Steutz/Steckby l Die Steutzer Kindertagesstätte Sandmännchen geht in die Offensive. Die Einrichtung organisiert am Sonnabend, 27. März, eine öffentliche Müllsammelaktion. In der Zeit von 9 bis zirka 12 Uhr ist jedermann aufgefordert, daran teilzunehmen. Diese Aktion soll auf die Umweltverschmutzung vor der eigenen Haustür aufmerksam machen und zum gemeinsamen umweltbewussten Handeln einladen.

Die Elbe und Elbaue laden gerne zum Verweilen ein, und nicht selten bleibt dann allerhand Unrat am Ufer, auf den Wiesen und im Gebüsch liegen. Die Steutzer Kita- und Hort-kinder versuchen bereits seit Jahren, dem Müll den Garaus zu machen, aber was wöchentlich dazu kommt, ist einfach zu viel für die kleinen Naturschützer.

Die Kinder und Erzieherinnen mussten nicht lange überlegen, um zu beschließen, dass sie Hilfe benötigen, um einen großen Frühjahrsputz in der Natur machen können. Sie gehen mit gutem Beispiel voran und wollen andere mitreißen.

Die Kinder sind fast täglich in den Elbauen und in den Wäldern unterwegs und nutzen diese Naturspielplätze für Tagesprojekte, kleine Aktionen und Entdeckungen. Dabei landet auch immer wieder Müll in den Taschen.

Risiko für Flora und Fauna

Egal ob Flaschen, Dosen oder anderer Verpackungsmüll – vieles wird achtlos in die Natur geworfen und birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für unsere Flora und Fauna. Nicht selten entdeckt man in den Medien Fotos mit Tieren, die in einer Konserve stecken oder Plastikschnüre um einen Körperteil haben. Zerbrochene Glasflaschen und Batterien können fälschlicherweise als Nahrung mit aufgenommen werden, und die Schadstoffe, die in den Boden gelangen, stellen eine weitere Bedrohung dar.

Die Kinder wissen schon recht gut Bescheid, was alles passieren kann, kennt Hortbetreuerin Marie Henke ihre Schützlinge. Ganz abgesehen von dem Müll, der in den Gewässern treibt und dort für Unheil sorgt. Kleinstes Mikroplastik wurde bereits im Fisch auf unserem eigenen Mittagstisch nachgewiesen, nennt sie das Beispiel.

Auf dem Storchenhof in Loburg werden jährlich Altvögel und Jungvögel, die Opfer von Bindfäden werden, behandelt und gepflegt. Jedoch haben nicht alle Vögel das Glück, auf dem Storchenhof versorgt zu werden, und verenden unter anderem auf Grund eines Bindfadens, der in der Heimat der Tiere nichts zu suchen hat.

Bevor die Brutsaison losgeht, braucht es also fleißige Helfer, die mit anpacken, um den Erhalt der Artenvielfalt zu unterstützen und um zu verhindern, dass im Vogelnest etwas Falsches landet.

Die Organisatoren der Müllsammelaktion sind sich sicher, dass es für Groß und Klein auch außer Müll einiges zu entdecken gibt auf der Tour durch die Landschaft. Außerdem erinnern sie daran, dass Naturerfahrungen in der Kindheit prägend für das spätere Umweltbewusstsein sind und dieses ist wiederum nötig ist, um die Natur langfristig zu erhalten und zu schützen.

Treffpunkte in Steutz und Steckby

Die geplante Aktion soll sich über Steutz und Steckby hinaus ausdehnen. Es gibt zwei separate Treffpunkte: In Steutz trifft man sich an dem Tag um 9 Uhr am Sportplatz. In Steckby werden zur gleichen Zeit die Helfer am Pfaffensee erwartet. Von dort aus werden die Trupps verteilt und ausgesandt.

Auch die Stadt Zerbst ist mit im Boot. Sie unterstützt die Aktion mit der Entsor- gung und der Bereitstellung von Hilfsmitteln. Mitzubringen sind passende Kleidung und Schuhwerk sowie gute Laune. Dann kann zumindest ein bisschen Umweltschutz gelebt werden. Und je mehr Menschen mitmachen, desto besser.