Zerbst l „Der Bedarf wäre da gewesen, aber alle Eltern haben sich anderweitig gekümmert“, sagte die Leiterin der Dobritzer Grundschule „Vorfläming“, Kerstin Tzanis. So mussten in dieser Woche gar keine Kinder notbetreut werden in Dobritz. An alle Schüler wurden Aufgaben verteilt, die sie zu Hause erledigen sollen.

Das geschah per E-Mail oder über die WhatsApp-Gruppen der Eltern. Als es am Mittwoch mit den E-Mails nicht klappte, war die Elternratsvorsitzende gefragt, die dann an die Elternvertreter weitergeleitet hat. Schon am Freitag, als sich die Schulschließungen abzeichneten, waren die Kinder angehalten gewesen, alles Material mit nach Hause zu nehmen.

Aussortieren und Home-Office

Gemeinsam mit den Kollegen wurden die Tage ohne die Kinder außerdem genutzt, um Lernmaterial auszusortieren und auszumisten. Gestern war dann Home Office für die Kolleginnen angesagt, und die Schulleiterin hält alleine die Stellung. Da sind Meldungen zu machen und alle neuen Anordnungen zu lesen und entsprechend zu handeln. „Man schafft eine Menge, was man sonst nicht erledigen kann“, so Kerstin Tzanis.

Die Schule zu besetzen, will man sich dann auch abwechseln in dem vierköpfigen Team. „Nächsten Mittwoch gibt es neue Aufgaben für die Kinder“, so die Schulleiterin, da werden dann auch alle Kollegen wieder in der Schule sein. „Alles läuft“, kann die Schulleiterin soweit sagen.

Hausaufgaben werden kontrolliert

Wenn alles vorbei ist, will man in Dobritz stichprobenweise kontrollieren, ob die Kinder ihre Aufgaben erledigt haben. Auch dass die Schüler das Bildungsfernsehen der ARD nutzen sollen, darüber wurden sie alle informiert.

Auch in Steutz war diese Woche keine Notfallbetreuung von Kindern notwendig, ließ Schulleiterin Anke Lenke wissen. Die Kollegen waren die ersten Tage ebenfalls alle vor Ort. Eine Dienstberatung wurde abgehalten. Man beschäftigte sich mit der Schulbuchbestellung, und mit den Vorbereitungen für die nächsten Zeugnisse und auch schon mit dem neuen Schuljahr. Selbstverständlich wurden einige Aufräumarbeiten vorgenommen. Nun hielt die Schulleiterin die Stellung und nach Absprache werden die Kolleginnen in den nächsten Tagen im Haus sein.

Unterstützung durch die Eltern

Für die Steutzer Grundschüler gab es Aufgabenpläne für die ganze Zeit. Die Eltern konnten die Aufgaben abholen. Da nahm einer für den anderen mit, das klappte super. „Wir haben tolle Eltern, die uns auch unterstützen“, so Anke Lenke. Die Aufgaben für zu Hause können die Kinder selbständig bearbeiten, denn die meisten sind Anwendungs- und Festigungsaufgaben.

Auch Kinderbücher sind zu lesen und Arbeitsblätter dazu auszufüllen. Nur in Klasse 1 sind die Eltern angehalten, mit den Kindern schon mal mit den nächsten Buchstaben anzufangen, sonst wird der Rückstand zu groß. Bis zu den Osterferien dürfte diese Vorgehensweise kein Problem sein, denkt Anke Lenke, aber „wir würden uns schon wünschen, dass es nach Ostern weiter geht.“

Bedarf ist ganz unterschiedlich

Null Kinder besuchten in dieser Woche die Walternienburger Grundschule „An der Nuthe“. Nur für zwei bestand Betreuungsbedarf, den der Hort übernommen hat, informierte Schulleiterin Birka Heinsdorf. Das Lehrerkollektiv war derweil vollzählig in der Schule. Am Montag und Dienstag kamen die Eltern in die Schule, um die Aufgaben für die Kinder abzuholen. Da hatten sich die Lehrer im Vorfeld zusammengesetzt und abgestimmt. So konnten auch individuell Aufgaben an die Kinder verteilt werden, je nach Leistungsstand und Förderbedarf. „Wer seine Aufgaben fertig hat, kann sich neue holen“, so die Schulleiterin. Das Team nutzt die freiegewordene Zeit beispielsweise, um den Lehrmittelraum auf Vordermann zu bringen. „Wir machen die Schule flott“, so Birka Heinsdorf. Und natürlich ist man im Haus, falls doch noch ein Kind kommt.

Kinderlos war die Lindauer Grundschule in dieser Woche nicht. Ganz unterschiedlich der Bedarf an den einzelnen Tagen. Mal fünf, mal drei, mal vier, gestern nur ein Kind. Manche Eltern stehen auf Abruf, weiß Schulleiterin Martina Schub. „Wir versuchen einen strukturierten Tagesablauf mit den Kindern zu gestalten“, sagte sie. Da wird gelernt bis zum Frühstück, danach gespielt, wieder gelernt und dann folgen Beschäftigungen, da wird gebastelt.

Aufgabenn per Klassenchat weitergeleitet

Am Montag waren die Aufgaben für die Klassen zusammengestellt worden. Die Eltern kamen zum Abholen oder per Klassenchat wurden sie weitergeleitet. Dass die Aufgaben auch kontrolliert werden, davon können die Lindauer Grundschüler ausgehen. „Wir werden schon gucken, was die Kinder gemacht haben“, kündigte Martina Schub an. Bei weiterführenden Aufgaben werde man dann auch merken, ob sich die Schüler damit beschäftigt haben.

Was sich in der 4. Klasse anbot, ist eine Buchvorstellung vorzubereiten. Auch die Drittklässler sollen ein Kinderbuch lesen und Aufgaben dazu bearbeiten. Während die Erst- bis Drittklässler schon für drei Wochen ausgestattet sind, gibt es für die Großen am Montag noch einmal mehr neues Material für die Schulaufgaben daheim.

Schulleiterin übernimmt auch Notbetreuung

Mit zwei Kolleginnen, die selbst kleine Kinder zu Hause haben, ist das Team in Lindau geschrumpft, man wechselt sich ab. Geht die pädagogische Mitarbeiterin nach Hause, übernimmt die Schulleiterin auch selbst die Notbetreuung.

Die Aufregung mit der neuen Situation war den Kindern am Anfang der Woche doch anzumerken, so Martina Schub, die auch sonst noch genug zu tun hat, wenn sie in der fast leeren Schule ist. Vor allem sind es die neuen Meldungen, die stets und ständig einträfen und die gelesen werden müssten. „Da hat man dann schon ein mulmiges Gefühl im Magen.“