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Veterinäramt regelmäßig bei Putenmästern

06.10.2012, 01:14

KleinOschersleben/Haldensleben (tk) l Bei den bisherigen Kontrollen des Kreis-Veterinäramtes in Stallungen der Börde Puten GmbH habe es keine Auffälligkeiten gegeben, erklärte Iris Herzig gegenüber der Volksstimme. Allerdings, so die für den Verbraucherschutz zuständige Fachbereichs-Koordinatorin im Landratsamt, habe bei diesen regelmäßigen Überprüfungen der Schwerpunkt auf dem Tierschutz und der Seuchenvorbeugung gelegen, weniger auf der Frage nach der Medikamentenabgabe an die Mastputen. Laut Herzig sind außerdem bei den unangekündigten Kontrollen im Rahmen des sogenannten Nationalen Rückstandskontrollplanes bei der Tierzucht bislang keine Verstöße festgestellt worden.

Gegen die Geschäftsführer der Börde Puten GmbH ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, sie hätten gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. Seit 2007, so lautet ein Vorwurf, sollen den Puten über das Trinkwasser Medikamente wie Antibiotika verfüttert worden sein.

In Klein Oschersleben, allein dort werden 47450Tiere gemästet, und in vier weiteren Orten im Harz- und im Bördekreis unterhält die Firma Stallanlagen. Bis zu 400000Puten werden pro Jahr an einen Schlachthof geliefert. Ob von diesem Geflügel eine Gefahr für die Verbraucher ausgeht, das wird derzeit ermittelt. Die Behörden haben in allen Ställen Proben genommen, Mitarbeiter befragt und sich die Arzneimittelbestände zeigen lassen. Allerdings, so Iris Herzig, könne derzeit nicht gesagt werden, wann die Labore über die Prüfergebnisse informieren. Sollten jedoch Antibiotika in den Puten nachgewiesen werden, dürften diese nicht als Lebensmittel verkauft werden.

Dass das Veterinäramt erst wenige Stunden vor dem Tag der offenen Tür der Putenmastanlage in Klein Oschersleben am 21.September die Erlaubnis dazu erteilt habe, habe nicht im Zusammenhang mit der Durchsuchung dieser Stallanlagen durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Behörden drei Tage zuvor gestanden. Iris Herzig: "Es ging dabei um Fragen des Seuchenschutzes, weil die Besucher auch die Ställe besichtigen sollten."