Investitionsmaßnahme

Enormer Kostenanstieg beim geplanten Ausbau des Zerbster Gartenweges sorgt für Diskussion

Der Gartenweg in Zerbst soll endlich ordentlich befestigt werden. Allerdings wird der geplante Ausbau teurer als gedacht. Da geht nicht jeder Kommunalpolitiker mit.

Von Daniela Apel
Der Gartenweg soll wie derzeit der Kleine Klosterhof grundhaft ausgebaut werden. Die Kosten sind allerdings nicht unerheblich,
Der Gartenweg soll wie derzeit der Kleine Klosterhof grundhaft ausgebaut werden. Die Kosten sind allerdings nicht unerheblich, Foto: Daniela Apel

Zerbst - Im August soll mit dem grundhaften Ausbau des Zerbster Gartenweges begonnen werden. Im Haupt- und Finanzausschuss sorgten jetzt die enormen Mehrkosten für Diskussion. Ursprünglich kalkuliert für die Maßnahme waren 345.000 Euro, die sich allerdings auf rund 595.000 Euro erhöhen.

Zwei Drittel der Kosten werden über das Programm „Stadtumbau Ost“ gefördert. Inzwischen liegt auch der Bewilligungsbescheid über die zusätzlich beantragten Gelder vor. Davon unabhängig steigt auch der kommunale Eigenanteil an, und zwar um knapp 83.000 Euro.

Untergrund ist schadstoffbelastet

Die Hauptursache für die deutliche Verteuerung liegt im Untergrund, und das in doppelter Hinsicht. Zum einen weist der Boden nicht die notwendige Tragfähigkeit auf, weshalb der Einbau einer hydraulisch gebundenen Decke notwendig ist. Zum anderen ist er schadstoffbelastet, wie Bauamtsleiterin Heike Krüger erläuterte. Ob er sogar auf einer Sondermülldeponie entsorgt werden muss, zeige dann erst die Analyse des Aushubs.

„Wo kommen die Fremdstoffe her?“, wollte Bernd Wesenberg (Grüne) wissen. Heike Krüger führte die Grundwasser verunreinigenden Stoffe auf das asphaltähnliche Material zurück, mit dem der Gartenweg zu DDR-Zeiten befestigt wurde. Fast 600.000 Euro für eine Straße von doch untergeordneter Bedeutung auszugeben, erachtete Steffen Grey (FDP) als nicht vertretbar. Dem Bürger könne man das nicht vermitteln, begründete er, warum er mit Nein stimmen werde. Heike Krüger gab zu bedenken, dass der 333 Meter lange Gartenweg – bislang eine löchrige Schotterpiste – zweimal jährlich unterhalten werden muss, was stets mit insgesamt 40.000 Euro zu Buche schlägt.

Stadtrat muss entscheiden

Trotzdem fand auch Mario Rudolf (Freie Fraktion Zerbst), dass der Betrag recht hoch sei, der nun für die Baumaßnahme anfällt. Von einem „extremen Anstieg“ sprach Bernd Wesenberg. „Wo kommt das Deckungsgeld her?“, fragte er. Die Finanzierung des Eigenanteils erfolge über Einnahmen aus dem Ausbau der Karl-Marx-Straße, informierte Heike Krüger. Demnach müssen die an einer solchen Maßnahme beteiligten Medienträger die allgemeinen Kosten mittragen – beispielsweise für die Baustelleneinrichtung. In diesem Fall fließen gut 100.000 Euro in die Stadtkasse, die für den Gartenweg verwendet werden könnten.

Steffen Grey erkundigte sich nach dem Stand der Baumaßnahme. Der weitere Fortgang hänge vom Stadtrat ab, sagte Heike Krüger. Insofern dieser auf seiner Sitzung am 23. Juni die Mehrkosten bewilligt, könne die Ausschreibung starten, so die Amtsleiterin. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte der überplanmäßigen Ausgabe am Ende bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung mehrheitlich zu.