Zerbst l Junge Menschen und Politik, das passt nicht zusammen? Doch, das tut es. „In Jugendforen sollen junge Menschen zwischen 14 und 26 Jahren ermutigt werden, ihre ganz eigenen Vorschläge in die Kommunen einzubringen und ein konkretes Projekt umzusetzen“, erläutert Maik Salge von der Koordinierungs- und Fachstelle „Kreis der Vielfalt! Anhalt-Bitterfeld“.

Zu einem solchen Jugendforum trafen sich etwas mehr als 20 junge Menschen im Gerätehaus des Zerbster Feuerwehr. „Unter dem Motto ‚Nicht meckern, machen!‘ möchten wir gerne Jugendlichen die Kommunalpolitik näherbringen“, sagt Maik Salge.

Vorstellungsrunde

Zu Beginn des Zerbster Jugendforums gab es eine Vorstellungsrunde. Jeder Teilnehmer nannte kurz seinen Namen, die Schule oder den Beruf sowie Hobbys und Interessen.

Anschließend wurde auf lockere Art und Weise durch den Partner des Forums „Politik zum Anfassen“ die angedachte Struktur erarbeitet und die Rahmenbedingungen erklärt. Diese sind bewusst offen gehalten, sodass viel Freiraum für die eigene Kreativität der Teilnehmenden bleibt.

Mikroprojekte sofort umsetzen

„Der Unterschied zu vielen anderen Projekten sei, dass hier nicht erst noch Geld beantragt werden muss, es stünden bereits 2000 Euro für jede teilnehmende Region zu Verfügung“, erklärt Salge. Mit diesem Geld könne man Mikroprojekte, die sich aus den Jugendforen ergeben, auch sofort umsetzen. In den Jugendforen werde man entsprechende Gremien gründen, die die entsprechenden Anregungen den Kommunalpolitikern erläutern werden.

„Die Koordinierungs- und Fachstelle „Kreis der Vielfalt! Anhalt-Bitterfeld“ wird den Jugendlichen natürlich beratend und unterstützend zur Seite stehen“, betont Maik Salge. Mittler in Zerbst ist Jana Reifarth vom Diakonischen Werk.

Fiktive Fraktionen

Es wurden von den Jugendlichen eigene Fraktionen mit fiktiven Namen gegründet. In diesen entwickelten die Jugendlichen eigene Ideen dazu, wie die aus ihrer Sicht drängenden Wünsche und Herausforderungen in ihren Regionen angegangen werden können.

Danach diskutierten die Teilnehmer in Gruppen eigene Vorschläge, die sie an die Kommunalpolitiker herantragen möchten. Darunter waren Initiativen beispielsweise zur Stärkung des Nahverkehrs, zur Verschönerung des Stadtbildes, für bessere Schulen oder funktionierende Jugendclubs, Meinungsumfragen oder zur Sauberhaltung von Flüssen und öffentlichen Plätzen.

Ratssitzung

Diese bringen ihre Vorschläge dann unter ihrem Fraktionsnamen wie zum Beispiel „Junges Zerbst“, „Wir“ oder „Jugendpartei“ für Politik (JPP) in einer fiktiven Ratssitzung zur Diskussion ein.

Damit sich alle Jugendforen kennenlernen können, kommen sie alle am 27. Oktober im Kreistagssitzungssaal in Köthen zusammen. Dabei werden sich die Jugendforen vernetzen und kreisweite Ideen und Anregungen in die Tat umsetzen.