Zerbst l Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gibt es jetzt den ersten bestätigten Corona-Fall – zusätzlich zu dem Arzt am Zerbster Krankenhaus, der aber an seinem Wohnort in Sachsen getestet worden war.

„Ein 31-jähriger Mann aus Bitterfeld-Wolfen wurde positiv auf das Virus getestet. Dem Mann geht es gut, er hat derzeit keine größeren Symptome“, teilte Landkreissprecher Udo Pawelczyk am Mittwochabend mit. Die Ansteckungsquelle sei derzeit nicht bekannt. Der Mann habe sich in keinem Risikogebiet aufgehalten und habe keinen bewussten Kontakt zu einer infizierten Person gehabt.

Verlegung in andere Kliniken nur in Notfällen

„Das Gesundheitsamt des Landkreises hat häusliche Quarantäne verfügt. Derzeit werden nähere Kontaktpersonen ermittelt“, so Pawelczyk. Außerdem habe der Landkreis bis auf Widerruf einen Verlegungs-, Aufnahme- und Besucherstopp für die Helios Klinik Zerbst verfügt. „Dies gilt vorerst bis zum 20. März“, teilt der Landkreissprecher weiter mit. Hintergrund ist die Corona-Infektion eines Klinikarztes, der in Sachsen lebt. Er hatte sich in Südtirol infiziert und nach seinem Urlaub noch mehrere Tage im Zerbster Krankenhaus gearbeitet.

„Demnach darf die Klinik weiterhin keine neuen Patienten aufnehmen. Das gilt sowohl für die Notfallambulanz als auch für geplante Patientenaufnahmen. Zudem dürfen aufgenommene Patienten ohne dringliche ärztliche Notwendigkeit nicht in andere Kliniken verlegt werden. Auch der Besucherverkehr wurde weiterhin untersagt“, so Pawelczyk weiter.

Für das Personal der Klinik gelte: Die Kontaktpersonen der Kategorie eins (enger Kontakt zum bestätigten Fall) würden mehrfach abgestrichen und getestet. „Bislang wurden mehr als 100 Tests durchgeführt, die allesamt negativ waren. Zudem tragen alle Mitarbeiter der Kategorie I und II (kein enger Kontakt zum bestätigten Fall) bei nahem Patientenkontakt einen Mund-Nasen-Schutz“, betonte der Landkreissprecher.

Alle Tests bislang Corona negativ

Für Patienten gelte: „Kontaktpersonen der Kategorie 1 werden in der Klinik isoliert. Bei Entlassung ist das Gesundheitsamt zu informieren“, so Pawelczyk. Dies seien insgesamt fünf Betroffene. Deren Tests seien Stand Mittwoch 17 Uhr ebenfalls bislang alle negativ gewesen. „Das anliegende Medizinische Versorgungszentrum bleibt aufgrund der räumlichen und personellen Trennung von dieser Verfügung unberührt“, teilte der Landkreissprecher weiter mit.

Der stellvertretende Landrat Bernhard Böddeker unterstrich gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, dass es tatsächlich keinen Besucherverkehr in der Zerbster Helios-Klinik gebe, worüber auf der Pressekonferenz zum Corona-Fall in der Zerbster Klinik am Montag noch Unsicherheit herrschte. Da das Krankenhaus nicht geschlossen ist, sei es immer noch möglich, als potenzieller Patient zur Aufnahme zu gehen. Dort bekomme man Auskunft darüber, welches andere Krankenhaus man zu einer angestrebten Behandlung aufsuchen könne – „aber eben nur eine Auskunft, keine Aufnahme“. Wenn jemand, der die Zusammenhänge nicht kennt, so etwas beobachtet, kann er zu einem schiefen Bild kommen“, so Böddeker.