Zerbst l „Unbekannte sind am Donnerstag in zwei Kellerräume eines Mehrfamilienhauses in der Breite Straße in Zerbst eingebrochen. Sie haben einen Akkuschauber samt Ladestation gestohlen. Der Gesamtschaden beträgt laut Polizeiangaben 120 Euro“, das sind Polizeimeldungen, die die Reporter der Zerbster Volksstimme nahezu täglich auf den Lokalseiten formulieren.

Ist der Anstieg von Kellereinbrüchen in den letzten Wochen nur ein subjektives Empfinden, oder sind momentan mehr Diebe unterwegs? Tatsächlich haben sich derart Delikte von Januar bis Juni dieses Jahres im Vergleichszeitraum 2019 fast verdreifacht. Waren es im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres noch 31 Kellereinbrüche, die im Zerbster Revierkommissariat angezeigt wurden, sind es im gleichen Zeitraum 2020 bereits 87.

„Kellereinbrüche werden ausschließlich von Bürgern angezeigt, die in Mehrfamilienhäusern oder Wohnblöcken wohnen. Heißt: Einbrüche finden ausschließlich hier statt“, sagt Michael Däumich, Sprecher im zuständigen Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld in Köthen. Der Einbrecher wolle schnell an seine „Beute“. „Die Täter wissen genau, dass in vielen Kellern etwas zu holen ist“, weiß Däumich.

Täter haben oft leichtes Spiel

Von Elektronik, Elektrogeräten über Werkzeuge und Fahrrädern samt Zubehör bis hin zu Lebensmitteln und Getränken fänden Einbrecher in Kellern ein reichhaltiges Angebot an Diebesgut. Dazu komme, dass die Täter hier oft leichtes Spiel haben. „In Mehrfamilienhäusern oder Wohnblöcken sind abgetrennte Bretterverschläge die Regel. Meistens lassen sich die Schlösser leicht knacken, oder die Einbrecher treten einfach die Bretter ein“, erläutert er die Vorgehensweise der Einbrecher.

„Im Keller wird alles das aufbewahrt, was in der Wohnung keinen Platz findet und Kellertüren sind meist deutlich weniger gesichert als Haupteingangstüren“, weiß der erfahrene Polizeibeamte. Die Mieter sollten unbedingt darauf achten, dass die Hauseingangstür sowie die Kellerzugangstüren immer ge- beziehungsweise verschlossen sind. Und: Wertvolle Gegenstände sollten gar nicht erst im Keller gelagert werden.

Michael Däumich rät: „Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken. Achten Sie auf Fremde im Haus und sprechen Sie sie an. Eine wachsame Nachbarschaft kann helfen, solche Taten zu verhüten. Und ganz wichtig, geben Sie keine Hinweise über Ihre Abwesenheit beispielsweise in sozialen Netzwerken wie facebook oder auf Ihrem Anrufbeantworter.“

Von Innen blickdicht machen

Weiterhin sollten Mieter darauf achten, was Fremde von außen sehen können und wie weit die Latten auseinanderstehen. „Eine einfache und sichernde Maßnahme ist, den Keller von innen blickdicht zu machen, also mit Stoffen, Platten, Holz oder Ähnlichem zu verkleiden“, erklärt Däumich.

Zusätzlich sollten die Mieter ihre Gegenstände selbst sichern, beispielsweise das Fahrrad auch im Keller anschließen und Werkzeuge eventuell in einem verschließbaren Schrank zu deponieren. Individualnummern zum Beispiel von Fahrrädern und Werkzeugen, die dort aufbewahrt werden, sind nützlich.

Für die Polizei bestehe natürlich in erster Linie die Aufgabe, Straftaten zu verhindern. „Hierzu werden durch die Polizei zum Beispiel Beratungen zur Technischen Prävention angeboten. Diese beinhalten Hinweise zur richtigen Ausstattung mit Verschluss- und Sicherungstechnik“, sagt der Reviersprecher. Außerdem werde bei örtlichen Schwerpunkten die Präsenz im Rahmen der Streifentätigkeit diesbezüglich erhöht und damit präventiv weiteren Straftaten entgegengewirkt.

„Eine weitere Aufgabe der Polizei ist die der Straftatenverfolgung. Dies beging mit der Erstattung einer Strafanzeige. Mit der damit verbundenen Einleitung eines Strafverfahrens beginnen die Ermittlungen nach den Tätern. Eine hohe Bedeutsamkeit für die schnelle und gründliche Aufklärung von Straftaten haben nach wie vor Beobachtungen von Anwohnern, Passanten oder anderen Menschen“, macht der Polizeisprecher deutlich.

Mithilfe der Bürger wichtig

Die Mithilfe der Bürger sei natürlich für die Polizeiarbeit sehr wichtig. „Aus diesem Grund bittet die Polizei: „Sind Sie Zeuge bei einer möglicherweise strafbaren Handlung oder können anderweitig zur Aufklärung beitragen, dann melden Sie sich unter der Notrufnummer 110 oder bei ihrer Polizeidienststelle“, ruft Michael Däumich zur Achtsamkeit und Mithilfe auf.