Zerbst l „Die Aufnahme zeigt den HO-Komplex auf dem Zerbst Heimatfest“, hat Wolfgang Reich völlig richtig erkannt. Links daneben habe sich der Konsum-Komplex mit großem Zelt befunden. Beide Komplexe trennte der Hauptweg der, zur Stadthalle führt. „Ich war Ausbilder von Elektroinstallateuren in der PGH-Elektro. Jedes Jahr bekamen die Lehrlinge des ersten und zweiten Lehrjahres die Aufgabe, alle Anschlüsse in den Ständen von HO und Konsum zu installieren“, schreibt Wolfgang Reich in seiner E-Mail. Auch die Hauptanschlüsse der Schausteller seien installiert worden.

„Des Weiteren wurden Lichterketten in den öffentlichen Bereichen als Wegebeleuchtung errichtet. Es war immer eine große Herausforderung für die Lehrlinge, das alles in einem zeitlichen eng gefassten Rahmen auszuführen“, beschreibt der Zerbster. Dabei habe die Schlossruine als Materiallager fungiert.

Bereitschaftsdienst

„Während des Heimatfestes mussten wir dann auch noch einen Bereitschaftsdienst einrichten. Nach dem Fest musste natürlich alles wieder abgebaut und in der Schlossruine verstaut und eingelagert werden“, schreibt Wolfgang Reich abschließend.

Bilder

Lothar Platte aus Güterglück kam extra in die Lokalredaktion, um die Lösung mitzuteilen. In der Tasche hatte er ein altes Los der Zerbster Pferdemarktlotterie aus dem Jahr 1935. „Wie haben unser Haus Ende der 1970er-Jahre umgebaut und das Los im Mauerwerk gefunden“, erzählt Lothar Platte.

Das Gebäude sei 1935/1936 von der Firma Randel aus Leitzkau erbaut worden. „Vermutlich haben die Bauarbeiter das Los mit eingemauert“, glaubt der Güterglücker.

„Das ist unser gutes altes Heimatfest zu DDR-Zeiten“, schreibt Helga Reinald in ihrer E-Mail, „früher wie heute heiß begehrt.“ Rechts im Bild sei die “Versorgungsmeile” der HO und links die Eisenbahn, die habe heute noch den selben Standort.

Versorgungsstände

Das Foto zeigt die Versorgungsstände am Weg zum großen Festzelt. „Die Versorgungsstände erfreuten sich einer großen Beliebtheit. Vor allem an den Bratgeflügelständen war stets ein reger Andrang“, weiß Siegfried Schellin aus Güterglück.

Zu dieser Zeit seien sie sehr oft von Güterglück auf das Festgelände gepilgert, auch und extra wegen der Broiler. „Nicht zu vergessen die attraktiven Preise, ein Bier für 40 Pfennige, eine Bockwurst für 80 Pfennige oder eine Pferdewurst für 30 Pfennige, zusätzlich ein Brötchen für fünf Pfennige oder ein Fischbrötchen für 25 Pfennige“, erinnert sich Siegfried Schellin.

„Ich war zum ersten Mal 1959 auf dem Zerbster Heimatfest“, erzählt Klaus Göhring. Sein Cousin sei aus Aschersleben zu Besuch gewesen. „Im strömenden Regen sind wir mit den Fahrrädern von Ladeburg nach Zerbst gefahren“, erinnert er sich noch gut.

„Wir waren schwofen ohne Ende. Da war noch was los jeden Tag in den Festzelten. Nicht zu vergessen der ,Eintänzer‘ Günter Träger. Auch im Schlosskeller konnte man noch Tanzen gehen“, berichtet Rosemarie Klitsch. Nicht zu vergessen der Nietenball am letzten Tag. Sie habe sich sehr über das Bild gefreut.

Broiler zum Abendbrot

„Mein Vater ist früher immer zum Reiten gefahren und brachte dann Broiler mit. Die gab es dann zum Abendbrot“, kann sich auch Sabine Gensicke noch gut erinnern. Ein Cousin habe ihr mal ein Pferd mit einer Reiterin geschossen. „Das hat schon drei Umzüge mitgemacht und ich habe es noch immer“, erzählt sie.

Die richtige Lösung wussten auch Harald Neupert, Andreas Indenbirken, Detlef Teßmann und Helmut Lehmann. Das Los für den Preis enthielt in dieser Rätsel-Woche den Namen Wolfgang Reich.

Er kann seinen Gewinn wochentags zwischen 11 und 16 Uhr in der Zerbster Lokalredaktion im Sparkassengebäude abholen.