Großeinsatz der Feuerwehren

Einsatzkräfte aus Zerbst, dem Jerichower Land und Aken kämpfen an drei Feuerfronten gleichzeitig

Ein Werkstatt- und zwei Feldbrände halten am Sonnabend zur selben Zeit mehr als 150 Einsatzkräfte in Atem. Dazu kommen Windböen, die die Flammen immer weiter treiben, bis zu einem Waldstück.

Von Thomas Kirchner
Bei dem Feldbrand nahe Kerchau waren zeitweise 50 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt, bei allen drei Bränden waren es insgesamt 150.
Bei dem Feldbrand nahe Kerchau waren zeitweise 50 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt, bei allen drei Bränden waren es insgesamt 150. Foto: Daniel Mielchen

Deetz/Kerchau/Lindau - „Das Einsatzgeschehen am Sonnabend hat uns alles abverlangt“, sagt Denis Barycza am Abend nach dem Einsatz. Der Stadtwehrleiter, seine Stellvertreter Denis Hofmann und Sven Klarenbach kämpften mit mehr als 150 Kameradinnen und Kameraden an drei Feuerfronten gleichzeitig.

„Die Einheitsgemeinde Zerbst hat 19 Ortsfeuerwehren an 27 Standorten, davon waren nur ganz wenige nicht alarmiert worden, auch um einen gewissen Grundschutz sicherzustellen, falls es weitere Alarmierungen geben sollte. Dazu kamen Einsatzkräfte aus dem Jerichower Land und ein Großtanklöschfahrzeug der Akener Feuerwehr, die außerdem noch von Landwirten unterstützt wurden“, schildert Denis Barycza.

Angefangen habe alles mit einem gemeldeten Kleinbrand in Deetz, der sich beim Eintreffen der Feuerwehr als Großbrand entpuppte. Betroffen waren insgesamt drei Grundstücke in der Zerbster Straße, auf denen mehrere Holzstapel, Schuppen und eine Werkstatt brannten. „Dann ging alles Schlag auf Schlag, gegen 14.50 Uhr eine Meldung von einem Feldbrand zwischen Deetz und Rosian und nur etwa 30 Minuten später wurde ein weiterer Feldbrand nahe Kerchau gemeldet“, sagt Barycza. Der Stadtwehrleiter, gerade aus dem Urlaub zurück, machte sich auf den Weg.

Stadtwehrleitung stimmt sich über Funk und Telefon ab

Über Funk und Telefon stimmten sich Barycza, Hofmann und Klarenbach ab, wer zu welcher Einsatzstelle fährt, sich dort einen Überblick verschafft und die weitere Koordination der Einsätze übernimmt. „Den Kontakt zur Leitstelle hat Philipp Koch gehalten, den ich auf dem Weg zur Einsatzstelle noch aufgesammelt habe“, Barycza.

„Ein großes Problem war der relativ starke Wind, der die Flammen auf den offenen Feldern immer wieder anfachte und weiter vorantrieb“, schildert Barycza. Bei dem Feldbrand zwischen Deetz und Rosian griff das Feuer dann auch auf ein benachbartes Waldstück über. Einsatzleiter hier war Denis Hofmann. Betroffen waren etwa 85 Hektar Stoppelfeld mit Strohballen und zirka fünf Hektar Wald.

„Zeitweise kämpften allein an dieser Einsatzstelle 125 Kameraden gegen die Flammen, die durch den starken Wind immer weiter vorangetrieben wurden“, erklärt Denis Hofmann. Schließlich habe das Feuer, durch den Wind angetrieben, auf ein angrenzendes Waldstück übergegriffen.

Schwierige Zuwegung zu den Einsatzstellen

Ein weiteres Problem sei die schwierige Zuwegung gewesen. „Wir mussten teilweise ziemlich weite Wege zurücklegen, um die gesamte Brandfläche im Blick zu behalten“, schildert Hofmann. Auch die Koordination der Einsatzkräfte an den drei Brandorten sei eine Herausforderung gewesen. „Wo werden noch Kameraden zur Unterstützung gebraucht und von welcher Einsatzstelle können wir bereits Leute abziehen, das waren die Fragen, die sich immer wieder stellten“, so Einsatzleiter.

Hofmann: „Über eine ziemlich nette Geste haben wir uns besonders gefreut, als plötzlich Tobias Kuhle ganz von sich aus bei uns auftauchte und die Einsatzkräfte mit Trinkwasser versorgte – dafür kann ich mich nur ganz herzlich bedanken.“ Ein solcher Dank gehe auch an die Landwirte, die sofort zur Stelle waren und die Feuerwehren mit ihrer schweren Technik unterstützten.

Das unterschreibt auch Sven Klarenbach, stellvertretender Stadtwehrleiter und Einsatzleiter nahe Kerchau. „Hier kämpften zeitweise sechs Ortsfeuerwehren mit mehr als 50 Kameraden gegen die Flammen“, schildert Klarenbach. Betroffen waren gut zehn Hektar Feld. Wie an den anderen Einsatzstellen sei auch hier der Wind das größte Problem gewesen.

Eine Person verletzt im Krankenhaus

Zur Brandursache sagen die Einsatzleiter: „In Kerchau ist die Brandursache unklar. Ich kann nur so viel sagen, dass zur Zeit des Ausbruchs keine Technik auf dem Feld war“, erklärt Sven Klarenbach.

Denis Hofmann sagt: „Auch bei dem Feuer zwischen Deetz und Rosian ist die Brandursache unklar. Anders wie in Kerchau wurde allerdings auf diesem Feld gearbeitet.“ Auch bei dem Brand in Deetz sei die Ursache derzeit noch nicht bekannt. Hier sei eine Person verletzt worden. Dabei handele es sich um den Besitzer des Grundstücks, von dem das Feuer ausgegangen war. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach knapp viereinhalb Stunden gegen 19.15 Uhr, hatten die 150 Einsatzkräfte alle drei Brände gelöscht und konnten in ihre Gerätehäuser zurück. „Das war schon eine Hausnummer“, sind sich Barycza, Hofmann und Klarenbach einig.

Großer Dank an alle Beteiligten

Und damit meinen die drei Stadtwehrleiter nicht nur die komplexe Koordination, sondern auch das, was die Frauen und Männer geleistet haben – „nämlich durchaus Außergewöhnliches. Das Zusammenspiel der immerhin 150 eingesetzten Kräfte hat sehr gut funktioniert. Dafür unser Dank, der auch ins Jerichower Land und nach Aken geht“, sind sich Barycza, Hofmann und Klarenbach einig.

Mehrere Holzstapel, Schuppen und eine Werkstatt brannten in Deetz. Betroffen waren insgesamt drei Grundstücke.
Mehrere Holzstapel, Schuppen und eine Werkstatt brannten in Deetz. Betroffen waren insgesamt drei Grundstücke.
Foto: Steven Wilzek
Wie hier zwischen Deetz und Rosian waren auch in Kerchau die Landwirte den Kameraden mit schwerer Technik zu Hilfe geeilt.
Wie hier zwischen Deetz und Rosian waren auch in Kerchau die Landwirte den Kameraden mit schwerer Technik zu Hilfe geeilt.
Foto: Denis Barycza