Zerbst l Sie wollen auf Lehramt studieren, Pflegemanagement und Soziale Sicherheit.  Luzie Neumann, Franziska Bieda, Nils Benkwitz und Christian Krenzler, vier ganz normale Zerbster Jugendliche. Sie alle sind 18 Jahre jung, haben seit einigen Wochen ihr Abitur in der Tasche und starten in Kürze ihr Studium oder ins Berufsleben, beziehungsweise haben bereits mit dem Studium begonnen.

Eines unterschiedet sie aber von anderen Jugendlichen: Luzie, Franziska, Nils und Christian sind die Besten der Abschlussklassen 2017 im Zerbster Francisceum. Die beiden jungen Frauen erreichten einen Notendurchschnitt von 1,5, Nils gar einen Durchschnitt von 1,0. Darauf sind sie stolz.

Abschluss 1,2

Christian Krenzler hat das Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abgeschlossen und sein Studium bereits begonnen. Er konnte deshalb an dem Treffen nicht teilnehmen. Christian hat sich für den dualen Studiengang „Management Soziale Sicherheit mit dem Schwerpunkt Rentenversicherung“ entschieden und Zerbst bereits in Richtung Süddeutschland verlassen.

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Während Christian schon wieder ackern muss, genießen Luzie, Franziska und Nils den Sommer. Da kam das Zerbster Heimatfest recht, eine gute Gelegenheit sich mit Freunden zu Treffen und etwas Party zu machen. Jetzt geht es in den Urlaub: Spanien, Toscana und die Ostsee sind die Ziele der Drei.

Auf geht es in die Zukunft

Luzie ist zufrieden mit ihrem Notendurchschnitt. „Ich hätte es sicher auch ohne lernen geschafft, wollte aber natürlich das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, sagt sie. Mit Biologie als Leistungskurs und Geschichte als Grundkurs habe sie jedoch zwei Fächer gewählt, für die sie etwas mehr habe lernen müssen als beispielsweise für Deutsch und Mathe. Luzie möchte Grundschullehrerin werden mit Deutsch als Kernfach sowie Mathe, Sachunterricht und Sport und in Leipzig studieren.

„Ich musste nicht viel lernen, mit einer Ausnahmen: Physik“, lächelt Franziska. „Vor der Physikprüfung hatte ich regelrechte Panik“, verrät sie. Deutsch, Mathe und Englisch seien ihr hingegen recht leicht gefallen. Franziska beginnt in Kürze eine Ausbildung zur Krankenschwester, will danach Pflegemanagement studieren. „Als Voraussetzung, um dieses Studium beginnen zu können, muss ich vorher die Ausbildung als Krankenschwester absolvieren“, erklärt Franziska. Sie werde also vorerst im heimischen Zerbst bleiben, denn ihr Ausbildungsbetrieb wird die Zerbster Klinik sein.

In die weite Welt

„Ich bin immer wieder stolz, wenn ich solche Zeugnisse übergeben darf“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Veronika Schimmel. „Jetzt ziehen die Jugendlichen in die weite Welt hinaus und gehen ihren Weg.“ Es sei jedes Mal spannend bei späteren Treffen zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. „Im Übrigen waren die Vier relativ pflegeleicht“, schmunzelt Veronika Schimmel. Besonders gespannt sei sie bei Nils. Der könnte nämlich, wenn alles gut läuft, in wenigen Jahren Veronika Schimmels Kollege sein.

„Ich möchte in Halle auf Lehramt Gymnasium studieren“, verrät Nils Benkwitz seine Zukunftspläne. Deutsch und Geschichte habe er sich ausgesucht. Doch das seien zulassungsbeschränkte Fächer. 20 Prozent der Zulassungen erfolgen über den Notendurchschnitt. Nils hofft so für seine Wunschfächer zugelassen zu werden. Ob er dabei sei, erfahre er wohl noch in dieser Woche. „Gelernt habe ich jeweils am Abend vor der Prüfung, mir zumindest alles noch einmal durchgelesen“, grinst Nils. „Gut, bei Geschichte habe ich schon nachmittags angefangen zu lesen“, lacht der junge Mann, der seine Prüfungen in den Leistungskurse Deutsch, Englisch und den Grundkursen Mathe und Geschichte ablegen musste.

Schrecksekunde in Mathe

„Och, Nils hat schon mal ganz spontan den Unterricht übernommen, wenn beispielsweise krankheitsbedingt gerade kein Lehrer zur Stelle war, oder er hat nachmittags Nachhilfestunden für uns gegeben, wenn wir den einen oder anderen Stoff nicht gleich auf den Schirm hatten“, lacht Luzie .

Eine Schrecksekunde habe es bei der Matheprüfung gegeben, erzählen die drei. Plötzlich sei die Sekretärin hereingekommen und habe dem aufsichtshabenden Lehrer einen Zettel gereicht. Zwei Stunden waren mittlerweile seit Prüfungsbeginn vergangen. „Alle mal herhören! Es gibt einen Fehler in den Aufgaben“, wandte sich der Lehrer an die Schüler. „Alle dachten, es sein sonst was passiert, eine fehlerhafte Aufgabe und alles beginnt jetzt von vorn“, erzählt Franziska. Doch letztlich stellte sich heraus, dass es sich lediglich um einen banalen Rechtschreibfehler bei einer der Aufgaben gehandelt hat. „Für einen Moment hatten wir schon eine Wiederholung der Prüfung vor Augen“, ergänzt Luzie.

Der Prüfungsstress ist mittlerweile Geschichte. Ab Oktober beginnt einer neuer Lebensabschnitt für die vier Zerbster. Auch wenn der gründlich anders aussehen wird als die Schulzeit, eines hat er damit gemeinsam: Büffeln steht erstmal wieder auf dem Tagesplan.