Zerbst l Alle drei Jahre ist für die Stadtbibliothek eine neue Kostenkalkulation zu erstellen. Nun war es wieder soweit, dass sämtlich Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden mussten. Das Ergebnis bildete die Grundlage für die Gebührenkalkulation für den Zeitraum 2019 bis 2021. Dabei zeigte sich, dass einzelne Posten höher anzusetzen sind.

Beispielsweise die Anmeldegebühr, die von 2,50 auf drei Euro angehoben werden soll. Wie Bibliotheksleiterin Martina Linke am Dienstagabend im Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss darlegte, hängt das damit zusammen, dass bei der Anmeldung den Nutzern inzwischen viel mehr zu erläutern ist – zum Online-Katalog oder zur Onleihe beispielsweise.

„Die Zeitanteile bei fast allen anfallenden Arbeiten haben sich im Laufe der Jahre erhöht“, heißt es dazu in den schriftlichen Erläuterungen zur Beschlussvorlage. Denn längst können in der Stadtbibliothek nicht mehr nur gedruckte Bücher ausgeliehen werden, inzwischen finden sich ebenfalls E-Books, CDs, Videos und DVDs sowie CD-Roms im modernen Angebot.

Fernleihe wird teurer

Ob ein gewünschter Buchtitel ausleihbar ist oder nicht, kann über die Internetseite der Bibliothek recherchiert werden. Findet sich die gesuchte Literatur nicht im Bestand, besteht die Möglichkeit der Fernleihe. Hierfür wird eine separate Gebühr erhoben, die bislang bei 2,50 Euro lag und künftig 3,50 Euro betragen soll. „Weil die Portokosten gestiegen sind“, begründete Martina Linke die Anhebung, die längst nicht kostendeckend sei.

Erhöhungen soll es ebenfalls bei Kopien und Ausdrucken geben. „Hier wurde unsere Satzung an die Verwaltungsgebührensatzung der Stadt angepasst“, erläuterte die Bibliotheksleiterin den doch enormen Unterschied zwischen alter und neuer Gebühr. So kostete eine Schwarz-Weiß-Kopie in A4-Größe bislang nur 10 Cent, künftig sollen es 60 Cent sein.

Jahresgebühr bleibt

„Gleich geblieben ist die Jahresgebühr von 7,50 Euro“, betonte Martina Linke. „Wir möchten aber eine Partnerkarte einführen“, sagte sie und wies darauf hin, dass es eine solche in anderen Bibliotheken bereits gibt. Mit dieser ließen sich die tatsächlichen Benutzer besser erfassen, führte sie aus. Denn viele Eheleute würden zusammen in die Bücherei kommen und Literatur ausleihen, wobei nur einer einen Bibliotheksausweis besitzt.

Die Partnerkarte soll jährlich zwölf Euro kosten. „Der zweite Erwachsene zahlt damit einen günstigeren Tarif“, so Martina Linke mit Blick auf die schon erwähnten 7,50 Euro Jahresgebühr, die ein einzelner Erwachsener entrichten muss.

Die Neukalkulation war zugleich idealer Anlass, um die Benutzungs- und Gebührensatzung inhaltlich an die moderne Entwicklung anzupassen, die auch an der Stadtbibliothek nicht vorbeigeht. So stehen unter anderem für Recherchen im Bibliothekskatalog oder allgemeinen Internetrecherchen nicht mehr nur PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, sondern auf Anfrage ebenfalls Tablets. Darüber hinaus können alle Besucher der Bibliothek ein öffentliches, kostenfreies Wlan nutzen. Wer mag, kann sich zudem via E-Mail daran erinnern lassen, wann er seine ausgeliehenen Medien zurückgeben muss.

Ausschuss stimmt zu

Bei den Mitgliedern des Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschusses tauchten keine Fragen zur Satzungsänderung auf. Ohne Diskussion befürworteten sie geschlossen die vorgeschlagenen Gebühren und die Anpassungen der Paragraphen. Am Montag wird sich der Haupt- und Finanzaussschuss mit der Thematik beschäftigen, bevor der Stadtrat auf seiner Sitzung am 23. Oktober endgültig entscheidet.