Wolmirstedt l Olivia Lorenz erklärt mit viel Gewicht in der Stimme: „In unserem Film geht es um Mädchen, die anfangs nicht gut Basketball spielen können. Dabei gibt es zickige Mädchen und liebe Mädchen. Dann raufen sie sich alle wieder zusammen und am Ende sind alle Freunde".

Die Zehnjährige war gemeinsam mit 21 anderen Mädchen aus ganz Sachsen-Anhalt vom 7. bis zum 12. Juli zu Gast im Bildungs- und Freizeitzentrum Wolmirstedt. Die Jugendlichen agierten gemeinsam als Drehbuchschreiberinnen, Regisseurinnen, Fotografinnen, Kamerafrauen und Schauspielerinnen. Außerdem schnitten sie den von ihnen produzierten Film im Anschluss. Behilflich war ihnen dabei Laura Böllstorf, eine Studentin aus Magdeburg, die dort Medienbildung studiert.

Teilnehmerinnen aus ganz Sachsen-Anhalt

Der Ferienworkshop diente der Förderung der Medienkompetenz, erklärte Angelika Magnus, pädagogische Mitarbeiterin im Bildungs- und Freizeitzentrum.

Bilder

Kein Zufall war es, dass an diesem besonderen Workshop nur Mädchen teilnehmen durften: „Wir finden, dass jedes Geschlecht auch einmal unter sich etwas erleben soll“, sagte Angelika Magnus, „und die Gruppe entwickelt sich einfach anders, wenn man sie trennt. Mädchen entdecken ganz andere Möglichkeiten. Wenn Jungs mit dabei gewesen wären, hätten sie sich vielleicht automatisch hinter die Kamera gestellt. Hier waren die Mädchen ganz auf sich allein gestellt und entdeckten, dass sie starke Mädchen sind, die auch alles können“.

Bewusst nur für Mädchen

Diese Erfahrung bestätigt Laura Böllstorf. „In anderen Projekten sind Jungs oft an der Technik“, sagt die 25-Jährige. „Mit dieser Gruppe war es überhaupt nicht schwierig. Die Mädchen waren hochkonzentriert beim Dreh mit dabei. Natürlich fanden sie das Schneiden ihres Materials erst schwierig, aber dann haben sie gesehen, dass es klappt“, erzählt die Studentin, die seit zwei Jahren mit Jugendlichen beim Projekt „Medienmobil“ arbeitet.

Die Technik für die jungen Filmemacherinnen hatte der Offene Kanal in Magdeburg zur Verfügung gestellt. Das Projekt war, so erklärt Magnus, finanziert vom Landesjugendamt. Einige der Mädchen wie Olivia Lorenz kamen für den Workshop von weit her, zum Beispiel aus Wittenberg. Sie hatte durch ihre Schwester von dem Film erfahren. Andere, wie Finja Schlaf, kamen aus der näheren Umgebung nach Wolmirstedt, aus Samswegen. Die Arbeit an dem Projekt hat täglich am Vormittag stattgefunden, erklärte Angelika Magnus.

Technik vom Offenen Kanal

Konflikte unter den Mädchen habe es auch gegeben, erklärt sie. So hatten sie einen ähnlichen Zickenterror, wie den, den sie auf die Leinwand brachten, auch in der Gruppe erlebt. Doch weil am Ende ein Film stehen musste, den sie sich am Ende des Projektes gemeinsam ansahen, schafften sie es, sich wieder als Gruppe zusammenzuraufen. Am Ende sind sie mächtig stolz auf ihr Ergebnis, erklärte Magnus.

„Es hat wirklich jedes Mädchen aus der Gruppe mitgemacht“, erklärte Laura Böllstorf. „Wenn eine keine Lust aufs Schneiden hatte, dann hat sie eben im Hintergrund Musik für den Film herausgesucht“. Ganz ohne Nachhilfe durch die erfahrene Referentin wurde das Projekt dann doch nicht zum Film. Kurz bevor die Aufführung startete war die junge Frau, die gebürtig aus der Altmark kommt, dann selbst noch am Werkeln an ihrem Laptop. Sie schnitt und bearbeitete die letzten Szenen.