Zerbst l Die Bilder hängen bereits an den geweißten Wänden der „Tonne“ und auch die Plastiken haben schon ihren Platz in dem gewölbten Raum des früheren Klosters gefunden. Was noch fehlt, ist die Beschriftung der einzelnen Kunstwerke, die ab Freitag im Museum der Stadt Zerbst gezeigt werden. Die sonst übliche Vernissage muss dieses Mal wegen Corona ausfallen. Nichtsdestotrotz wird auf viele Besucher gehofft, die sich die neue Kabinettausstellung anschauen.

Bis zum 23. August können Interessierte in ausgewählte Arbeiten von Mitgliedern des Kunstvereins Hoher Fläming eintauchen. „Es handelt sich um professionelle Künstler, die sich in der ländlichen Region Brandenburgs miteinander vernetzt haben“, erläutert Martha Irene Leps. Auf der Burg Eisenhardt in Bad Belzig würden sie eine Galerie betreiben, erzählt die Museumsmitarbeiterin, die selbst gern künstlerisch experimentiert und schon eigene Ausstellungen gestaltete.

Nun steht sie in der „Tonne“, umgeben von ebenso eindrucksvollen wie vielfältigen zeitgenössischen Werken. Der Grafik hat sich Ute Paulmann-Boll verschrieben, mit der Irene Leps seit 2006 in Kontakt steht und über die die Kabinettausstellung zustande kam. Der Verein sei immer auf der Suche nach kleineren Räumen, wo er sich präsentieren könne, weiß Irene Leps.

Mal abstrakt, mal naturnah

14 Künstler sind es insgesamt, deren Malereien, Fotografien, Collagen, Radierungen und Skulpturen nun hier in Zerbst betrachtet werden können. Das Abstrakte dominiert, doch auch natur- und lebensnahe Motive finden sich in dem kreativen Potpourri, das zum Nachdenken anregt, wo sich manches erst beim genauen Blick entschlüsseln lässt und anderes ein Schmunzeln auslöst wie das „Gereimte Gerahmte“ beispielsweise von Jürgen Parusel, in dessen charmanten und pointierten Neujahrsgrüßen Erdmännchen genauso vorkommen wie Wildschweine. Gleich daneben finden sich die kolorierten und detailreichen Zeichnungen von Thomas Wernicke, die sich um polnisches Bier und Badewetter drehen und darüber hinaus ans Schwarze Meer entführen.

Plastisch wird es mit Bildhauer Antonius Zehringer, der aus Holz eine männliche und eine weibliche Figur grob, aber deutlich erkennbar herausgearbeitet hat. „Tanz am Abgrund“ nannte Susanne Kraißer ihre zierlichen Bronzeplastiken, die auf Betonstelen stehen und winzig und zerbrechlich gegenüber den hölzernen Skulpturen wirken. Wahrlich mehrdeutig sind die Werke von Gabriele Kostas, die mit den Möglichkeiten der Fotografie spielt und die künstlerisch breit gefächerte Ausstellung ebenfalls bereichert.

Nur begrenzte Besucherzahl

Zugänglich ist die „Tonne“ zu den regulären Öffnungszeiten des Museums – das heißt, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Coronabedingt ist die Zahl der Besucher, die sich auch hier an die geltenden Abstandsregelungen halten müssen, begrenzt. Zudem muss jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich am Eingang die Hände desinfizieren.