Zerbst l Vor einigen Tagen hat es einen Vor-Ort-Termin in der Magdeburger Straße gegeben. Beteiligt waren das städtische Ordnungsamt, die Polizei und ein Vertreter des Landkreises. Der Grund: Das Parken auf Grün- beziehungsweise unbefestigten Streifen und auf dem Gehweg. Das Treffen der Ordnungshüter blieb natürlich den Anwohnern nicht verborgen und sorgte schnell für Aufsehen und vor allem für Aufregung. Einige Anwohner wandten sich an die Volksstimme, wollen aber namentlich nicht genannt werden.

Nach ihren Informationen soll nun das Parken in der gesamten Magdeburger Straße in Kürze verboten und auch entsprechend mit Bußgeldern geahndet werden. Ausgenommen seien die wenigen Parkbuchten auf beiden Seiten entlang der Bundesstraße. Seit vielen Jahren parken die Anwohner in der Magdeburger Straße wie oben beschrieben vor ihren Grundstücken.

Parkverbot auch in anderen Straßen?

„Bisher wurde dies zumindest toleriert. Nun soll das Parken plötzlich verboten werden“, ärgern sich die Anwohner. Dies treffe sowohl für die untere, als auch für die obere Magdeburger Straße (Netto bis Ortsausgang) zu. Die Anwohner der Magdeburger Straße fragen sich, ob das geplante Parkverbot zukünftig auch in anderen Straßen durchgesetzt, wo sich die Situation ähnlich beziehungsweise genauso darstellt? Als Beispiele nennen sie unter anderem die Friedensallee, die Grüne Straße oder den Feuerberg.

„Grund für den Vor-Ort-Termin war eine Beschwerde eines Anliegers aus der Marktstraße, der die Parksituation in der Magdeburger Straße sowie eine Sichtbehinderung beim Ausfahren aus der Marktstraße auf die Bundesstraße moniert“, bestätigt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella auf Volksstimme-Nachfrage das Treffen. Man sei verpflichtet, Beschwerden von Bürgern nachzugehen.

Sicht wird versperrt

Aber auch die monierte Sichteinschränkung lassen die Anwohner nur bedingt gelten. Es gebe Nebenstraßen in Zerbst, wo beim Auffahren oder Abbiegen die Sicht wesentlich schlechter ist. „Wenn man beispielsweise aus den drei Straßen der beiden Klosterhöfe auf die Breite einbiegen möchte, wird die Sicht sogar durch gebührenpflichtig parkende Fahrzeuge versperrt, massiv versperrt. Ähnlich sieht es aus, wenn man vom Parkplatz Nuthe an der Sparkasse auf die Breite oder aus der Karlstraße, der Ziegelstraße und der Puschkinpromenade auf die Friedrich-Naumann-Straße abbiegen will. Wird hier ebenfalls ein Parkverbot durchgesetzt?“, fragen sich die Bewohner der Magdeburger Straße.

Ein weiteres Problem sei, dass ein Teil der Anwohner in der Magdeburger Straße weder über Toreinfahrten verfügt, noch haben sie die Möglichkeit, von hinten an ihre Grundstücke zu gelangen. „Wo sollen wir zukünftig unsere Fahrzeuge abstellen, auf den Parkplätzen der Supermärkte ist dies ja nicht mehr möglich“, so eine Anwohnerin.

Noch keine Lösung in Sicht

Kerstin Gudella kann die Aufregung gut verstehen, versucht aber, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. „Eine endgültige Lösung für das Problem gibt es noch nicht. Meine Mitarbeiter gehen auch nicht gleich morgen los und verteilen Knöllchen mit der Gießkanne“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. Sie plane einen weiteren Vor-Ort-Termin mit den involvierten Ämtern und Behörden. „Eine Möglichkeit ist, die unbefestigten Streifen so zu ertüchtigen, also zu befestigen, dass dort weiter geparkt werden kann. Es würden dann auch entsprechende Park-Schilder aufgestellt“, erläutert Gudella. Diese Variante solle bei dem nächsten Termin vor Ort geprüft werden.

Was allerdings verboten ist und auch bleibt, sei das Parken auf dem Gehweg. „Dies werden wir bei Verstößen auch ahnden“, sagt Gudella. Ansonsten wolle man die Anwohner bei der Lösung des Problems mitnehmen und nicht vor vollendete Tatsachen stellen, so die Botschaft der Ordnungsamtsleiterin. „Wir werden die Anlieger in der Magdeburger Straße natürlich über all unsere Schritte und Entscheidungen informieren“, betont Kerstin Gudella.

Entscheidung steht aus

„Da innerhalb der Stadtverwaltung noch keine genau definierte Entscheidung zur Parksituation in der Magdeburger Straße getroffen wurde, kann ich dazu noch nicht Stellung nehmen“, schreibt Mathias Hübener vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld auf Nachfrage. Hübener war ebenfalls bei dem Treffen anwesend. Mithin müsse diese Entscheidung der Stadt Zerbst erst noch getroffen und genau definiert werden. „Erst dann erfolgt die Anhörung der Polizei zum Vollzug der StVO (Straßenverkehrsordnung, d. Red.)“, so Hübener.