Zerbst l „Das ist eine gefragte Ecke in Zerbst“, sagt Philip Mähler vom Bau- und Liegenschaftsamt. In seine Zuständigkeit fällt die Stadtplanung und damit auch die Bereitstellung potenzieller Flächen zur Errichtung von Einfamilienhäusern. Das Areal nördlich der Marcellstraße kurz vorm Ortsausgang Richtung Bone gehört dazu. Dort am ehemaligen Sportplatz haben sich die Mitglieder des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses vor ihrer jüngsten Sitzung getroffen, um sich mit diesem möglichen Eigenheimstandort genauer zu befassen.

Im Flächennutzungsplan sei das Gebiet bereits als Bauland ausgewiesen. Das sieht Mähler durchaus als Vorteil. Problematisch hingegen sei der mit Schadstoffen belastete Wall rund um den einstigen Bolzplatz. Dessen Entsorgung würde sich auf mehr als 100 000 Euro belaufen. Er bezieht sich dabei auf ein vorab eingeholte Kostenschätzung. „Es wäre jedoch sinnvoll, das Ganze zu entwickeln“, konstatiert Mähler. Er schlägt vor, die Erschließung zunächst direkt entlang der Marcellstraße vorzunehmen und später in die Tiefe zu gehen – zwei weitere Häuserreihen könnten folgen.

Areal soll stückweise entwickelt werden

„Allerdings nur mit einem Bauträger, sprich einem Investor“, merkt Mähler an. „Ich könnte mir vorstellen, in Etappen zu marschieren“, formuliert es Ausschussvorsitzender Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst). Dem Investor sollte von vornherein die Möglichkeit gegeben werden, das Areal Stück für Stück zu entwickeln, bestätigt Mähler. Auch Alfred Schildt (Die Linke) kann da mitgehen. „Wir sollten aber im Hinterkopf behalten, wo es hingehen soll“, warnte Schild mit Blick auf die Lage der Grundstücke und der anzulegenden Zufahrtstraßen.

„Mit dem Bund befinden wir uns wegen der Anschlussflächen im Gespräch“, ergänzt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Für ihn bietet die Erweiterung der Fohlenweidesiedlung zugleich die Chance, die dort bislang unbefestigten Straßen wie die Große Wiese und die Fohlenweide selbst mit in die Planung einzubeziehen. „Sonst machen wir uns völlig zum Gespött“, bemerkt er.

Maroder Zustand steht in der Kritik

Darüber hinaus sieht er die vorzunehmende Erschließung mit der Anbindung der Grundstücke ans zentrale Abwassernetz verbunden, was wiederum Tiefbauarbeiten nach sich ziehen würde. „Damit hätten wir dann ein anderes Argument gegenüber dem Landkreis, was die Sanierung der Marcellstraße angeht“, sagt Dittmann. Deren maroder Zustand wird immer wieder kritisiert und das nicht nur von Anwohnern. Auch Ausschussmitglied Ralf Müller (CDU) macht sich Luft über die schlechte Kreisstraße, auf der sich nach jedem Schauer riesige Pfützen in den Löchern und Senken bilden. Vor 2024 allerdings ist kein grundhafter Ausbau geplant, der auch die noch fehlende Regenentwässerung beinhalten würde.

Doch zurück zu den potenziellen Eigenheimgrundstücken. Einzelne gebe es momentan durchaus noch in der Marcellstraße, blickt Philip Mähler auf die südliche Straßenseite hinüber. Dort haben bis hin zum Ortsausgang von Zerbst längst mehrere Einfamilienhäuser Gestalt angenommen. Von vier Lücken spricht Mähler. „Es tut sich jedoch gar nichts, was den Verkaufswillen der Grundstücksbesitzer angeht“, bemerkt er. Vielleicht ändere sich das mit den Erschließungsbestrebungen der Stadt, hofft das Gremium.