittel bringt Christa Ringkamp die Entwicklung voran. Sie schreibt ein Konzept für diese Maßnahme, um den Fördermittelantrag bei Leader zu qualifizieren.