Zerbst l Mit einer Vernissage werden die traditionsreichen Kulturwochen am 8. Februar eingeläutet. „dazwischen“ lautet der Titel der Personalausstellung des in Potsdam lebenden Künstlers Detlef Birkholz. Im Museum der Stadt zeigt der Maler und Zeichner einige seiner neueren Arbeiten. Mit Kohle und Acrylfarbe hat er sich mit notwendigen Entscheidungen auseinandergesetzt, die das Leben prägen.

Wie Birkholz das ins Bild setzt, kann sich jeder morgen selbst anschauen. Um 19 Uhr beginnt die Vernissage, die Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Pressegespräch als Vorpremiere bezeichnet. Denn die offizielle Eröffnung der traditionsreichen Zerbster Kulturfesttage findet erst am Sonnabend ab 14 Uhr in der Aula des Francisceums statt. Der Festansprache des Rathauschefs schließt sich das Konzert der Band „DessJazz“ an, wobei der Name schon verrät, in welche musikalische Richtung es geht.

Lesungen, Vorträge, Workshops

Verschiedene weitere Konzerte werden sich in den nächsten vier Wochen anschließen, die von einer breiten kulturellen Vielfalt geprägt sind. Insgesamt 30 Veranstaltungen stehen zur Auswahl. „Lesungen, Vorträge, Workshops“, listet Kulturamtsleiterin Antje Rohm auf. Und jeder einzelne Programmpunkt sei es wert, hervorgehoben und vor allem besucht zu werden, sagt sie und greift dennoch einzelne Angebote heraus.

Äußerst beliebt seien die Führungen durch die barocke Stadthalle, zu denen der Förderverein Schloss Zerbst seit mehr als zehn Jahren einlädt – diesmal am 16. Februar. Auch auf die Wiederaufnahme des literarisch-multimedialen Abends rund um den Zerbster Schriftsteller Manfred Bieler in der Essenzen-Fabrik am 9. März weist Antje Rohm hin.

Bogen zu den Fasch-Festtagen

Als „spannendes Projekt“ bezeichnet sie das Aufeinandertreffen des Pianisten Christoph Reuter mit Schülern des Zerbster Gymnasiums. Zusammen werden sie ein Konzert erarbeiten, das schließlich gespickt mit Chorgesang, Klaviermusik, solistischen Darbietungen und Interviews am 28. Februar öffentlich zur Aufführung kommt. Zugleich wird dort der Bogen zu den bevorstehenden Internationalen Fasch-Festtagen vom 11. bis 14. April geschlagen.

Aber auch Jubiläen greifen die Kulturfesttage auf – so organisiert die Zerbster Kulturaktion am 2. März einen Zerbster Avantgarde Abend zu 100 Jahren Bauhaus. Unterdessen jährt sich 2019 zum 290. Mal der Geburtstag der berühmtesten Tochter der Stadt, Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die als russische Zarin Katharina die Große Weltgeschichte schrieb. Über ihre Heiratspolitik referiert Prof. Claus Scharf aus Mainz am 21. Februar.

Mundart-Lesung

Zu den Neuerungen gehören die Verknüpfungen, zu denen es zunehmend kommt, wie die Kulturamtsleiterin beobachtet hat. So werde die Musikschule „Johann Friedrich Fasch“ die Mundart-Lesung „… iwwer vorschiedene arläbte und ausjedachte Bejämnheeten“ des Zerbster Heimatvereins am 2. März bereichern.

Wie Andreas Dittmann informiert, beteiligen sich 16 Vereine und Institutionen an der Ausgestaltung der 54. Auflage der Zerbster Kulturfesttage, die bis zum 10. März stattfinden. Vertreten sind ebenfalls die beiden deutschen Partnerstädte von Zerbst. Neben dem baden-württembergischen Nürtingen, dessen Kunstverein die Ausstellung „Stein-Holz-Farbe“ präsentiert, ist das Künstlerforum Jever inzwischen zum 30. Mal mit dabei. „Kunst ist Vielfalt“ lautet das Motto, unter dem die friesischen Gäste ihre Werke im Museum der Stadt zeigen. Bei den sechs verschiedenen Ausstellungen, die zu sehen sind, darf die „Junge Kunst in Anhalt“ im Alumnatskorridor des Francisceums nicht fehlen.

Miterleben und Selbermachen

„Es sollte für jeden Geschmack und für alle Generationen etwas dabei sei – zum Miterleben und auch selber Mitmachen“, meint der Bürgermeister. Von einem hohen Niveau, das die Kulturfesttage prägen, spricht derweil Markus Klatte. Getragen wird dieses vor allem durch Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, wie der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld und Sparkassenstiftungsvorstand bemerkt.

Und genau diesen Aspekt unterstützt das Finanzinstitut nun schon seit mehreren Jahren. Denn: „Kultur gehört zum Leben dazu“, sagt Markus Klatte, bevor er den symbolischen Spendenscheck über 7000 Euro an Andreas Dittmann übergibt. „Das Geld wird an die Vereine weitergereicht, die dadurch unter anderem auf Eintrittsgelder verzichten können“, erklärt der Bürgermeister.

Das detaillierte Programm der Zerbster Kulturfesttage findet sich im Internet.