Zerbst l Die Polizei-Pressesprecherin Anja Grob vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld ist erstaunt. „So etwas ist in all meinen Dienstjahren noch nicht vorgekommen“, sagt sie der Volksstimme als Reaktion auf die zwei Aufbrüche von Briefkästen am ersten Weihnachtsfeiertag.

Der erste Aufbruch passierte am Sonntagmorgen gegen 8.40 Uhr in der Zerbster Fritz-Brandt-Straße. Unbekannte Täter öffneten laut Aussage der Polizei gewaltsam einen Säulenbriefkasten, welcher vor der dortigen Postbank-Filiale steht. Die Briefsammeltasche nahmen die Täter aus dem aufgebrochenen Briefkasten mit, informiert die Polizei weiter. Wie viele Postsendungen tatsächlich gestohlen wurden – dazu können noch keine weiteren Angaben gemacht werden.

Nur eine halbe Stunde später folgte der nächste Vorfall: Um 9.10 Uhr passierte ein ähnlicher Aufbruch – dieses Mal vor dem E-Center in Zerbst. Hier wurde ein Briefkasten der Biber-Post aufgebrochen und ebenfalls die Briefsammeltasche mitgenommen. Ob es sich um den- oder dieselben Täter handelt, kann die Polizei noch nicht sagen.

Nachverfolgung unmöglich

Kunden, die vermuten, dass sich Post von ihnen in einem der Briefkästen befand, müssen sich mehr oder weniger damit abfinden. Denn, so meint Markus Wohsmann von der Pressestelle der Deutschen Post auf Anfrage der Volksstimme: „Die Deutsche Post befördert jeden Tag rund 61 Millionen Briefe und Postkarten. Eine Nachverfolgung des Versandes ist bereits aufgrund dieser Menge unmöglich, es sei denn, es handelt sich um ein Einschreiben. Unser Unternehmen kann auch nicht wissen, welche Sendungen sich in den von Ihnen beschriebenen Fällen in den Briefkästen befanden. Wir können betroffenen Kunden nur raten, bei einem Verdacht nach einigen Werktagen den Empfänger zu kontaktieren und nachzufragen, ob die Sendung eingetroffen ist.“ Für wertvollere Sendungen empfiehlt der Pressesprecher deshalb, diese zu versichern. „Dafür empfiehlt sich der Wertbrief“, klärt er auf. Bei einem solchen Brief ist der Inhalt bis 500 Euro versichert.

Vor der Deutschen Postbank-Filiale wurde der Briefkasten am Dienstagmorgen zunächst abgebaut. „Wann ein neuer aufgestellt wird, liegt nicht in meinem Ermessen“, meint Postbank-Filialleiterin Ute Borchers.

Sendungen verloren

Auch Kunden der Biber-Post müssen davon ausgehen, dass Sendungen verloren gegangen sind. „Alles, was nach Freitagmittag eingeworfen wurde, haben die Täter höchstwahrscheinlich mitgenommen“, bedauert die Vertriebsinspektorin des Dienstleistungszentrums Zerbst, Ellen Scheibner.

Der Postkasten der Biber-Post steht jetzt im Zerbster E-Center hinter der Scheibe, klärt Scheibner weiter auf. Wenn Verdacht auf den Verlust einer Sendung besteht, können Kunden sich unter der Telefonnummer 03923/6 12 91 59 melden.