Zerbst l Im Vergleich zum Vorjahr hat Corona die Besucherzahlen im Zerbster Erlebnisbad halbiert. Knapp 13 900 wurden bis jetzt – eine Woche vor Schließung – registriert. Statt wie geplant bereits Mitte Mai erfolgte die Öffnung erst gut drei Wochen später am 8. Juni. Mit angezogener Handbremse startete der Betrieb. „Es lief zunächst gar nicht“, blickt Schwimmmeisterin Sandra Lisso zurück. Mit dem Start der Sommerferien sollte der Andrang jedoch zunehmen.

Von vornherein war allerdings klar, dass die Saison 2020 aus der Statistik herausstechen wird. Abstandsregeln mussten erfüllt werden. So durften anfangs nur maximal 350 Personen gleichzeitig das Freibad nutzen, Ende Juli wurde die Anzahl auf 500 heraufgesetzt. Um dennoch möglichst jedem die Chance zu geben, im kühlen Nass abzutauchen, konnten nur Eintrittskarten für einen Aufenthalt von maximal drei Stunden erworben werden.

Mehrere Durchsagen nötig

„Das Problem vor allem an den heißen Tagen war, dass viele Gäste nach drei Stunden aber nicht gegangen sind“, erzählt Sandra Lisso. Mehrfache Durchsagen waren nötig, um die Besucher zum Verlassen des Erlebnisbades zu bewegen. Trotzdem musste bei den Ausgangskontrollen mitunter festgestellt werden, dass mancher den ganzen Tag im Erlebnisbad verbracht hatte. „Das ist schade“, kann die Schwimmmeisterin dieses Verhalten nicht verstehen. Sie denkt besonders an die Familien, die draußen in der Schlange standen und abgewiesen werden mussten.

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Als „nicht förderlich“ bezeichnet Sandra Lisso ebenfalls die Kommentare in den sozialen Netzwerken zu den einzuhaltenen Corona-Regeln. Dadurch sei das Gerücht in Umlauf geraten, dass die Maskenpflicht überall im Freibad gelte. „Nur im Sanitärgebäude und im Eingangsbereich muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden“, korrigiert sie das Missverständnis. Ihren Hut zieht sie vor den „Mädels an der Kasse“, die bei uneinsichtigen Gästen einiges aushalten mussten.

Nun naht das Saisonende. Wenn am 13. September die letzten Besucher das Freibad verlassen haben, schließt es. Tags darauf öffnet die Schwimmhalle wieder. „Mal schauen, wie es anläuft“, bemerkt Sandra Lisso hinsichtlich des auch dort umzusetzenden Hygienekonzeptes. So dürfen sich im 25-Meter-Becken nur bis zu 30 Schwimmer zeitgleich aufhalten, sprich sechs pro gezogener Bahn. Für das kleinere Kinderbecken liegt die Anzahl bei zehn Personen.

Nutzungszeit der Sauna reduziert

Unterdessen dürfen in der Sauna maximal zwölf Leute parallel schwitzen. „Hier haben wir die Nutzungszeit jedoch von vier auf zwei Stunden runter gesetzt“, ergänzt Sandra Lisso. Unverändert bleiben die Öffnungszeiten für den Saunabereich im Gegensatz zu den Öffnungszeiten der Schwimmhalle.

„Nach dem Frühschwimmen machen wir statt wie gewohnt um 10 erst um 13 Uhr wieder auf“, informiert Sandra Lisso. Die Vormittage sollen zunächst dem Schwimmunterricht vorbehalten bleiben. „Da ist eine riesige Lücke entstanden. Die letzten zweiten Klassen sind noch alle ohne Schwimmpässe“, sagt sie. Bis Mitte Oktober erhalten die Grundschulen nun die Gelegenheit, dass ihre Schützlinge die wichtige Ausbil- dung abschließen können. „Das nutzen aber nicht alle“, bedauert Sandra Lisso und sagt: „Es gibt so viele Nichtschwimmer. Das wird völlig unterschätzt.“

Übrigens müssen auch in der Schwimmhalle von den Besuchern Masken getragen werden – allerdings einzig im Eingangsbereich und in den Umkleiden. Wie Sandra Lisso ausführt, können coronabedingt nur jeweils zwei Duschen bei den Herren und Damen genutzt werden. „Und wir haben unsere Lüftungsanlage auf Abluft umgestellt“, erläutert sie, dass die verbrauchte Luft nun stetig gegen frische ausgetauscht wird.