Deetz l Die Ferienspiele auf dem Jugendbauernhof in Deetz waren in diesen Sommerferien sehr gut nachgefragt. Das bestätigte Mandy Fahle, die in der Einrichtung die Kinder mit betreut hat. Wohl auch wegen der Corona-Pandemie hatten mehr Eltern als in den Vorjahren ihre Kinder zu den einwöchigen Ferienspielen angemeldet.

Auswählen konnten sie dabei zwischen ganz normalen Ferien auf dem Jugendbauernhof und Reiterferien. Das Reiterangebot spricht seit Jahren vor allem Mädchen an. Eine Woche sind sie dabei mit den Pferden viel unterwegs. Zum Ende der Woche gibt es einen großen Reiterausflug. Dabei startet die Gruppe nach dem Frühstück und bricht in die nähere Umgebung auf. Die Kinder reiten aber nicht nur auf den Tieren, sondern kümmern sich auch um die Versorgung und die Pflege der Pferde. Das mache allen immer sehr viel Spaß, weiß Mandy Fahle. Die anderen Kinder erleben derweil das Landleben. Einen Tag haben sie einen Kuhstall besucht. Am Abend ist eine Schatzsuche geplant. Die Freizeit für die Sieben- bis 14-Jährigen ist übersichtlich, bestätigt sie. Langeweile dürfe während der Woche nicht aufkommen. An den warmen Nachmittagen geht es zum Baden in den nahe gelegenen Teich. Dazu bestellt der Jugendbauernhof immer Rettungsschwimmer, die auf die Mädchen und Jungen aufpassen, wenn sie in dem inzwischen sehr warmen Gewässer planschen.

Buchungen rapide eingebrochen

Für den Jugendbauernhof sind die Ferienspiele auch ein Stück weit Normalität. Nach wochenlangem Stillstand sei es gut, wenn wieder Kinderstimmen im Haus zu hören sind, sagt Mandy Fahle. Nach den Ferien kommen noch einige Gruppen in das Haus.

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Doch dann kehrt wahrscheinlich schnell wieder Ruhe ein. Die Buchungen der Schulklassen sind rapide eingebrochen. Die Corona-Pandemie wirkt sich hier dramatisch aus. Viele Klassenlehrer buchen aktuell nicht, weil sie Sorge haben, wenn es erneut zu einem Verbot von Klassenfahrten kommen könnte, dass sie auch auf den Stornierungskosten sitzen bleiben, schildert sie. So bleibt abzuwarten, wie sich die Buchungen in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln. Während der Ferienfreizeiten spürten die Kinder von der Corona-Pandemie nicht viel. Zwar gelten in den Einrichtung ebenso die Abstands- und Hygieneregeln. Dennoch sollen die Kinder vor allem kurzweilige Tage auf dem Bauernhof erleben.

Begegnungen mit Tieren gefallen

Cara aus Dessau-Roßlau ist zum ersten Mal auf dem Bauernhof. Die Elfjährige ist von der Woche begeistert, sagt sie. Mit ihren Eltern habe sie bereits gesprochen, dass sie bald wieder eine Woche in der Einrichtung verbringen wolle, erzählt sie. „Vielleicht klappt das schon in den Herbstferien“, sagt sie und freut sich auf die restlichen Tage auf dem Bauernhof. Begeistert sei sie vor allem von den vielen Tieren, die es in der Einrichtung gebe, erzählt sie weiter. Sie selbst habe kein Tier, weshalb ihr die Begegnungen mit den Tieren so gefallen.

Für die Herbstferien nimmt die Einrichtung in diesen Tagen bereits Anmeldungen entgegen, bestätigt Mandy Fahle. Die ersten Kinder seien bereits angemeldet, sagt sie. Doch noch biete der Hof Platz für weitere Kinder. In den kommenden Wochen wolle sie in der Region noch einmal auf die Ferienfreizeiten hinweisen. Der Bedarf sei sicherlich vorhanden, ist sie sicher.

Junge Leute aus ganz Europa beim Umweltcamp

Eigentlich hätten die Kinder in dieser Woche noch jede Menge junger Erwachsene auf dem Hof erlebt. Seit vielen Jahren ist der Jugendbauernhof im Sommer auch Treffpunkt für junge Leute aus ganz Europa bei einem Umweltcamp. Verschiedene Projekte haben die jungen Leute in den vergangenen Jahren bereits in der Einrichtung verwirklicht. Doch in diesem Jahr fällt die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie leider aus, sagte Einrichtungsleiter Ulrich Weimeister. Er hofft, dass es im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit gibt, dass sich die jungen Leute in dem Schullandheim treffen und ein neues Projekt angehen. Bis dahin hofft er, dass sich die Situation wieder einigermaßen normalisiert und vor allem die Schulklassen wieder in diese Einrichtung kommen. Eine wachsende Nachfrage erlebt das Haus seit Jahren vor allem aus Berlin. Viele Schulen waren schon in Deetz und kommen gern wieder, wenn sie das Landleben kennen lernen wollen. Für die Stadtkinder ist der Jugendbauernhof in der Regel eine völlig neue Erfahrung.