Zerbst l Bereits 2015 konnten die Pfeilerfüße von fünf Arkadenpfeilern von St. Nicolai saniert werden. Gut 104.000 Euro flossen in die am schwersten beschädigten Stützen der einst größten Hallenkirche Anhalts. Einschusslöcher sowie Spuren von Granatsplittern und Explosionen verschwanden genauso wie die Schäden durch Nässe und Frost. Die Ziegelschicht der Pfeilerfüße wurde bis in vier Metern Höhe restauriert, fehlende Steine durch nach historischem Vorbild gebrannte Formziegel ersetzt.

Diese Spezialanfertigungen werden auch bei der geplanten Fortsetzung der Maßnahme notwendig sein. Allerdings fällt die Sanierung der Sandsteingürtel weg, denn solche besitzen die im Durchmesser gut 1,65 Meter starken und 18,20 Meter hohen Arkadenpfeiler im Chorbereich nicht. Dafür wartet eine andere Herausforderung auf den Förderkreis, der sich seit 1991 für den Erhalt und die Sicherung des sakralen Baudenkmals einsetzt. Um das Vorhaben umsetzen zu können, ist eine nicht unbeachtliche finanzielle Hürde zu meistern.

Förderung über "Stadtumbau Ost"

Wie bereits die erste Maßnahme soll auch die jetzige über das Programm „Stadtumbau Ost“ finanziert werden. Im Gegensatz zu 2005 haben sich allerdings die Förderkriterien geändert, eine erneute hundertprozentige Förderung wird es nicht geben, wie Claus-Jürgen Dietrich, Vorsitzender des Förderkreises St. Nicolai, auf der jüngsten Vorstandssitzung bedauerte. Stattdessen steht ein Zuschuss von 85 Prozent in Aussicht. Das regelt ein entsprechender Runderlass für den Fall, wenn Stadtumbau-Ost-Mittel an Dritte weitergereicht werden. Und das ist der Fall, denn die Stadt ist bei dem Projekt Antragsteller.

„Wir rechnen im Herbst – zwischen Oktober und November – mit dem Fördermittelbescheid“, erklärte Heike Krüger, Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes, gegenüber der Volksstimme. Die Sanierung der restlichen neun Arkadenpfeiler ist dann für 2019 angedacht. Die Realisierung setzt voraus, dass der Förderkreis den 15-prozentigen Eigenanteil zusammenbekommt. Bei einer veranschlagten Gesamtsumme von 134.000 Euro wären das stolze 20.100 Euro.

15 Prozent Eigenanteil gefordert

„Wir sollten die Fördergelder nicht verfallen lassen“, meinte Planer Tilo Feldmann auf der Sitzung des Vereinsvorstandes. Es handele sich hier um die letzte Sicherungsmaßnahme, warb Vorstandsmitglied Walter Tharan für das Projekt, an dem die Stadt wie auch die Kirchengemeinde als Eigentümer von St. Nicolai Interesse haben müssten. Unterdessen befürchtete Claus-Jürgen Dietrich, dass die kalkulierte Summe nicht ausreicht, stammt die Schätzung doch schon aus 2016.