Sportstätten

Grundhafte Sanierung des Zerbster Jahn-Stadions voraussichtlich zwei Monate früher fertig

Die Zerbster Sportvereine und Schulen werden schon in wenigen Wochen eine nagelneue Sportstätte nutzen können, denn bei der Sanierung des Stadions wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Rund 1,2 Millionen Euro fließen in den Umbau, der voraussichtlich zwei Monate früher fertig wird, als ursprünglich geplant war.

Von Thomas Kirchner
Bauleiter Tobias Masberg, Reinhard Schäfer, Prokurist der ausführenden Firma Keller Tersch, Markus Pfeifer, Sachgebietsleiter Sozial-, Schul- und Sportverwaltung, Ute Schilling vom städtischen Grünflächenamt und Platzwart Ingolf Wallwitz (v.l.) während der wöchentlichen Baubesprechung im Jahn-Stadion.
Bauleiter Tobias Masberg, Reinhard Schäfer, Prokurist der ausführenden Firma Keller Tersch, Markus Pfeifer, Sachgebietsleiter Sozial-, Schul- und Sportverwaltung, Ute Schilling vom städtischen Grünflächenamt und Platzwart Ingolf Wallwitz (v.l.) während der wöchentlichen Baubesprechung im Jahn-Stadion. Foto: Thomas Kirchner

Zerbst - Ute Schilling vom städtischen Grünflächenamt, zuständig für den Umbau, und Markus Pfeifer, Sachgebietsleiter Sozial-, Schul- und Sportverwaltung im Rathaus, treffen sich jede Woche am Mittwoch mit Bauleiter Tobias Masberg, Reinhard Schäfer, Prokurist der ausführenden Firma Keller-Tersch, und Platzwart Ingolf Wallwitz zur Baubesprechung im Jahn-Stadion.

Bei den regelmäßigen Treffen geht es um den Baufortschritt, auch darum, wann und wie es in einzelnen Bauabschnitten weitergeht, und natürlich um auftretende Probleme. Letztere treten allerdings relativ selten bis gar nicht auf, ist sich die Runde einig. Ein Grund, warum es auf der Großbaustelle mehr als zügig voran geht, so zügig, dass der Umbau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions wohl zwei Monate früher fertig wird, als ursprünglich geplant.

Rechtzeitig mit Baumaterial eingedeckt

„Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und sage, dass die Bauarbeiten Ende Juli beziehungsweise Anfang August abgeschlossen sein werden“, sagt Reinhard Schäfer. Geplant war die Fertigstellung für Oktober. „Hier hat wirklich alles gepasst, von der Planung bis zur Ausführung der Bauarbeiten“, sagt Schäfer. Das Material sei rechtzeitig bestellt und auch geliefert worden und größere, unvorhergesehene Probleme, die während eines Baus immer mal wieder zu Tage treten, habe es nicht gegeben.

„Aufgrund der Gesamtsituation momentan in der Baubranche haben wir natürlich vorgesorgt und unser benötigtes Material mehr als nur rechtzeitig bestellt, so dass auch hier alles reibungslos läuft“, macht Schäfer deutlich. Man sei dem Zeitplan ein Stück weit voraus. Da bleibe sogar noch Raum für kleine Extrawünsche.

Wünsche werden beim Umbau berücksichtigt

Die äußern Ute Schilling, Markus Pfeifer und vor allem Platzwart Ingolf Wallwitz immer mal wieder, denn er muss das nigelnagelneue Stadion dann anschließend pflegen und in Schuss halten. „Hier ist die Rasenböschung für meinen Mäher etwas zu steil, da sollte ein bereits gesetzter Poller wieder entfernt werden und dort wären Pflastersteine vielleicht angebrachter, statt Asphalt aufzubringen, solche Dinge beispielsweise“, sagt Wallwitz.

„Das war eigentlich von Beginn an so, dass zahlreiche Dinge diskutiert wurden und jeder seine Wünsche und Vorstellungen einbringen kann“, sagt Markus Pfeifer, der die Bedürfnisse des Schulsports im Auge hat. „Wir sitzen ja alle in einem Boot, und da ist es schon wichtig, dass, soweit es denn möglich ist, viele individuelle Dinge berücksichtigt werden“, ergänzt Schäfer. Allerdings seien das immer nur Kleinigkeiten gewesen, denn die Planungen im Vorfeld seien hervorragend gewesen.

Fußballplatz ab April 2022 wieder bespielbar

„Dazu treffen wir uns einmal in der Woche, um eben solche Dinge zu besprechen. Es nützt ja nichts, wenn irgendetwas gebaut wird, womit die Pflegenden hinter nicht klarkommen, Probleme auftauchen oder wo sogar neue Technik angeschafft werden muss“, macht Ute Schilling deutlich. So habe man schon in der Planungsphase mit allen Beteiligten und Nutzern den Umbau intensiv erörtert. „Das hat sich bezahlt gemacht“, betont Schilling.

Am heutigen Freitag wird bereits der Rasen für das Fußballfeld gesät. Platzwart Ingolf Wallwitz und Reinhard Schäfer gehen davon aus, dass der Fußballplatz ab April nächsten Jahres bespielbar sein wird, „mit normalen Turnschuhen, also nicht mit Fußballschuhen, vielleicht sogar schon etwas früher“, glaubt Schäfer. Momentan trainieren und spielen die Fußballer auf dem oberen Kunstrasenplatz.

In der kommenden Woche wird der Asphalt, der als Untergrund für die Laufbahnen dient, aufgebracht und eine Woche später bereits die Kunststoffbahnen. „Die Laufbahnen entsprechen im Übrigen internationalen Normen. Das heißt, falls im Zerbster Stadion später mal deutsche, Europa- oder Weltrekorde gelaufen werden sollten, werden diese dann auch anerkannt“, erklärt Schäfer.

Baustelle ohne unvorhergesehene Katastrophen

Ute Schilling ist mehr als zufrieden und voll des Lobes: „Dass ich das in meinem Arbeitsleben noch erlebe, eine Baustelle, auf der alles klappt, ohne unvorhergesehene kleine, mittlere oder sogar große Katastrophen – das ist schon außergewöhnlich“, betont Ute Schilling. Bei solchen Baustellen müsse man immer mit Unwägbarkeiten rechnen, die nicht vorhersehbar seien. „Davon sind wir hier verschont geblieben“, so Schilling.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte im April 2019 die Förderung von 186 kommunalen Projekten beschlossen – darunter auch die Förderung der Sanierung der Wettkampf-Anlagen im Zerbster Jahn-Stadion in Höhe von 990.000 Euro. Bei einer 90-prozentigen Förderung beträgt der Eigenanteil der Stadt 242.658 Euro, was einem Gesamtvolumen von rund 1,23 Millionen Euro entspricht.

Genutzt wird das Stadion von den Fußballern und Leichtathleten des TSV Rot-Weiss Zerbst, dem Francisceum und der Förderschule „Am Heidetor“ für den Sportunterricht und von anderen Schulen für Sportfeste.

Christian Schäfer (l.) und Mario Rockmann von der Firma Keller+Tersch messen den Außenradius der Laufbahn im Zerbster-Jahn Stadion.
Christian Schäfer (l.) und Mario Rockmann von der Firma Keller+Tersch messen den Außenradius der Laufbahn im Zerbster-Jahn Stadion.
Foto: Thomas Kirchner