Zerbst l „Hallo, kleine Leute“, schallt es am Sonnabendvormittag von der Bühne in der Stadthalle. Gemeint sind die heimlichen Stars des Tages: die Abc-Schützen.

Zur Einschulung von 63 Kindern in die Grundschule „An der Stadtmauer“ sind an diesem Tag gefühlt alle gekommen: Mamas, Papas, Omas, Opas, Geschwister, Tanten, Onkel und mehr. Denn nicht nur jeder Sitzplatz ist gefüllt, auch fast jeder Stehplatz. „Die Einschulung ist bei den Familien nach wie vor hoch angesehen, das merkt man an der großen Resonanz. Alle wollen dabei sein – und das ist schön. Es ist schließlich ein großer Schritt. Und so reichen die Sitzplätze selbst in der Stadthalle fast nie aus“, sagt Manuela Aretz. Sie hat als Leiterin der Grundschule „An der Stadtmauer“ zum zweiten Mal die Einschulung miterlebt. „Und es ist immer wieder toll. Die Stadthalle ist für uns der optimale Ort. Es ist feierlich, es haben alle Platz und es ist nicht weit von der Schule entfernt.“

Am Wochenende wurden in drei Klassen 63 Kinder eingeschult, heute sitzen aber in den ersten Klassen insgesamt 75 Kinder. Zwölf Kinder werden in der dreijährigen Schuleingangsphase noch einmal die erste Klasse besuchen.

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Lehrermangel

Heute werden nämlich alle Kinder mit sechs Jahren eingeschult. Das Prinzip, wie zu DDR-Zeiten, dass Eltern entscheiden konnten, das Kind auch erst mit sieben einzuschulen, gilt nicht mehr. Dafür wurde die dreijährige Schuleingangsphase eingeführt, in der die Kinder Zeit haben, die erste und zweite Klasse zu absolvieren. Nur in besonderen Fällen können Anträge beim Schulverwaltungsamt gestellt werden. So sind unter den 75 Kindern auch zwei, die bereits mit fünf Jahren und eins, das mit sieben Jahren eingeschult wurde. Bei der Berichterstattung in den vergangenen Wochen zum Thema Lehrermangel, muss die Frage nach der Unterrichtsabdeckung natürlich erlaubt sein. „Wir haben nicht ganz 100 Prozent“, sagt Manuela Aretz. Möchte aber die Eltern beruhigen: „Wir können alle Klassen in allen Fächern beschulen. Der Unterricht wird stattfinden.“

Da sich die Grundschule „An der Stadtmauer“ aber als integrative Schule versteht, an der auch jedes Kind mit Lernschwäche lernen kann, wartet man noch auf Stundenzuweisungen für einen pädagogische Mitarbeiter und einen Förderlehrer. „Damit wir Förderunterricht auch entsprechend besetzt geben können.“