Zerbst l Ein schmucker Ofen im Rokokostil ziert fortan das zweite fürstliche Vorzimmer im erhaltenen Ostflügel der einstigen Zerbster Barockresidenz. Bereits im Juni 2015 entstand die Idee für das Rekonstruktionsvorhaben. Auslöser war der Fund von zwei Ofenplatten aus dem Jahr 1747, die ursprünglich ihren Platz im Appartement der Eltern von Prinzessin Sophie Auguste Friederike, der späteren russischen Zarin Katharina II., hatten. Davon zeugen die Initialen auf einer der gusseisernen Platten, weist der Vorsitzende des Schlossfördervereins, Dirk Herrmann, auf die ineinander verschlungenen Buchstaben „CA“ für Christian August und „JE“ für Johanna Elisabeth hin.

 „In den zwanziger Jahren sind die beiden Platten im Abflussschacht im Keller verbaut worden“, erzählt er von ihrer Wiederentdeckung bei der Herrichtung der Schlossküche. Im VHS-Bildungswerk wurde der Fund vom Rost befreit, von der Firma Partheil nachgearbeitet. Unterdessen sah Dirk Herrmann bereits wieder einen vollständigen Ofen vor sich, berichtet er, wie er den Vereinsvorstand mit einem Entwurf „beglückte“. Gemeinsam wurde überlegt, ob sich das Vorhaben umsetzen lässt oder nicht. Sie seien schnell zu der Entscheidung gelangt, nicht nur die Platten zu präsentieren, sondern den Ofen plastisch darzustellen, schildert Jürgen Graßhoff.

Zuschuss für das Projekt

Vom Wirtschaftsförderungsamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld gab es einen Zuschuss für das Projekt, die benötigte Restsumme wurde über Spenden finanziert. So nahm der Rokokoofen nach historischem Vorbild Gestalt an. Die Firma Keck fertigte die vier Sandsteinfüße an, auf denen der Eisenkasten nun steht. Den Aufsatz, der im Original weiß lasiert und aus Keramik war, verwirklichte die Firma Graßhoff. Vor allem die Schnitzarbeiten für die Ornamente seien zeitaufwendig gewesen, ist Jürgen Graßhoff stolz auf das Ergebnis.