Wolmirstedt l Den Anfang machte die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Jeden Freitag machte sie sich nicht auf den Weg in die Schule, sondern zog allein vor das schwedische Parlament in Stockholm, um gegen den Klimawandel und Umweltverschmutzung zu protestieren. Mittlerweile ist der Schülerprotest auch in Deutschland angekommen. Jugendliche folgen ihrem Vorbild aus Schweden und gehen unter dem Motto „Friday is for Future (englisch: Der Freitag ist für die Zukunft) lieber demonstrieren als die Schulbank zu drücken.

So weit ist es in Wolmirstedt noch nicht. Am vergangenen Freitag fand der Unterricht am Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium ganz regulär statt. Ein Bewusstsein für die Problematik haben viele Gymnasiasten dennoch entwickelt. Allen voran die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Europa geht weiter“ unter Leitung von Lehrerin Denise Kionczyk. Die Gruppe hatte am Vormittag in die Aula geladen.

Zukunft Europas liegt am Herzen

Auf dem Programm standen einerseits ein Rückblick auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr, andererseits eine Podiumsdiskussion mit dem Landtagsabegordneten Falko Grube (SPD), dem Europaabgeordneten Arne Lietz (SPD) und Guido Kosmehl (FDP), Kandidat fürs Europaparlament.

Kurzweilig geriet die Vorstellung der Arbeitsgemeinschaft. Ihre Mitglieder berichteten über ihre Ausflüge zu Workshops nach Halle und Brüssel. Was dabei deutlich wurde: Den Jugendlichen liegt die Zukunft Europas am Herzen, ihr Engagement gründet auf aufrichtiger Begeisterung für das europäische Projekt.

Dabei ist sind es vor allem zwei Themen, die die Schülerinnen und Schüler umtreiben, nämlich der Schutz der Umwelt und die Nachhaltigkeit. Entsprechend offensiv konfrontierten sie ihre Gäste bei der Diskussion mit der Frage: Was tun Sie, um die Umwelt zu schützen? Allerdings gaben sich die drei Herren keine Blöße. Offensichtlich spielt das Thema auch bei ihnen eine gewisse Rolle.

Eine Solaranlage fürs Schuldach

Falko Grube gab zu Protokoll, dass er in Magdeburg stets mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad zur Arbeit fahren würde. Ebenso umweltbewusst gab sich Guido Kosmehl. Er vermeide, so gut er es könne, Plastemüll zu produzieren. Beispielsweise würde er beim Einkaufen fast komplett auf Plastiktüten verzichten und stattdessen einen klassischen Beutel dabei haben. Arne Lietz ließ wissen, dass er kein Auto besitze und sämtliche Reisen mit dem Zug absolvieren würde.

Schulleiter Carsten Koslowski wurde ebenfalls gefragt, wie es denn die Schule mit dem Thema hielte. Er verwies auf die geplanten Maßnahmen zur energetischen Sanierung. Diese würden dazu beitragen, eine bessere Energiebilanz vorzuweisen. Beispielsweise wird eine Solaranlage auf dem Dach des Schulgebäudes installiert. „Es geht aber sicherlich noch mehr“, gab er sich selbstkritisch. Im Schulalltag könne das Thema sicherlich noch mehr Beachtung finden. „Wir werden darauf schauen, wie wir den Schutz der Umwelt besser mit dem Unterricht oder den Arbeitsgemeinschaften verknüpfen können“, fügte Carsten Koslowski hinzu. Außerdem gab er zu, dass er als Privatperson sehr viel für die demonstrierenden Schüler aufbringen würde. In seiner Funktion als Schulleiter müsse er das Fernbleiben vom Unterricht aber aus einer anderen Perspektive betrachten. Vorausgegangen war die Frage eines Schülers, wie in Wolmirstedt im theoretischen Fall mit demonstrierenden Jugendlichen umgegangen werde.