Der Verdienstorden der Bundesrepublik

Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Er ist die höchste Auszeichnung für Verdienste um das Allgemeinwohl.

Jeder darf eine andere Person zur Ehrung vorschlagen. Personen, die sich selbst vorschlagen, werden nicht berücksichtigt.

Die Auszeichnungen werden vom Bundespräsidenten verliehen, meist aber von den Ministerpräsidenten übergeben.

Der Orden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen. Als Erstauszeichnung wird die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Es folgen: das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.

Seit der Einführung durch den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss 1951 wurden mehr als 250 000 „Bundesverdienstkreuze“, wie der Orden im Volksmund heißt, verliehen.

Zerbst l Er sei sehr aufgeregt, sagte Helmut Behrendt gestern der Volksstimme vor der Verleihung am Telefon. „Eigentlich sollte man sich an solche Situationen gewöhnt haben, aber man tut es doch nicht“, fügte er an.

„Ich habe am 25. November davon erfahren und war total überrascht“, erzählte er. Wie er zu der Ehre komme, habe er sich gefragt. Und ob das nicht andere eher verdient hätten. „Aber das denken vermutlich alle.“ Er werde den Preis annehmen, „stellvertretend für alle Kommunalpolitiker. Die haben es nämlich gar nicht so leicht und müssen sich immer behaupten. Ich widme den Preis meinen Amtskollegen“, sagte der Zerbster.

Er danke denen, die ihn vorgeschlagen haben, obwohl er keine Ahnung habe, wer das sein könnte. „Viele Leute werden befragt, damit man diesen Preis verliehen bekommt“, sagte er. Deswegen sei es eine äußerst hohe Ehre. Zusammen mit seiner Frau Heidelies und einigen Freunden fuhr der ehemalige Bürgermeister gestern Nachmittag in das Palais am Fürstenwall, wo er den Preis von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) entgegennahm.

Engagement für Zerbster Schloss

„Der 67-jährige Bürgermeister a.D.“, so heißt es in der Begründung der Staatskanzlei, „wird für sein langjähriges Engagement als Kommunalpolitiker der ersten Stunde gewürdigt.“ Außerdem habe er sich Verdienste um die Pflege des kulturellen Erbes erworben und verantwortlich die Wiederherstellung des östlichen Seitenflügels des Zerbster Schlosses betrieben.

Ehrung für kulturelles Engagement

Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte in seiner Laudatio: „Sie gehörten zu den dienstältesten Bürgermeistern unseres Landes. Drei Wiederwahlen in Folge zeigen eindrucksvoll, wie groß das Vertrauen war und ist, dass ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger zu Ihnen haben. Sie haben sich um die Stadt Zerbst und um unser Land verdient gemacht.“ Helmut Behrendt (FDP) war von 1990 bis 2012 Bürgermeister in Zerbst.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff ehrte sechs engagierten mit dem Frauen und Männern Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Verliehen wurden diese durch Bundespräsident Joachim Gauck.

Haseloff hob bei dieser Gelegenheit die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren des demokratischen Staates hervor: „Um für die großen Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft gewappnet zu sein, ist es notwendig, in unserem Gemeinwesen für das Ehrenamt zu werben. Die Verleihung der Verdienstorden an engagierte Frauen und Männer mit großen Verdiensten um unser Land ist ein klares Zeichen für den hohen Stellenwert, den das Ehrenamt in Sachsen-Anhalt besitzt“, erklärte der Ministerpräsident.