Zerbst l Barocke Kompositionen inmitten eines Flugzeughangars, modern interpretiert von einer Zerbster Band – das ist bei der 15. Auflage der Fasch-Festtage zu erleben. Das Konzert von The Artcores ist ein Experiment, mit dem die Jugend mit Johann Friedrich Fasch (1688-1758) vertraut gemacht werden soll. Denn das Musikfestival, mit dem das Wirken des Barockkomponisten und langjährigen Zerbster Hofkapellmeisters gewürdigt werden soll, richtet sich längst nicht nur an ein Fachpublikum.

Ein Programm für alle

„Wir wollen alle erreichen“, sagt Bürgermeister Andreas Dittmann mit Blick auf das vielfältige Programm. Das wartet gleich zu Beginn mit den schon traditionellen Schülerkonzerten auf, die weit mehr sind als reine Konzerte. Die Theatergruppe des Francisceums wird wieder eine Szene aus dem Leben der Familie Fasch spielen, während die Show-Tanzgruppe „O‘Blue“ barocke Choreographien aufs Parkett der Stadthalle bringt. Für die passende klangvolle Umrahmung sorgt die Musikschule „Fasch“, wie Dr. Inge Werner ausführt.

Sie ist Geschäftsführerin der Internationalen Fasch-Gesellschaft, die die Fasch-Festtage in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst ausrichtet. Neuerungen gehören bei jeder Auflage des alle zwei Jahre stattfindenden Kulturereignisses dazu. Erstmals bildet das Foyer der Kreissparkasse die Kulisse für den musikalischen Auftakt der wissenschaftlichen Konferenz mit Teilnehmern unter anderem aus Kanada, Russland und Großbritannien.

Malerei trifft Musik

Dort kann der Geigerin Anne Schumann gelauscht werden. „Sie ist in Zerbst keine Unbekannte“, erklärt Inge Werner. Mit verschiedenen Ensembles habe sie bereits in der Stadt gastiert. Nun kehrt Anne Schumann als Trägerin des Fasch-Preises 2019 zurück und wird auch das Eröffnungskonzert mit festlichen Orchesterwerken von Fasch bestreiten.

Einen spannenden Hörgenuss verspricht das Cross-over-Konzert „Fasch meets Jazz“ (Fasch trifft Jazz), bei dem Werke des Zerbster Komponisten sowohl in ihrer originalen Form als auch in jazzigen Arrangements erklingen werden. Höhepunkt ist die Aufführung eines Fasch-Stückes in einer Adaption des Dessauer Pianisten Christoph Reuter, der jetzt erst im Rahmen der Zerbster Kulturfesttage einen Workshop mit Gymnasiasten des Francisceums leitete, der in einem Konzert mündete. Dabei hat er zwei Schüler – einen Pianisten und eine Sängerin – ausgewählt, die bei „Fasch meets Jazz“ mitwirken werden.

Kartenverkauf läuft

Inge Werner wies ebenfalls auf die kulturellen Angebote neben den verschiedenen Konzerten mit renommierten internationalen Künstlern und lokalen Akteuren hin. So kann Mitgliedern der Künstlervereinigung „Gruppe 90“ über die Schulter geschaut werden, während sie zu Fasch-Musik malen und zeichnen. Begleitend werden bereits vollendete Werke in einer Ausstellung gezeigt. Kulinarisch präsentieren sich die Festtage indes bei der Fasch-Matinée in der Zerbster Schlosskonditorei und beim „Fasch-Menue“ im Hotel-Restaurant „von Rephuns Garten“.

Der Ticketverkauf für das Barockfestival läuft. „Noch gibt es für alle Veranstaltungen Karten“, weiß Kulturamtsleiterin Antje Rohm. Wer unbedingt ein bestimmtes Konzert besuchen möchte, sollte jedoch zeitnah reservieren, empfiehlt sie. Manche Plätze werden inzwischen knapp.

Neben Stadthalle, Rathaus, Flugplatz sowie Trinitatis- und Bartholomäikirche in Zerbst zählt die Barockkirche Burgkemnitz zu den Spielstätten der Fasch-Festtage, an denen „Musik auf höchstem Niveau“ zu hören ist, wie es Markus Klatte ausdrückt. Um Menschen die Möglichkeit zu geben, „Kultur in dieser Qualität zu genießen“, fördert die von ihm als Vorstand vertretene Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst die Durchführung des Festivals erneut mit 10.000 Euro. Den höchsten Zuschuss – 50 Prozent des Gesamtbudgets – überweist das Land Sachsen-Anhalt mit 70.000 Euro, wie Andreas Dittmann ergänzt. Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU) will sich als Schirmherr der 15. Fasch-Festtage deren Eröffnung auch nicht entgehen lassen.

Das Programm der 15. Fasch-Festtage findet sich im Internet. Karten gibt es in der Zerbster Tourist-Information.