Eichholz l Ortsbürgermeisterin Anika Johannes hatte in das Gasthaus in Eichholz eingeladen. Eine Vereinsgründung erklärte sie zum Ziel. Ein Heimatverein soll gegründet werden – für die Ortschaft, zur Durchführung von Festen, die bisher von Privatpersonen organisiert wurden, um Aufgaben besser verteilen zu können und Personen zu entlasten, um alte Traditionen und Bräuche aufleben zu lassen. Als Verein sei man unabhängiger, Spendenquittungen können ausgereicht, Fördermittel beantragt werden.

Hintergrund ist, dass die Koppel-Veranstaltungen in Eichholz privat organisiert wurden. Mit viel Engagement und großem Einsatz von zahlreichen Helfern aus der Ortschaft konnten Rock auf der Koppel, das Café auf der Koppel, der Advent auf der Koppel und zuletzt auch noch das Koppelkino auf die Beine gestellt werden. Veranstaltungen, die von Hunderten von Menschen besucht werden. Der Kopf des Koppelteams, Birgit Wesenberg, die dafür auch ihr Gelände zur Verfügung stellt, muss nun aber kürzer treten – sowohl aus beruflichen, als auch gesundheitlichen Gründen, wie sie auch ihren Mitbürgern bei der Zusammenkunft darlegte.

Verein für alle Dörfer

„Ich bin weiter bereit, alles kostenlos zur Verfügung zu stellen und mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagte sie, „aber ich kann nicht mehr den Vorreiter machen“. Da muss also künftig jemand anders einspringen – dann kommt der Heimatverein ins Spiel. Der soll dann aber nicht nur für ein Dorf, sondern für alle sein.

Die neue Ortsbürgermeisterin ist schon in Vorleistung gegangen und hat schon an einer Satzung gefeilt, die dann am Ende einem Notar vorgelegt werden muss. Erster Knackpunkt: Wie soll der neue Verein heißen? Wenn alle drei Dörfer im Namen vorkommen, wird dieser zu lang. Vorschläge reichten von Ei-Le-Ke oder KeLeholz bis hin zu Dorfkinder Ei-Ke-Le. Bei „Koppelverein“ würden Leps und Kermen auf der Strecke bleiben. Was dafür spricht wäre, dass der Verein ja quasi aus „Rock auf der Koppel“ entstanden ist, meinte Maren Gabriel, und Koppeln gebe es auch in den anderen Dörfern. Ob ein Gewässerbezug in den Namen passt oder was aus der Geschichte – wie das Kind heißen soll, blieb offen.

Viele Interessenten gefunden

Was braucht es noch für einen Verein? Sieben Gründungsmitglieder und Leute, die bereit sind, im Vorstand zu arbeiten. Eine Dreierspitze regte Birgit Wesenberg an – ein Vorsitzender zwei Stellvertreter. Interessenten für alle Funktionen waren recht schnell gefunden, mit der Ortsbürgermeisterin, die sich bereit erklärte, den Vereinsvorsitz zu übernehmen.

Beim Mitgliedsbeitrag schlug Anika Johannes 2 Euro im Monat, also 24 Euro im Jahr beziehungsweise mindestens 24 Euro im Jahr vor. Das könne sich jeder leisten. Dazu gab es dann Diskussionsbedarf. Der langjährige Vereinspräsident vom TV Gut Heil, Dietmar Mücke, der in Leps wohnt, riet zu höheren Beiträgen. Der Verein steht und fällt mit den Finanzen, habe er die Erfahrung gemacht. Er würde zu acht bis zehn Euro im Monat raten. Das hielt die Mehrheit für zu viel. Wer zweimal im Jahr bei Veranstaltungen hilft, sei nicht bereit das zu zahlen, wurde argumentiert. Der Verein sollte sich auch künftig durch die Aktionen finanzieren. Der Verein sollte dann lieber mehr Leute, die weniger Beiträge zahlen, zusammenbringen. Je mehr mitmachen, umso besser, fand Birgit Wesenberg. Denn darum gehe es schließlich, viele Leute aus den drei Dörfern zusammen zu bringen.

Einwände von allen Seiten

Dass der Heimatverein sich nicht nur auf das Koppelfest beschränken soll, machte auch Anika Johannes deutlich. Das auf alle Dörfer auszuweiten, sei aber schon eine andere Hausnummer, gab es da allerdings auch Einwände. Man sollte offen für alles sein, so die Ortsbürgermeisterin, die versicherte, dass sie nicht gleich einen vollen Veranstaltungskalender in die Briefkästen stecken werde. Aber sie sei in der Chronik beispielsweise auf einige Sachen gestoßen, die man durchaus wieder aufleben lassen könnte. Außerdem gebe es 46 Kinder in der Gemeinde, auch da sieht die Ortsbürgermeisterin einen Ansatzpunkt für einen künftigen Heimatverein.

Niemand ist verpflichtet, einzutreten. Auch ohne Mitgliedschaft können die fleißigen Helfer weiter mit anpacken und die Bäckerinnen weiter Kuchen backen. Die Idee ist es, die Dörfer zusammenzubringen und die Gemeinschaft zu pflegen. Der Verein wäre nur der Rahmen. Die Liste der Namen der Bürger, die am Ende der Veranstaltung bekundeten, in einem Heimatverein mitmachen zu wollen, wurde schließlich recht lang. Die Ortsbürgermeisterin treibt es nun weiter voran, eine ordentliche Satzung zu erarbeiten. Am 1. Januar 2020 soll der Start für den neuen Heimatverein sein, kündigte sie an.