Köthen/Zerbst l Fahrräder sind für viele Personen längst nicht mehr nur Nutzgegenstände, um eine Strecke von A nach B zurückzulegen. Sie sind darüber hinaus Erbstücke, Statussymbole, Ausdruck des Lebensstils, durchgestylt und zum Teil technisch hoch modern. Das macht es umso ärgerlicher, wenn eines der geliebten Stücke gestohlen wird.

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wurden 2018 insgesamt 600 Fahrräder gestohlen, rund 50 mehr als 2017, das geht aus der jährlichen Kriminalstatistik des zuständigen Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld in Köthen hervor. Für das Jahr 2019 liegen die Zahlen noch nicht vor, dürften sich aber in einem ähnlichen Bereich bewegen.

Nie ohne Aufsicht stehen lassen

Die Polizei möchte daher aktuell auf Folgendes hinweisen: „Die Fahrräder sollten nie unbeaufsichtigt abgestellt werden, wenn sie nicht besonders gegen Diebstahl gesichert sind, das gilt auch für abnehmbare Teile wie Akkus“, so Polizeisprecher Daniel Eckert in einer Pressemitteilung.

Zur angemessenen Sicherung des Fahrrades könnten sich Nutzer auch im entsprechenden Fachgeschäft beraten lassen. Die Sicherung des Fahrrades sollte dem Wert des Fahrrades entsprechen – eine gute Sicherung verringert die Gefahr eines Diebstahls. Das Anschließen der Räder am Rahmen reiche niemals aus, so Eckert.

Unterlagen vom Fahrrad behalten

„Die Unterlagen zum Fahrrad, wie beispielsweise Eigentumsnachweise, Rechnungen oder Kaufverträge sollten unbedingt aufbewahrt werden. Die Identifikationsnummern wie Rahmennummer sollten notiert werden. Fotos seien ebenfalls bei einem möglichen Diebstahl hilfreich“, erläutert Eckert.

Zur Dokumentation der Fahrraddaten könne beispielsweise auch die kostenfreie App – „Fahrradpass“, herausgegeben durch die Polizeiliche Kriminalprävention – genutzt werden. Die Daten könnten auch auf andere Weise notiert werden. Wenn es zum Diebstahl kommt, seien alle Daten zum Fahrrad bereit.

Fahndung durch Rahmennummer

„Die zweifelsfreie Zuordnung des Fahrrades zu einem Besitzer, beispielsweise über die Rahmennummer, ist für eine erfolgreiche Fahndung unerlässlich und macht im Fall einer Kontrolle den Unterschied. Praktisch sieht das folgendermaßen aus. Der Geschädigte meldet ein Fahrrad als gestohlen und gibt die Rahmennummer an. Diese Nummer wird in Fahndungssystemen eingestellt. Während einer Kontrolle wird ein Fahrradfahrer – egal an welchem Ort in Deutschland – kontrolliert. Das Fahrrad wird überprüft und die Fahndungssysteme melden, dass dieses Fahrrad gestohlen ist. So haben Bestohlene eine gute Chance, ihr Rad wieder zu bekommen“, erklärt Polizeisprecher Daniel Eckert.

Im Falle eines Diebstahls seien die Daten zum Fahrrad das Wesentlichste für die Ermittlungsbehörden. „Fahrradbesitzer sollten daher alle entsprechenden Belege und Eigentumsnachweise aufbewahren. Autobesitzer würden auch niemals auf die Idee kommen, den Kaufvertrag und Fahrzeugbrief ihres Pkw zu entsorgen“, so der Polizeisprecher abschließend.