Zerbst l „Schwerter – Fibeln – Töpfe“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Zerbster Museum, die anhand zahlreicher Funde aus der Region auf eine Reise in die Stein- und Bronzezeit entführt. Die gezeigten Exponate sollen die Besucher mit der Kultur und Lebenswelt unserer Vorfahren vertraut machen, ihren Alltag und ihren Glauben sowie ihre Kunstfertigkeit und Kreativität widerspiegeln.

„Wir haben deshalb mal auf Scherben und Bruchstücke verzichtet“, erläuterte Agnes-Almuth Griesbach den Gästen der Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag. Vielmehr wies die Museumsleiterin auf die eindrucksvollen Tongefäße und Urnen hin, die gemeinsam mit Steinwerkzeugen, Armschmuck und Pfeilspitzen das vielfältige Bild abrunden.

Umfangreiche Sammlung

Die sorgsam ausgewählten „Schätze“, von denen Agnes-Almuth Griesbach sprach, stammen aus der umfangreichen archäologischen Sammlung des Hauses am Weinberg. Ihre Präsentation erfolgt nicht chronologisch, stattdessen sind sie thematisch zusammengestellt, wie Museumsmitarbeiter Paul Globig erklärte.

Der studierte Archäologe führte die Anwesenden durch die Ausstellung, die sich in Siedlungsfunde sowie Schatz- und Hortfunde einteilt. Nicht zu vergessen sind die Grabfunde – in den gläsernen Vitrinen und plastisch mitten im Raum in Form eines nachempfundenen Hünengrabes, über dem sogar eine Replik der berühmten Himmelsscheibe von Nebra hängt.

Großsteingrab in Gehrden

„Im 19. Jahrhundert wurden viele steinerne Zeugen im Zuge des Baus der Bahnstrecke zerstört“, erzählte Agnes-Almuth Griesbach. Noch erhalten ist das Großsteingrab in Gehrden. Das einst bei Flötz errichtete Steinkistengrab findet sich indes heute im kleinen Lichthof des Museums.

Einen anschaulichen Überblick über die steinzeitlichen Funde in Anhalt gewährt eine vom Zerbster Lehrer Max König (1886-1957) erstellte Karte. Einige seiner Zeichnungen bereichern die Ausstellung genauso wie Ortsakten, in denen die archäologischen Entdeckungen genau dokumentiert wurden. Unterdessen ermöglicht ein Zeitstrahl die Einordnung des Gezeigten.

Bis zum 3. November hat nun jeder Gelegenheit, sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit zu begeben.