Zerbst. Auch das längste Volksfest Sachsen-Anhalts geht einmal zu Ende. Das große Abschlussfeuerwerk am Sonntagabend zeugt bekanntlich schon vom nahenden Ende des Zerbster Heimatfestes. Am Montag folgen dann nur noch die Ziehung der Gewinnlose zur Pferdemarktlotterie und am Abend der Nietenball.

Schon am Vormittag trafen sich Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), Kulturausschussvorsitzender Bernd Adolph (CDU), Marktmeisterin Elke Borchers, Schausteller und Polizei sowie Festwirt Tom Hebäcker zur traditionellen Auswertungsrunde im Biergarten auf der Festwiese. Das Fazit des elftägigen Festes fiel allerdings bei den Anwesenden geteilt aus.

Schausteller zufrieden

Während sich die Schausteller weitestgehend zufrieden mit dem Gästestrom und den Umsätzen zeigten, zeichnete Festwirt Tom Hebäcker ein etwas differenzierteres Bild der elf Tage. „Ich glaube, Schönreden bringt uns alle nicht weiter“, gab der Festwirt der Runde zu bedenken.

Er habe in diesem Jahr erhebliche Umsatzverluste zu verzeichnen. „Und wenn ich die Tage Revue passieren lasse, denke ich, dass in diesem Jahr weit weniger Besucher auf dem Platz unterwegs waren“, sagte Hebäcker. Selbst am Sonntag zum Feuerwerk seien seiner Meinung nach weit weniger Menschen unterwegs gewesen als in den Jahren zuvor.

Programm abändern

Die Schausteller schlugen vor, am Programm zu feilen und mit eventuell ein oder zwei Programm-Höhepunkten noch mehr Gäste zu mobilisieren. Man sei sich im Klaren, dass die finanziellen Mittel für Musik-Acts erwirtschaftet werden müssen. Hier könnte beispielsweise ein Topf für das Kulturprogramm geschaffen werden, der von allen beteiligten Akteuren und der Stadt gespeist werde. Denkbar wäre auch, Sponsoren zu akquirieren.

Einig waren sich sowohl Bürgermeister als auch Schausteller und Festwirt, dass in diesem Jahr das Mitbringen von Getränken überhand genommen hat. Hier seien Gruppen von Jugendlichen mit vollen Bierkästen über den Festplatz gezogen – und das nicht nur einmal.

Festbesucher mit Spirituosen

„Festbesucher haben sogar mit großen Flaschen mitgebrachter Spirituosen im Biergarten gesessen“, so Hebäcker. Andere Schankwirtschaften hätten Ähnliches erlebt, stimmten die Schausteller zu. Hier müsse in Zukunft der Sicherheitsdienst mehr eingreifen, um dies zu verhindern und ausgesprochene Platzverweise müssten auch konsequent durchgesetzt werden, bestand Einigkeit in der Runde.

Bürgermeister Andreas Dittmann betonte, dass es keinerlei „Katastrophenmeldungen“ gab, weder von Besuchern, noch von den beteiligten Akteuren. „Die Hinweise werden wir natürlich mitnehmen, beraten und bei der Organisation des nächsten Heimatfestes gegebenenfalls einfließen lassen“, sagte Dittmann.

Mülleimer als Pflichtmaßnahme

Einer dieser Hinweise war, jedes Geschäft auf der Festwiese zu verpflichten, einen Mülleimer aufzustellen. „Davon gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige auf dem Platz. Die Besucher wollen ihren Müll schon entsprechend entsorgen, haben aber oftmals keinen Mülleimer gefunden“, schilderte ein Schausteller seine Beobachtungen.

Was die Runde durchweg als positiv empfand, war die Polizeipräsenz auf dem Festgelände. Wenn es auch zu dem ein oder anderen Missverständnis gekommen sei, so habe die Anwesenheit der Polizei doch für Sicherheit gesorgt.

Holpriger Start

Dies sah Frank Krehan, Leiter des Zerbster Reviekommissariats, ähnlich. „Der Start war etwas holprig, denn gleich am Eröffnungstag hatten wir drei Körperverletzungen zu verzeichnen“, blickte Krehan zurück. Doch der Rest des Festes sei relativ ruhig verlaufen. „Die Anzeigen waren veranstaltungstypisch, aber überschaubar“, so der Zerbster Polizei-Chef. Eine genauere Auswertung folge.

Ein weiterer Punkt, der unter den Schaustellern für Unmut sorgte, war die kurzfristige Absage eines Kollegen mit einer Achterbahn. Das gehe zu Lasten eines attraktiven Festplatzes und schade letztlich uns allen, ärgerten sich die Schausteller über ihren Kollegen. In diesem Punkt solle mit Vertragsstrafen Druck gemacht werden.