Landratswahl in Anhalt-Bitterfeld

Landratskandidat Andy Grabner (CDU) gewährt ganz private Einblicke

Drei Männer wollen am 6. Juni zum Landrat in Anhalt-Bitterfeld gewählt werden – Andy Grabner (CDU), Volker Olenicak (AfD) und Swen Knöchel (Linke). Doch wer sind die Menschen hinter den Politikern? Volksstimme-Redakteur Thomas Kirchner hat die drei Kandidaten besucht – ganz privat. Heute: Andy Grabner

Von Thomas Kirchner
Die wenige Freizeit, die dem Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna bleibt, verbringt er am liebsten mit seiner Familie im heimischen Garten.
Die wenige Freizeit, die dem Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna bleibt, verbringt er am liebsten mit seiner Familie im heimischen Garten. Foto: Thomas Kirchner

Köthen/Zerbst - Ich stehe vor einem Häuschen etwas ab von der Straße. Ich klingele. Die Tür öffnet sich – lautes Kinderlachen, Hundegebell und im Garten zieht ein Mähroboter einsam seine Kreise. Auf Letzteres werden wir später noch zurückkommen. Andy Grabner und seine Frau Claudia bitten mich herein, und keine fünf Minuten später kommen wir ins Gespräch. Grabner ist Bürgermeister in Sandersdorf-Brehna, ein Job, der reichlich Zeit in Anspruch nimmt und manchmal auch ziemlich stressig sein kann.

Musik: Von Rammstein bis Anna Netrebko

Was macht Andy Grabner, wenn er den Kopf freibekommen, nichts hören und nichts sehen will? „Das kommt eher selten vor, aber wenn, dann sind wir gerne zu Hause. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich gerne mal joggen oder ins Fitnessstudio, vorausgesetzt, sie sind auch geöffnet. Das ist ja momentan eher eine schwierige Phase. Hin und wieder bin ich auch noch aktiv im Altherren-Fußball. Wir haben auch ein Verwaltungsteam in Sandersdorf-Brehna“, erzählt Andy Graber.

Eine weitere Leidenschaft seien Basketball und die „BSW Sixers“, die immerhin in der 2. Bundesliga spielen. „Ich war 2006 Mitbegründer des Vereins und begleite die Mannschaft seitdem auch bei Spielen in der Halle. Ansonsten ist mein Lieblingsort mein Zuhause. Ich mache gerne Gartenarbeit, verbringe die Zeit mit meiner Familie“, sagt Grabner. Im Urlaub gehe es meistens an die Ostsee oder im krassen Gegensatz dazu nach Österreich in die Berge. Einfach Füße und Seele baumeln lassen, entweder im Wasser oder beim Wandern.

Filme: Von Bruce Willis über Thriller bis Horror

Der krasse Gegensatz setzt sich bei Andy Grabners bevorzugter Musik fort, wie er es selbst formuliert. „Meine Lieblingsband ist Rammstein. Da war ich schon bei fünf oder sechs Konzerten. Ich mag fast genauso gern Philipp Poisel („Wie soll ein Mensch das ertragen“), höre aber auch gern klassische Musik, Anna Netrebko beispielsweise“, zählt er auf. Sein Lieblingsschauspieler sei Bruce Willis. „Die Filme mit ihm habe ich so ziemlich alle gesehen. Vom Genre her geht's in Richtung Action, Thriller oder auch Horror.“

Gibt es ein Vater-Sohn Ritual? „Ja. Wenn ich zu Hause bin, dusche ich den Steppke, bringe ihn ins Bett mit allem, was eben dazu gehört – albern, krabbeln, kuscheln und die obligatorische Geschichte.“

Rasenpflege: Fremdgras wird gnadenlos ausgestochen

Die Küche der Grabners gehört beiden, mal jedem alleine und mal wird zusammen gekocht. „Meist aber schon meiner Frau“, gibt er dann doch zu. Das sei aber meist nur ein Zeitproblem. Auch mit dem Staubsauger ist Andy Grabner im Haus unterwegs. „Und seine Leidenschaft ist die Rasenpflege“, sagt Ehefrau Claudia und schmunzelt.

So richtig pedantisch, mit Millimeter genauer Höhe und Schere an den Rändern, möchte ich wissen? „Ja“, sagt Grabner und lacht: „Im Moment sieht es nicht so aus, denn ich hatte ein Fremdgras im Rasen, Poa Annua. Und ja, ich bin schon mit dem Trimmer unterwegs und steche auch das Unkraut aus. Wenn ich ein Fremdgras sehe, wird das akribisch ausgestochen“, erzählt er lachend.

Ob er nur bei der Rasenpflege so penibel sei, hake ich nach. „Überhaupt im Garten“, wirft Claudia Grabner ein. „Manchmal im Rathaus sagt man schon, dass ich ein Stück weit zum Perfektionismus neige. Ich sehe das aber nicht so“, antwortet der Hausherr etwas zögerlich. Er habe schon einen gewissen Anspruch, den er dann natürliche versuche, auf die Mitarbeiter zu spiegeln.

Claudia Grabner beschreibt das so: „So richtig perfektionistisch ist das im Allgemeinen nicht. Das sind so bestimmte Kategorien, wo viel Leidenschaft und Herzblut dran hängt wie beispielsweise seine Arbeit, egal welche Uhrzeit, egal ob am Wochenende, eben immer erreichbar.“

Kandidatur mit der Familie im Rücken

 Der Tag beginnt bei Andy Grabner in der Regel 5.45 Uhr. „Dann mach ich mich fertig, und anschließend wird der Steppke geweckt und gemeinsam kitafertig gemacht, wo ich ihn abliefere, bevor ich ins Rathaus fahre, wo ich meist zwischen 7.30 und 8 Uhr am Schreibtisch sitze“, schildert Grabner. Bis? „Manchmal schon 22, 23 – „24 Uhr“, führt Claudia Grabner die Aufzählung fort – das ist ganz unterschiedlich. Und die Wochenenden natürlich. Man guckt schon, dass man alle Vereine mal besucht“, sagt er. Das seien aber auch die schönen Seiten des Bürgermeister-Jobs, betont er. Und als Landrat? Noch mehr Termine? Noch weniger Zeit? „Noch mehr als jetzt schon geht nicht wirklich“, antwortet er und grinst.

Und Ehefrau Claudia steht hinter der Kandidatur? „Ja!“, antwortet sie, ohne zu zögern. Was ihre allererste und spontane Reaktion war, als er eine mögliche Kandidatur ins Spiel brachte, möchte ich wissen. „Er soll das machen, was sein Herz ihm sagt. Wir stehen hinter dir, egal was du machst. Ich will ihm da keinesfalls im Weg stehen. Wir haben das Vorhaben dann schon einige Tage besprochen, aber nicht, weil ich Vorbehalte hatte, sondern weil er selbst diesen Schritt gut überlegt und dann auch ohne Wenn und Aber gehen wollte“, sagt Claudia Grabner.

Das Volksstimme-Interview mit Andy Grabner zu allen politischen Fragen finden Sie hier...

Andy Grabner (CDU), Landratskandidat 2021 in Anhalt-Bitterfeld.
Andy Grabner (CDU), Landratskandidat 2021 in Anhalt-Bitterfeld.
Foto: Andy Grabner