Zerbst | Jan Michael Horstmann, neuer Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie hat dem Programm der Serenade im Schloss am 21. September um 19 Uhr den Titel „Petersburger Serenade – Ein Konzert für Zarin Katharina“ gegeben. Und er schlägt damit musikalisch eine Brücke von der Heimat der Fürstin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst bis zu ihrer „Großen“ Zeit am russischen Zarenhof.

Der Titel des Konzertes und die Musikauswahl kommt nicht von ungefähr. Gibt es doch in diesem Jahr gleich drei Jubiläen, die mit der Serenade gebührend gewürdigt werden. Zum einen wäre die Zarin am 2. Mai 290 Jahre alt geworden. Zum Zweiten jährt sich die Abreise der gerade erst 15-jährigen ‚Fieke‘ im Januar 1744 ins Riesenreich in diesem Jahr zum 275. Mal. Und schließlich begehen in diesem Jahr Zerbst und Puschkin/St.Petersburg das 25-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft.

Konzert im Zerbster Schloss

„Für mich ist es natürlich sehr schön und spannend, dass eines der ersten Konzerte, das ich mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie gestalten werde, mich in das Zerbster Schloss führt“, sagte der neue Chefdirigent Jan Michael Horstmann. Er habe sich vor nicht all zu langer Zeit mit dem Thema Katharina die Große beschäftigt.

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Anlass war eine Oper mit dem Titel „Katharina – die deutsche Zarin“, die vom Berliner Stefan Vinzberg komponiert wird und das Leben der Zarin zum Thema hat. „Der erste Teil der Oper spielt in Zerbst, wo Katharina einen Teil ihrer Jugend verbracht hat und wechselt im zweiten Teil nach St. Petersburg, wo sie später den Zarenthron bestieg. Dies hat mich inspiriert, die Konzertbesucher auf eine musikalische Reise von Zerbst nach St. Petersburg zu entführen“, macht Horstmann neugierig auf die Serenade.

Zwei Uraufführungen

Bei dem Konzert werde es auch zwei Uraufführungen geben. „Zum einen wird Miriam Sabba die Arie der Sophie singen, in der Sophie davon träumt, in die weite Welt hinauszuziehen, um den engen Fesseln, die die strenge Mutter anlegt, zu entfliehen. Und als Uraufführung präsentieren wir eine Ballmusik, ebenfalls aus der Oper Katharina“, kündigt der Chefdirigent an. Komponist Stefan Vinzberg werde bei der Serenade im Schloss auch anwesend sein.

Die Reise wird schwungvoll mit dem Johann Strauss Walzer „An der Elbe“ beginnen und ebenso schwungvoll mit dem Walzer „Abschied von St. Petersburg“ enden. „Dazwischen sind Werke von Johann Friedrich Fasch, Georg Philipp Telemann, Francesco Araya und die Arie der Minerva „Vado a morir“ – gesungen ebenfalls von Miriam Sabba – aus der Oper „La Forza dell’amore e dell‘odio“, die am Petersburger Hof uraufgeführt wurde, zu hören sein“, so Horstmann. Die Moderation des Konzertes übernimmt der Chefdirigent persönlich.

Tradition fortsetzen

„Ich freue mich, dass wir die Tradition der Serenade im Schloss auch in diesem Jahr fortsetzen und ich bin selbst schon sehr gespannt auf diese musikalische Reise“, machte Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins deutlich.

Mit den Mittel, die dem Verein dann zur Verfügung stehen werden, werde man perspektivisch die Doppelflügeltüren, die einst die große Eingangshalle schmückten, wieder herstellen lassen. „Der Saal, wo das Konzert und auch die allermeisten Veranstaltungen stattfinden, soll damit weiter aufgewertet werden. Die denkmalrechtliche Genehmigung dafür liegt bereits vor“, kündigte Herrmann an.

Unterstützung für Förderverein

Die Gasstadtwerke Zerbst und die Erdgas Mittelsachsen unterstützen das Engagement des Fördervereins um den Erhalt der vorhandenen Bausubstanz des Zerbster Schlosses seit vielen Jahren, unter anderem mit der Konzertreihe „Serenade im Schloss“. Der Erlös aus dem Kartenverkauf fließt zu 100 Prozent an den Förderverein Schloss Zerbst.

Tickets für das Konzerterlebnis am 21. September gibt es zum Preis von 19 Euro ab 1. August in der Zerbster Tourist-Info auf dem Markt.