Deetz l „Ein Traum ist wahr geworden, eine Vision hat sich erfüllt“, sagte der Leiter des Deetzer Europa-Jugendbauernhofs, Ulrich Weimeister. Er begrüßte gestern zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, Geldgeber und Unterstützer des Sanierungsprojektes, Planer und Vertreter der beteiligten Firmen, Mitarbeiter und Partner des Hauses zur offiziellen Eröffnung des Jugendzentrums Haus 3.

„Über zwölf Jahre haben wir an der Idee gearbeitet, diese Räume für die Kinder- und Jugendarbeit herzurichten“, erzählte der Objektleiter. Anhand von Bildern ließ er Revue passieren, wie das Nebengebäude aussah und wie es sich im Laufe der Baumaßnahme veränderte. Vom Endzustand konnten sich die Gäste selber überzeugen.

Neue Qualität in Jugendarbeit

Entstanden sind zwei neue Seminarräume - einer 87 und der andere 104 Quadratmeter groß, die mit neuester Technik, einschließlich Beamer, ausgestattet wurden. Sechs Toilettenanlagen entstanden zusätzlich, davon zwei Behindertentoiletten. Drei Abstellräume und eine Wäschekammer gehören dazu. „Wir haben damit eine neue Qualität in der Jugendarbeit erreicht“, freut sich Ulrich Weimeister. Das Jugendzentrum Haus 3 ist einfach toll geworden, waren sich alle einig. Beste Voraussetzungen für eine ganzjährige Nutzung des Objektes wurden geschaffen.

Bilder

Die Nutzung gestaltet sich vielfältig. Auf vier Säulen steht die Einrichtung. Da ist an erster Stelle das Schullandheim mit zwei Häusern und einer Kapazität von 83 Betten. Dann gibt es den Jugendclub mit offener Jugendarbeit. Internationale Jugendarbeit wird hier geleistet, und vierte Säule ist der Bauernhof als landwirtschaftlicher Zweckbetrieb. Keinesfalls könne die Einrichtung auf den Bauernhof reduziert werden, machte Weimeister deutlich.

Mehr lernen als in der Schule

Vor allem eines wird in Deetz getan: den Kindern Wissen vermitteln. Mit vielen Projekten – vom Helfen auf dem Bauernhof, über Rund um die Milch, Woher kommt der Zucker?, Backen im Backofen bis hin zum Besuch der Milchviehanlage – erfahren Schüler den Bezug zur Landwirtschaft – ohne Handy und Playstation. „Ein Tag bei uns wirkt stärker als viele Tage in der Schule“, ist Weimeister überzeugt. An einen Ausflug nach Deetz würden sich die Kinder eher erinnern, als an einen normalen Schultag.

Weimeister wünscht sich, dass der Europa-Jugendbauernhof Deetz in der Außenwahrnehmung richtig gesehen wird, „dass wir klassische und besondere Kinder- und Jugendarbeit machen. Wir sind ein außerschulischer Lernort, das einzige Schullandheim des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit Jugendclub und mit internationalen Workcamps.“ Auch in der Kernstadt wolle man für die Schulen und Kitas Platz zum Lernen und Ausprobieren schaffen. Als Zentrum für Internationale Jugendarbeit stehe der Europa-Jugendbauernhof für Völkerverständigung, Frieden und Demokratie und gegen Fremdenhass.

Gäste aus aller Welt

Alle werden von den neuen Räumlichkeiten im Haus 3 profitieren – die Gäste aus China, Russland, Griechenland, die Kinder auf Klassenfahrten und die Jugendlichen aus dem Dorf bis hin zu Vereinen und Gruppen, die sich einmieten können.

Viel Geld durch Sponsoren

Als Förderer des Projektes ist das Land Sachsen-Anhalt mit den Mitteln, die durch das ALFF ausgereicht wurden mit im Boot. Die Leader-Mittel belaufen sich auf rund 126.000 Euro. Aus Landesmitteln stammen auch 16.000 Euro für die Ausstattung mit Beleuchtung, 72 Stühlen, 14 Tischen und einem Treppenlift für die barrierefreie Nutzung. Dank Lotto-Toto Sachsen-Anhalt konnten 50.000 Euro der nicht förderfähigen Kosten gedeckt werden. 50.000 Euro stammen aus Eigenmitteln.

Weimeister dankte allen Unterstützern und Sponsoren und den Institutionen und Behörden, die alles ermöglicht haben. Er richtete seinen Dank auch dem Planer Heiner Mewes, den beteiligten Baugewerke, aber auch an seine Mitarbeiter, die die „Geburt des Kindes“ mit begleitet haben.

Bauernhof als Begegnungsort

„Gewaltig“, beschreibt Margit Weimeister, Gründerin des Jugendbauernhofes, was hier geschaffen wurde. Sie ist stolz auf ihren Sohn, dass er mit Ausdauer und Durchhaltevermögen das Projekt umgesetzt hat. „Schön, dass diese Räumlichkeiten geschaffen wurden“, zeigte sich auch der Deetzer Ortsbürgermeister Tobias Böttcher begeistert und sieht darin eine Investition in die Zukunft und für den Erhalt des Objektes. „Für den Ort ist der Jugendbauernhof wichtig“, so Böttcher. Wo andere ihre Burg haben, hat Deetz den Bauernhof als Begegnungszentrum. Der Ortsbürgermeister hofft, dass die Bürger das auch in Anspruch nehmen werden.

Der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann fand es gut, dass bei der Eröffnung auch die verschiedenen Ausbaustufen gezeigt wurden. Schwer vorstellbar, wie es einmal ausgesehen hat. Gerne nutzte er die Gelegenheit, sich selber ein Bild zu machen. „Die Räume sind einfach toll geworden“, sagte er. Deetz sei ein außergewöhnlicher Lernort, bestätigte er. Die Einrichtung habe ganz klar etwas zu bieten mit den neuen Räumlichkeiten.