Zerbst l Die Erschließung des Zerbster Bahnhofs von der Südseite aus ist abgeschlossen. Mit dem traditionellen Banddurchschnitt erfolgte im Beisein von Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) die offizielle Freigabe der neuen so genannten Park & Ride-Anlage. „Vor allem das Angebot für die Pendler wird hiermit verbessert“, freute sich der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) über die nun endlich realisierte Maßnahme.

Wie er erinnerte, reiften die ersten Ideen bereits 2012. Damals wurde der Bahnhaltepunkt in Jütrichau trotz der Proteste in der Bevölkerung geschlossen. „Sozusagen als Kompensationsmaßnahme wurde uns der höchste Fördersatz für die Schnittstelle Zerbst zugesagt“, blickte der Rathauschef zurück. Die ersten Gelder zur Modernisierung des Bahnhofsumfeldes flossen in die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, wo 53 Parkplätze neu geschaffen sowie drei Bushaltestellen und zwei Buswartestellen neu angelegt wurden. 2016 fand die Einweihung statt.

Erschließung verzögerte sich

Die Erschließung des Geländes südlich der Gleise sollte unmittelbar im Anschluss folgen. Das Vorhaben verschob sich allerdings immer wieder. So verzögerte der sich hinziehende Grundstücksverkauf durch die Deutsche Bahn an die Stadt das Projekt deutlich. Bei der Detailplanung stellte sich heraus, dass bei der Zuwegung für die Tiefenentwässerung ein Kabelschacht der Bahn gekreuzt werden müsste. Die damit verbundenen Auflagen hätten die Kosten allerdings erheblich erhöht. Die Pläne wurden geändert, worauf erneute Abstimmungen notwendig wurden. „Ich weiß jetzt, wie komplex Maßnahmen sind, wenn man auf Bahngelände baut“, bemerkte Dittmann.

In diesem Jahr ging es dann endlich los. Ende Juni fiel mit dem Abbruch der alten, nicht mehr genutzten Gleisanlagen der Startschuss für die knapp 370 000 Euro teure Investition. Das Land Sachsen-Anhalt förderte das Projekt mit rund 325.000 Euro aus dem Schnittstellenprogramm, das von der Nahverkehrsservicegesellschaft Nasa betreut wird.

Abstellmöglichkeit für 50 Fahrräder

Fortan gelangen Zugreisende und Pendler von der Biaser Straße über eine asphaltierte Zuwegung direkt zu Gleis 2, wo sie auf einem der 16 Parkplätze – davon einer behindertengerecht – ihr Auto abstellen können. Daneben ist eine überdachte Abstellmöglichkeit für 50 Fahrräder entstanden.

„Die Erschließung der Bahnhofsrückseite erleichtert den Zugang zur Eisenbahn und erhöht die Attraktivität des Nahverkehrs“, erklärte Thomas Webel bei der Einweihung. „Ich wünsche mir, dass der ein oder andere nun überlegt, sein Auto hier stehen zu lassen, um mit dem Zug zu fahren“, bemerkte der Minister. Derzeit nutzen täglich etwa 900 Reisende den Zerbster Bahnhof. Ginge es nach Thomas Webel, würde sich die Anzahl täglich um einen Fahrgast erhöhen.

Lärmschutz als nächste Herausforderung

Doch nicht nur Personenzüge passieren die Schnittstelle, auch der Güterverkehr nimmt stetig zu. Das erlebten die Teilnehmer der offiziellen Übergabe der Park & Ride-Anlage geräuschvoll mit. „Lärmschutz wird sicher die nächste Herausforderung“, erklärte der Bürgermeister. Dies würde die Akzeptanz der Strecke erhöhen.