Bärenthoren l Toren Reis, der Revierleiter im Forstrevier Hoher Fläming, das 3000 Hek- tar im Raum Grimme/Reuden/Polenzko umfasst, empfing die Jugendlichen, Eltern und Geschwister zunächst in Bärenthoren. Von dort aus ging es in den Wald hinein, bis zu der Kahlfläche, die aufgeforstet werden sollte. Da hatten sich zuvor schon andere Schüler geschafft.

Die Neuntklässler sollten weitere 3000 Traubeneichen pflanzen. Die Säcke mit den zweijährigen Pflanzen waren schnell verteilt, und los ging es. Toren Reis zeigte, wie die Löcher und der Pflanzabstand (maximal 70 Zentimeter) zu sein haben, wie tief die Pflanzen eingesetzt und die Erde wieder angedrückt wird. Pflugstreifen erleichterten das Pflanzen. „Mit Liebe pflanzen“, gab er den Leuten mit auf den Weg.

Die Löcher auszuheben, erwies sich als schwerster Part. Da waren dann eher die Väter und die Jungen gefragt. „Die körperliche Arbeit ist für die meisten ungewohnt“, kennt Toren Reis die Herausforderung für die Schüler. Eigene Spaten und Arbeitshandschuhe hatten alle mitgebracht. Die Frauen und Mädchen übernahmen es, die Pflanzen einzusetzen. Es ging flott voran. Toren Reis kontrollierte hin und wieder, ob ordentlich gearbeitet wurde und schien zufrieden. Zwischendurch testete er das Wissen zu Bäumen und Pflanzen. Seine Fragen waren selbst für die Eltern harte Nüsse.

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Die Pflanzaktion ist Bestandteil der Aufforstung im Gebiet Bärenthoren, erläuterte der Revierleiter. Sturmschäden aus den Jahren 2013/14 werden hier noch beseitigt. Das ganze erfolge unter dem Aspekt des ökologischen Waldumbaus, so Reis. Die Wälder sollen möglichst gut an die sich ändernden Umweltbedingungen und Wetterextreme angepasst werden. „Man will weg von Monokulturen hin zu stabilen Mischwäldern“, erläuterte der Experte. Traubeneichen kommen gut mit mehr Wärme und Trockenheit klar. Interessant zu erfahren war für alle Beteiligten, dass auf der 1,5 Hektar großen Fläche mit 7000 Eichen in 300 Jahren nur noch 100 bis 120 Bäume übrig sein werden.

Doch nicht nur Traubeneichen mussten gepflanzt werden. An anderer Stelle brachte die Gruppe noch 1500 Douglasien in die Erde. Nach getaner Arbeit gab es für alle Würstchen vom Grill zur Stärkung. Die Aktion konnte als gelungen verbucht werden. Sowohl der Forstbetrieb hat Nutzen als auch die Klasse. Die Schüler können sich über eine Finanzspritze für die Klassenkasse freuen.

In diesem Frühjahr war es die fünfte Klasse des Zerbster Gymnasiums, die beim Bäume pflanzen zum Einsatz kam. „Die Nachfrage bei Schulen ist groß“, sagte Toren Reis. Das Francisceum profitiert von dem seit 2010 bestehenden Kooperationsvertrag mit dem Landesforstbetrieb.