Zerbst | Die Elbe mit ihrer idyllischen Landschaft hat Rainer Frankowski in ihren Bann gezogen. Der Zerbster schwärmt von der magischen Atmosphäre des Ortes. „Das ist etwas für die Sinne, die Auen, der Wald, der gelebte Umweltschutz, die Schönheit der Region“, sagt er. In Steckby findet sich nicht nur die staatliche Vogelschutzwarte. Hier sind ebenfalls Bibervater Peter Ibe und Naturschützer Ernst Paul Dörfler zu Hause. Es gibt eine Storchenmühle und das private Damwildgehege von Berthold Laue.

Überhaupt ist Rainer Frankowski von den vielfältigen Aktivitäten der Einwohner des Dorfes begeistert. Als Beispiele nennt er unter anderem die Bänkerstreet mit ihrer Bücherzelle und den Bänken, die zum Verweilen einladen, das traditionelle Kinderfest im Lunapark, in dem längst ebenfalls alljährlich ein Weihnachtsmarkt stattfindet, das Reit- und Fahrturnier oder die Veranstaltungen des Karnevalvereins.

Begegnungen mit Menschen

Daneben sind es die interessanten Begegnungen mit den Menschen, die Rainer Frankowski immer wieder nach Steckby ziehen – die Gespräche mit den Einheimischen, aber auch die spontanen Kontakte mit den Radtouristen aus aller Welt, die auf dem Elberadweg unterwegs sind, der durch den Ort führt. Nicht nur aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen oder Italien kommen sie, sondern inzwischen sogar aus Australien, wie der Zerbster weiß. „Eine Dame aus Ungarn war mit 69 Jahren sogar zu Fuß auf Wanderschaft! Sie meinte, diese magische Zahl veranlasste sie, noch etwas Verrücktes zu tun“, schildert Rainer Frankowski beeindruckt.

Er selbst ist regelmäßig an der Elbe unterwegs. Mit dem Fahrrad begibt er sich auf die Suche nach geeigneten Motiven, die er mit seiner handlichen Kamera einfängt. „Die passt in jede Hosentasche und ist immer mit dabei. Denn manche Momente ergeben sich nur ein einziges Mal“, gibt der frühere Zerbster Stadtarchivar zu bedenken, der als freiberuflicher Autor, Karikaturist und Comic-Zeichner tätig ist.

Fotografie als Leidenschaft

„Fotografieren ist genau schon so lange meine Leidenschaft wie das Malen und Zeichnen. Meistens habe ich mich jedoch für das Zeichnen entschieden“, verrät Rainer Frankowski. „Mein Buch ,Das Vermächtnis des alten Stadtbildes‘ wurde komplett von mir fotografiert – und das über mehrere Jahrzehnte hinweg.“ Auch zwei Wandkalender hat er bereits herausgegeben.

Seit 2015 hat der Zerbster nun die Elbregion um Steckby wieder für sich entdeckt. „Dazu muss man wissen, dass mein Vater Paul schon in den zwanziger Jahren dort mit einem selbstgebauten Faltboot auf der Elbe unterwegs war. Damals wurden sie noch verspottet und ausgelacht. Auch er spürte schon damals die Faszination dieses Ortes“, erzählt Rainer Frankowski.

Vielfältige Motive

24 Fotos, die zwischen 2016 und 2018 entstanden sind, hat er jetzt für die Ausstellung „Willkommen im Auenland!“ in Rahmen gefasst. Von der Dorfidylle über das frühere Forsthaus von Steckby bis zum Pfaffensee reicht die Auswahl der Motive, in die jeder bis Ende Oktober in der Radfahrerkirche eintauchen kann. Bis zum Ende der diesjährigen Saison ist das Gotteshaus am Elberadweg täglich für Besucher geöffnet.