Zerbst l Nach der erfolgreichen Premiere 2018 treffen sich am Montag und Dienstag Unternehmer aus Deutschland und Russland nun zum zweiten Mal in der Heimatstadt Katharinas der Großen zum direkten Austausch.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kommen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um über wirtschaftliche Beziehungen, politische Weichenstellungen und kulturel- le Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern zu diskutie- ren.

Katharina-Ball erstmals in Deutschland

Das Katharina-Forum ist eine Initiative der Stadt Zerbst in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt und findet nach der Premiere im vorigen Jahr am Montag und Dienstag seine Fortsetzung.

Am Vorabend des deutsch-russischen Wirtschaftsdialogs wird auch der Große Katharina-Ball erstmals außerhalb Russlands stattfinden – nämlich in der Zerbster Stadthalle. Die inzwischen ausverkaufte Veranstaltung soll helfen, Brücken zwischen Deutschland und Russland zu bauen.

In Sachsen-Anhalt etablieren

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, diesen Ball im Rahmen des Katharina-Forums als wichtiges deutsch-russisches Ereignis auch in Sachsen-Anhalt zu etablieren“, sagt Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur mit Sitz in Moskau, Herausgeberin der Moskauer Deutschen Zeitung und Ball-Direktorin des Katharina-Balls.

Denn in den Beziehungen zwischen beiden Ländern schreite das Kulturelle immer weiter voran. „Ich habe die Hoffnung, dass durch das Katharina-Forum und den Ball dem Wiederaufbau des Zerbster Schlosses mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird“, betont Olga Martens.

Länder zusammenbringen

Olga Martens, die bereits am ersten Katharina-Forum teilgenommen hat: „Meine Erwartungen an das zweite Forum hängen damit zusammen, dass es gelingt, nachhaltige Beziehungen zwischen den Unternehmen und Regionen in Deutschland und Russland aufzubauen.“ Als positiv bewertet Martens, dass vor Kurzem in Moskau ein Treffen einer Delegation der Landesregierung aus Sachsen-Anhalt mit Vertretern der Gebietsverwaltung Nowosibirsk stattfand, die ebenfalls mit einer Delegation am Wirtschaftsdialog teilnehmen wird.

Als Vertreter der Staatsduma – dem Parlament der Russischen Föderation – wird Andrei Leonidowitsch Vetluzhskikh am Katharina-Forum teilnehmen. Für Andrei Vetluzhskikh, der im russischen Parlament die Stadt Jekatherinburg vertritt und durch seine Mitarbeit in den Gewerkschaften zur Politik gekommen ist, ist die Teilnahme am Katharina-Forum insofern von großem Interesse, da er in der Duma im Ausschuss für Wirtschaftspolitik und Industrie mitarbeite.

Neue Ideen aus Forum

„Außerdem bin ich auch Mitglied der deutsch-russischen Freundschaftsgruppe unserer beiden Länderparlamente, komme aus Jekatherinburg, der Stadt, die 1781 durch einen Ukas (dt. Erlass, d. Red.) von Katharina der Großen den Status einer Kreisstadt zuerkannt bekommen hat. All das spricht dafür, dass ich aufgrund meiner Teilnahme am Forum in Zerbst auf neue Ideen stoßen werde und auch die anderen Forumsteilnehmer an meinen Vorschlägen teilhaben lassen kann“, sagt der Abgeordnete.

Er werde das erste Mal in Zerbst sein, natürlich schon allein dieser Fakt, in der Heimat Katharinas der Großen zu sein, beeindrucke ihn sehr. „Gern mache ich mich mit der Geschichte der Stadt zu jener Zeit vertraut. Ich bin auch schon sehr gespannt darauf“, freut sich Andrei Vetluzhskikh auf seinen ersten Zerbst-Besuch.

Nützliche Plattform für Projekte

Andrei Vetluzhskikh: „Ich bin überzeugt, dass das Forum gute Bedingungen für neue Wirtschafts- und Kulturprojekte schafft, die unsere Länder brauchen, vor allem unsere Städte wie Zerbst und Jekatherinburg. Das Katharina-Forum ist eine nützliche Plattform für diejenigen, die sich mit gemeinsamen Projekten wirtschaftlicher und kultureller Art befassen. Nützlich ist das Forum auch für humanitäre Projekte, die alle zum besseren gegenseitigen Verständnis in unserer Zusammenarbeit beitragen werden.“

Bürgermeister Andreas Dittmann ist überzeugt davon, dass solch bilaterale Dialog-Foren zur Entspannung zwischen der EU, Deutschland und Russland beitragen werden. „Ich sehe keine vernünftige Alternative zu Gesprächen, gerade wenn die Situation festgefahren zu sein scheint“, sagt Dittmann. Das Katharina-Forum unterstreiche zudem durch Ort und Bezeichnung, wie intensiv die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland seien.

Deutsch-Russische Beziehungen wichtig

„Die Tatsache, dass die Initiative nicht von einer Regierungsbehörde oder Wirtschaftsverbänden ausgeht, sondern von einer Kommune, unterstreicht, dass die deutsch-russischen Beziehungen uns alle angehen und dass wir uns auch auf Gemeindeebene eben nicht nur zu Zuschauern degradieren zu lassen“, betont der Rathauschef.

„Bei allen Gegensätzen, die zwischen der EU und Russland ohne Zweifel bestehen, gibt es auch vieles, was uns verbindet“, betont Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der Schirmherr des Katharina-Forums ist. Die Geschichte zum Beispiel und dafür stehe nicht zuletzt der Name Katharina.

Russland einbinden

„Zum anderen ist Russland ein Teil Europas, das mehr umfasst als nur die EU. Ein gutes, einvernehmliches Miteinander in Europa wird nur unter Einbeziehung Russlands möglich sein“, betont Haseloff. Insofern sei es wichtig, das Gespräch zu suchen. Das Forum in Zerbst sei dazu eine gute Gelegenheit.

„Ich glaube, dass wir mit dem Katharina-Forum diese historische Verbindung schon sehr gut mit Leben erfüllt haben. Es ist wirklich erstaunlich, welch hochkarätige Veranstaltung hier in Zerbst auf die Beine gestellt wird. Ich hoffe, dass wir uns künftig weiter aufeinander zu bewegen werden“, so Ministerpräsident Reiner Haseloff.