Zerbst l Von 10 bis 17 Uhr besteht noch einmal Gelegenheit, die einstige Zerbster Fürstenresidenz zu besichtigen und bei einer der angebotenen Führungen zu erkunden. Und da gibt es durchaus Neues zu entdecken.

Fürstliche Zeiten

Wie Jana Reifarth vom Vorstand des Schlossfördervereins erzählt, wurde in den zurückliegenden Wochen noch einiges im Ausstellungsbereich ergänzt. „Das fürstliche Schlafzimmer hat neue Vorhänge erhalten, das Audienzgemach wurde um einen Thron erweitert und das Gelbe Kabinett, das zu fürstlichen Zeiten als privates Zimmer genutzt wurde, hat einen Toilettentisch erhalten“, erzählt sie. Um den Toilettentisch so zu gestalten, wie er im 18. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, schaffte der Verein über viele Monate hinweg passende Utensilien an. Der Tisch wurde derweil nach historischen Vorlagen hergestellt und schließlich ausstaffiert.

Einen persönlichen Eindruck können sich Besucher heute bei den Führungen durch das frühere Appartement der Fürstin Johanna Elisabeth, der Mutter der späteren Zarin Katharina II., machen. Unterdessen gewährt die Führung in den Kellerbereich einen Blick in die Schlossküche, in der selbstverständlich damals ebenfalls mit „Bollen“ gekocht wurde.

Um 17 Uhr schließen die Schlosstüren dann vorübergehend, um nach der jahreszeitlich bedingten Pause Ende April 2017 wieder zu öffnen. Der Ostflügel fällt sozusagen in einen Winterschlaf.

„In den folgenden Tagen startet die aufwändige Beräumung von Gegenständen in den Ausstellungsräumen“, erläutert Jana Reifarth. Empfindliche Objekte wie der große Pflanzturm und die Original-Kupferstiche werden verpackt und ausgelagert, sämtliche andere Objekte, Bilder und Kronenleuchter mit Abdeckmaterialien vor Schmutz geschützt. Auch die Wasserzufuhr wird stillgelegt.

Die Schließzeit nutzen die Vereinsmitglieder nicht nur, um intern die zurückliegende Saison auszuwerten, sondern ebenfalls, um neue Projekte zu planen und kommende Veranstaltungen vorzubereiten.