Stendaler Kommunalaufsicht bemängelt Formfehler - Bertingen, Mahlwinkel und Zibberick betroffen

Wasser bleibt für Bewohner von drei Dörfern teuer

Von Burkhard Steffen

Die Bürger von Bertingen, Mahlwinkel und Zibberick haben sich zu früh über niedrigere Wasser- und Abwasserpreise gefreut. Die Kommunalaufsicht des Landkreises Stendal machte mit ihrem Einspruch einen Strich durch die Rechnung.

Rogätz l Der Beitritt der Gemeinde Angern mit ihren Ortsteilen Mahlwinkel, Bertingen und Zibberick zum Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ) ist nicht wie geplant zum Jahresbeginn 2013 möglich. Grund dafür ist, dass die Kommunalaufsicht des Landkreises Stendal den Vertrag zur Vermögensübertragung zwischen dem WWAZ, der Verbandsgemeinde Elbe-Heide und dem Wasserverband Stendal-Osterburg (WVSO) nicht genehmigt hat.

"Die Genehmigungsversagung begründet die Kommunalaufsicht damit, dass der Vertrag bei der Verbandsversammlung des WVSO unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen wurde. Auch sollen die Entgelte noch näher erläutert werden", informierte WWAZ-Geschäftsführer Frank Wichmann die Volksstimme.

"Dabei hatten wir die Geschäftsführung des WVSO zuvor ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Beschluss im öffentlichen Teil der Verbandsversammlung gefasst werden muss", ärgert sich Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette. Die Verbandsgemeinde ist seit der Gemeindegebietsreform für die Aufgabe der Wasserver- und -entsorgung zuständig.

Während ein Großteil der Elbe-Heide-Dörfer sein Trinkwasser vom Wolmirstedter Verband bekommt, der auch die Entsorgung leistet, waren bislang Bertingen, Mahlwinkel und Zibberick noch Mitglied im Stendal-Osterburger Verband. Der hat aber unter anderem wegen der weitläufigen Besiedlung in seinem Verbandsgebiet höhere Kosten. So kostet der Kubikmeter Trinkwasser 1,77 Euro, beim WWAZ nur 91 Cent. Noch drastischer sind die Unterschiede beim Schmutzwasser. Bei einer Grundgebühr von 159 Euro verlangt der WVSO 3,91 Euro je Kubikmeter. Der WWAZ berechnet bei einer Grundgebühr von 90 Euro einen Kubikmeterpreis von 2,33 Euro.

Die Bürger der drei betroffenen Dörfer hoffen nun, dass der WWAZ-Beitritt nur aufgeschoben ist. "Aus unserer Sicht gibt es keine Probleme mehr", betonte Frank Wichmann, "die ersten Baumaßnahmen, wie der Einbau von Zwischenzählern, wurden vorbereitet. Die haushaltsrechtliche Absicherung hatte unsere Verbandsversammlung schon im November beschlossen."

Jetzt muss der Stendal-Osterburger Verband auf seiner nächsten Verbandsversammlung den entsprechenden Vertrag noch einmal im öffentlichen Sitzungsteil beschließen. "Der Beschluss muss dann noch genehmigt und veröffentlicht werden", glaubt Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette, dass der Vertrag vermutlich nicht vor dem 1. März in Kraft treten kann.