Zerbst l Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Wie einfach Reanimation sein kann, zeigte Johannes Rhein, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin der Zerbster Helios Klinik Patienten, Besuchern und Mitarbeitern im Eingangsbereich des Hauses.

Es kann überall und jederzeit passieren: Ein Mensch sackt in sich zusammen, bleibt regungslos am Boden liegen - plötzlicher Herzstillstand. Was ist zu tun?

Reanimation duch Herzdruckmassage

„Das Schlimmste, was man tun kann, ist nichts zu tun“, sagt Rhein und versichert: „Es gibt nichts, was man falsch machen kann.“ Die Ersthelfer müssen nichts weiter tun, als den Notarzt zu rufen und mit der Reanimation durch Herzdruckmassage zu beginnen. „Eine Beatmung durch Mund und Nase ist nicht nötig“, erklärt der Mediziner.

Mit der Herzdruckmassage könne der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so könne bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöht werden.

Ersthelfer haben Angst etwas falsch zu machen

Herzdruckmassage heißt: „100 bis 120 Mal pro Minute das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs etwa fünf Zentimeter eindrücken und nicht damit aufhören, bis der Rettungsdienst eintrifft“, erläutert Johannes Rhein. Die Überlebenschance werde dadurch verdreifacht.

Auch Annett Wyrwa und Katrin Niemann waren anfangs etwas ängstlich, haben sich aber dann doch überwunden. „Es ist eigentlich gar nicht so schwer wie ich dachte“, sagt Annett Wyrwa nachdem die Herzdruckmassage ausprobiert hat und gesteht: „Man hat schon Angst, im Ernstfall etwas falsch zu machen.“

Diese Argumentation kennt der Mediziner: „Es hat sich erneut gezeigt, wie wichtig es ist, solche Ershelferschulungen durchzuführen, denn die Unsicherheit ist häufig groß, im Notfall etwas falsch zu machen.“

„Insgesamt haben wir heute 85 Patienten und Besucher sowie 53 Mitarbeiter zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen geschult“, fasst Johannes Rhein am Ende des Tages zusammen. Mit der Resonanz am Info-Stand sei er zufrieden.

„Damit jede Person an Sicherheit im Umgang mit diesen Situationen gewinnt und angemessen reagiert, werden wir auch künftig unsere Patienten und Mitarbeiter über die wichtigsten Handgriffe bei der Wiederbelebung informieren und auf den neuesten Stand bringen“, betont Chefarzt Johannes Rhein.