Zerbst l „Wir sind vorbereitet“, sagt Veronika Schimmel. Sie leitet das Zerbster Gymnasium, wo zumindest für die zwölften Klassen heute wieder ein Stück mehr Normalität einkehrt. Seit Mitte März mussten sie aufgrund der Corona bedingten Schulschließungen wie alle Schüler in Sachsen-Anhalt zu Hause bleiben. Gelernt wurde seither am heimischen Schreibtisch. Die von den Lehrern zusammengestellten Aufgaben und Arbeitsaufträge erhielten die Jugendlichen über eine Online-Plattform, telefonisch konnten sie Nachfragen stellen.

Nun werden die 56 Zwölftklässler wieder direkt im Francisceum unterrichtet und zwar in ihren schriftlichen Prüfungsfächern. Auch die letzten Vorklausuren, die Voraussetzung für die Zulassung zu den Abiturprüfungen sind, finden statt. Die ersten Klausuren wurden bereits in der vergangenen Woche geschrieben. Als „diszipliniert und vorbildlich“ beschreibt Veronika Schimmel das Verhalten der Schüler, weshalb sie sich keine Sorgen um den heutigen Unterrichtsstart macht.

Schüler auf mehrere Räume verteilt

Dieser unterscheidet sich natürlich vom regulären Schulbetrieb. Immerhin sind gewisse Auflagen zu erfüllen, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu minimieren. So ist wie derzeit überall untereinander ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Um dies zu gewährleisten werden die Zwölftklässler entsprechend der belegten Kurse auf verschiedene Unterrichtsräume aufgeteilt.

„Darüber hinaus erwarten wir, dass die Schüler mit Mundschutz kommen“, nennt Veronika Schimmel eine weitere interne Festlegung. „Da waren wir schneller als die Landesregierung“, bemerkt die Schulleiterin hinsichtlich der Masken-Pflicht, die ab heute in ganz Sachsen-Anhalt beim Einkaufen sowie Fahren mit Bus und Bahn gilt.

Maskenschutz draußen aufbehalten

In den Räumen dürfen die Zwölftklässler den Mund-Nasen-Schutz dann abnehmen, sonst sollen sie ihn tragen. Denn niemand könne gewährleisten, dass sich die Jugendlichen – beispielsweise beim Unterhalten auf dem Schulhof – nicht doch zu nahe kommen. „Ich kann mich ja nicht bei jedem dazwischen stellen“, begründet Veronika Schimmel die Präventionsmaßnahme.

Zu diesen gehört ebenfalls die verschärfte Hygiene im Schulgebäude. Zusätzlich zur normalen Reinigung „wird jeden Früh noch extra desinfiziert“, erzählt die Leiterin des Gymnasiums.

Mottowoche und letzter Schultag fallen aus

Sie bedauert durchaus, dass die Zwölftklässler in diesem Jahr weder die traditionelle Mottowoche, noch den letzten Schultag begehen können. Zugleich gewinnt Veronika Schimmel der aktuellen Situation etwas Positives ab: „So lange und intensiv konnte sich in den letzten 30 Jahren noch kein Abitur-Jahrgang auf die Prüfungen vorbereiten.“ Die Abi-Prüfungen sollen dann am 4. Mai beginnen.

In der Sekundarschule Ciervisti begann bereits gestern das bunte Treiben. 15 Hauptschüler haben sich bei einer Infoveranstaltung über den qualifizierten Abschluss informiert, der ihnen ermöglicht, in die zehnte Klasse zu kommen. Sie werden parallel mit 60 Zehntklässern ab heute an der Schule auf die Abschlussprüfungen vorbereitet.

Prüfungsvorbereitung an Sekundarschule

Um den Mindestabstand und die Corona-Auflagen einzuhalten, werden die Schüler der 10. Klassen in ihre Bereiche Hauswirtschaft und Technik unterteilt. „Wir haben dann ungefähr elf Schüler pro Klassenraum“, erzählt Schulleiterin Kirsten von Mandel. Zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen stehen den Schülern und Lehrern Waschmöglichkeiten und Handtücher zur Verfügung. Desinfektionsmittel soll, sobald es der Schule zur Verfügung gestellt werden, auch angeboten werden. „Unsere Schüler dürfen zudem Mundschutz tragen, sind dazu aber nicht verpflichtet. Zudem werden wir sie über die zusätzlichen Hygienemaßnahmen belehren“, so Kirsten von Mandel.

Um die Schüler zu schützen, sind vorerst auch keine Hofpausen eingeplant. „Wir nutzen die größten Räume, die uns zur Verfügung stehen und lüften regelmäßig“, sagt Schulleiterin Kirsten von Mandel.

Aufgaben von Zuhause werden geprüft

Der Unterricht wird in Blöcken bis 12.30 Uhr durchgeführt. Dabei liegt der Fokus auf den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathe. Die Schüler sollen so intensiv auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet werden. Die Prüfungen finden dann jeweils am 11. (Deutsch), 13. (Englisch) und 15. Mai (Mathe) statt.

Während der vergangenen vier Wochen haben die Schüler Zuhause Aufgaben erledigt, die sie nun den entsprechenden Lehrern vorlegen müssen. „Wir hatten dafür verschiedene Körbe auf dem Schulhof aufgestellt, in welche die Schüler dann ihre fertigen Hausaufgaben legen konnten“, so von Mandel.

Traditionell gibt es in der Sekundarschule Ciervisti zum Ende der Schulzeit der zehnten Klassen immer eine Mottowoche. Deren Planung stünde aber erst einmal hinten an. „Der letzte Schultag und die Mottowoche sind zurzeit glaube ich eher unser kleinstes Problem würde ich sagen“, so Kirsten von Mandel. Die Schüler würden sich ihrer Meinung nach auch lieber in Ruhe auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. „Für die Mottowoche fehlen auch die Mitschüler, die an dem bunten Programm teilnehmen würden“, denkt die Schulleiterin.

Abschlussfeier in der Schwebe

Auch die Durchführung der Abschlussfeier stünde noch in den Sternen. Diese sollte in der Zerbster Friesenhalle stattfinden, erstmals getrennt von der Zeugnisübergabe. Dafür müssten sich aber erst die Kontaktbeschränkungen ändern.

Ab dem 4. Mai soll übrigens die Beschulung auf abschlussrelevante Jahrgänge des kommenden Schuljahres ausgeweitet werden.