Zerbst l Die wichtigste Nachricht vorweg: Die Gebühren für die Leerung von Kleinkläranlagen und Sammelgruben bleiben unverändert. Bis 2022 – dem Ende der aktuellen Kalkulationsperiode – soll es keine Erhöhung geben. Das sagt zumindest Andreas Dittmann. Der Zerbster Bürgermeister ist Verbandsgeschäftsführer des AWZ Elbe-Fläming, der die Abfuhr der Fäkalien ab 1. Januar 2021 der Heidewasser GmbH überträgt.

Mittlerweile seit gut 18 Jahren übernimmt das kommunale Unternehmen auf Basis eines langfristigen, so genannten Inhouse-Vertrages die Betriebsführung für den Verband. Neben kaufmännischen und technischen Aufgaben umfasst dies ebenfalls Aufgaben im Rahmen der Unterhaltung und Verwaltung von Abwasseranlagen. „Somit war und ist die Heidewasser GmbH schon immer für die dezentrale Entsorgung zuständig“, erläutert Dittmann. Bislang verfügte die Gesellschaft allerdings nicht über die technischen und personellen Kapazitäten, um die Entleerung der Sammelgruben und Kleinkläranlagen selbst durchzuführen, wie er sagt. Hier war zuletzt die Rakowski Dienstleistungen GmbH tätig.

Marktanalyse bestimmt Entscheidung

Seit 2008 kümmerte sich das Unternehmen um die Fäkalienabfuhr. Mit dem Auslaufen der Verträge kündigte die Firma gegenüber dem AWZ Elbe-Fläming allerdings fristgemäß zum Stichtag 31. Dezember 2020 ihre Leistungen, wie der Verbandsgeschäftsführer schildert.

„Eine Marktanalyse ergab, dass die bisherigen Preise für die Transportkosten absehbar nicht mehr gehalten werden können und bei einer Fremdvergabe an private Dritter mit erheblichen Kostensteigerungen zu rechnen ist“, begründet Dittmann die Entscheidung zu Gunsten der Heidewasser GmbH. Um eine Gebührensteigerung für die Verbandskunden zu vermeiden, fiel der Entschluss, fortan dem zu hundert Prozent kommunal geführten Unternehmen die Leerung der dezentralen Anlagen zu übertragen. Denn dieses muss rein kostendeckend arbeiten und darf keine Gewinne erwirtschaften. „Dadurch können weitere Synergieeffekte auf Grund der Gesamtleistung gezogen werden“, konstatiert der Verbandsgeschäftsführer.

Auch Claudia Neumann, Geschäftsführerin der Heidewasser GmbH, sieht in der Erweiterung des Leistungsspektrums eine große Chance. „Unsere Mitarbeiter werden ihre Routinen mit dezentralen Entsorgungen ausbauen, so dass wir in der Lage sind, diese Dienstleistung auch für andere Verbände anzubieten“, wird sie in der „WAZ regional“, der von der Heidewasser mit herausgegebenen Wasser-Abwasser-Zeitung, zitiert. Demnach gebe es beim Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Gommern – einem weiteren Gesellschafter der Heidewasser GmbH – bereits ähnliche Überlegungen wie im AWZ Elbe-Fläming. Allerdings stehen hier die Termine für eine endgültige Beschlussfassung noch aus.

Betroffene Kunden erhalten Info-Schreiben

Wie es in der aktuellen WAZ regional-Ausgabe weiter heißt, laufen die Vorbereitungen für die Übernahme der Fäkalienabfuhr längst auf Hochtouren. Die personellen und organisatorischen Voraussetzungen werden geschaffen, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. So sollen bereits Mitte Dezember die notwendigen Fahrzeuge auf dem Hof des Zerbster Meisterbereiches stehen, von wo aus die gut 1400 Sammelgruben und Kleinkläranlagen angesteuert werden.

Die Vereinbarung der Abfuhrtermine erfolgt dann ab 1. Januar über Heidewasser. Alles andere bleibt wie gewohnt. Über sämtliche Details und die genauen Ansprechpartner werden die betroffenen Kunden in einem Schreiben informiert, das im November verschickt werden soll.