Kultur

Wolmirstedt plant Festprogramm für den Sommer

Konzerte, Kinderfeste, Kabarett - die Wolmirstedter Kultur rappelt sich langsam aus dem Corona-Loch. Doch die Kommunikation holpert.

Von Gudrun Billowie
Die Wolmirstedter planen für Sommer und Herbst ein umfangreiches Kulturprogramm.
Die Wolmirstedter planen für Sommer und Herbst ein umfangreiches Kulturprogramm. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Bürgermeisterin Marlies Cassuhn und Büroleiterin Christiane Pazdyka hatten es sich so schön ausgemalt: Am 2. Oktober sollen in Wolmirstedt und den Ortsteilen Feste steigen. Allerdings war vergessen worden, diese Idee im Vorfeld gemeinsam reifen zu lassen. Es gab keine gemeinsame Runde mit den Ortsbürgermeistern und auch keine Debatte im Kultur- und Sozialausschuss. Viele Beteiligte hatten davon aus der Zeitung erfahren. „Mit mehr oder weniger Überraschung“, fasste Hannes Lautner (Linke) zusammen. Er ist Vorsitzender des Kultur- und Sozialausschusses im Stadtrat.

Das überraschende Vorpreschen der Bürgermeisterin kam nicht überall gut an. Die Idee hingegen stieß auf Interesse. Zumal aus dem Rathaus etwa 700 Euro für jedes Ortsteilfest zur Verfügung stehen sollen. Das Geld stammt aus dem Fond der „Kulturmagnete“, die in diesem Sommer anstelle des Stadtfestes zu Veranstaltungen locken sollen. Corona würgt diese Kulturmagnete, wie im vergangenen Jahr, ab.

Warum im Oktober feiern und nicht jetzt?

Hannes Lautner kann sich Bündel von kleinen Festen in Wolmirstedt und den Ortsteilen gut vorstellen. Seine Bedenken richten sich eher auf den Zeitpunkt. Grob gesagt stellt er die Frage: Warum im Oktober und nicht jetzt? Nach den Erfahrungen des Vorjahres kann es durchaus passieren, dass die Corona-Zahlen im Herbst wieder steigen. Zurzeit liegen sie konstant bei weit unter 35.

Eine Antwort darauf gab es im Stadtrat von der Bürgermeisterin nicht. Auch keine breite Debatte. Aus dem Rathaus heißt es auf Volksstimme-Nachfrage, es werde an der aus dem Vorjahr verschobenen Veranstaltung mit dem „Duo Cappriccio“ Anfang Oktober festgehalten. Die Ortschaften positionieren sich eigenständig.

In Mose nehmen die Pläne bereits Gestalt an. Nachmittags soll es ein Kinderfest geben, womöglich auch eine Veranstaltung für Senioren, am Abend legt DJ Stephan Neubauer auf. „Wir wollen den Bürgern die Gelegenheit bieten, mal über was anders zu reden, als über Corona“, sagt Moses Ortsbürgermeister Marco Röhrmann. Von Befürchtungen, die Corona-Zahlen könnten im Herbst wieder steigen, will er sich nicht ausbremsen lassen. „Das wäre wie ein Blick in die Glaskugel.“

Ebenso agiert Elbeus Ortsbürgermeister Guido Kratzenberg. „Corona ist der Geist im Hintergrund, aber wir wollen wieder planen.“ Die Elbeuer wollen ein Fest am Sportplatz organisieren, mit Musik, Getränken, es soll ein Beisammensein werden, ähnlich dem Herrentagstreffs.

Weniger ausgereift sind die Pläne in Farsleben. „Wir müssen uns erst mit dem Vorstand des Kulturvereins Webers Hof verständigen“, sagt Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß. Auf dem gleichnamigen Vierseitenhof schlägt das kulturelle Herz des Ortes. Der Name „Webers Hof“ steht für Rock- und Popnächte, Blues oder Irische Musik, für Bands, die aus aller Welt kommen, für Publikum, das von nah und weither anreist. Für eine irische Nacht am 28. August laufen bereits vorsichtige Planungen, verrät Werner Teige, Vorsitzender des Kulturvereins „Webers Hof“. Noch ist nichts festgezurrt, die Weberaner müssen erst austüfteln, wie Konzertgefühl und Hygieneregeln zusammenpassen. Ein Fest am 2. Oktober? Mal sehen.

Glindenberg musste sich vom Datum des 2. Oktober komplett verabschieden. Die aktiven Festgestalter, wie die Freiwillige Feuerwehr und der Sportverein, sind an diesem Tag anderweitig unterwegs, beziehungsweise beruflich eingebunden. Trotzdem setzen die Glindenberger auf Miteinander, werden sich über das Wann und Wie verständigen.

Bürgerhaus schmiedet Sommerpläne

In Wolmirstedts Kernstadt schlägt das kulturelle Herz im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne. Auch dort werden bereits Veranstaltungspläne geschmiedet, der Sommer samt der niedrigen Inzidenzen soll für Veranstaltungen genutzt werden. Am 1. August spielt Blasmusik, am 13. August wird eine Sommernacht zelebriert. Auch für den Herbst wird geplant. Die Hengstmann-Kabarettisten kommen am 17. September, eine neue Auflage der kabarettistischen Talkrunde „B-fragt“ ist für den 23. Oktober vorgesehen. Und am 2. Oktober? Vereinsvorsitzende Christina Laqua sagt: „Darüber werden wir reden.“

Ein gemeinsames Reden über Kultur im Sommer wird es wohl nicht mehr geben. Der nächste Kultur- und Sozialausschuss kommt erst Ende September zusammen.