Ernte

Landwirte pflegen den Maschinenpark

Die Landwirtschaft befindet sich in der Winterruhe. Aufmerksam verfolgen die Landwirte, wie sich die Niederschläge entwickeln.

Von Thomas Höfs

Lindau l Wahrscheinlich erst im Februar werden die Lindauer Landwirte wieder auf einem kleinen Teil der Flächen unterwegs sein, sagt Peter Gottschalk. Der Vorstand des Unternehmens wird mit seinen Mitarbeitern bereits zum Ende des Winters aktiv, da die Lindauer als Sonderfrucht Spargel anbauen. Bereits im Februar werde ein Teil der Anbauflächen mit Folien überspannt. Die dunkle Folie soll dann wie in einem Gewächshaus dafür sorgen, dass mehr Wärme im Boden gespeichert wird. Auf die Temperatur im Boden reagiert die Wurzel der Spargelpflanze. Ab einer bestimmten Temperatur beginnt sie ihr Wachstum. Die Ernte kann dann be- ginnen.

Obwohl die Spargelernte erst im April starten wird, beginnen die Vorbereitungen dafür bereits im Februar. Viel hängt aber von den Witterungsbedingungen ab, wann das erste Frühlingsgemüse vom Feld kommt, sagt Peter Gottschalk. Neben der Wärme benötigen die Pflanzen auch Wasser, um zu wachsen. Mit einem Regendefizit startet die Landwirtschaft in den Winter. Obwohl es in den zurückliegenden Wochen immer mal wieder regnete, dürfte das Defizit noch nicht ausgeglichen sein, sagt er. Ein Blick in die Gräben und Bäche zeige, dass das Wasser noch immer nicht wieder wie früher zurück sei.

Noch vor einigen Jahren hatten die Landwirte vor allem nach dem Winter oftmals damit zu kämpfen, dass die Flächen wegen der anhaltenden Feuchtigkeit nicht mit den schweren Maschinen befahren werden konnten. Davon könne aktuell kaum eine Rede sein. Viel mehr Wasser müsste in den kommenden Wochen noch vom Himmel fallen, um das seit Jahren anfallende Defizit wieder auszugleichen. Auf den Feldern ist das aktuell kaum zu sehen. Die kleinen Pflanzen kommen mit dem zur Verfügung stehenden Wasser gut aus. Die Knappheit wird sich erst im kommenden Jahr zeigen, wenn wie in den vergangenen Jahren im Frühling und Sommer die großen Niederschlagsmengen ausbleiben. Auswirkungen hat die Entwicklung auf die Entscheidung, welche Flächen in Zukunft nicht mehr bewirtschaftet werden sollen, sagt Gottschalk. Vor allem die Flächen, die wegen ihrer schlechten Bodenqualitäten kaum große Ernten versprachen, würden in der Zukunft stillgelegt.

Der Blick der Landwirte hat sich in den vergangenen Tagen aber ebenso wieder auf den Handel gerichtet. Zahlreiche Bauern hatten in den vergangenen Wochen die Zentrallager großer Lebensmittelhändler blockiert, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Das Thema schwappt immer mal wieder von Zeit zu Zeit in die Öffentlichkeit, wenn Lebensmittel aus der Sicht der Erzeuger allzu preiswert unter das Volk gebracht werden.

Zwar hat sich Peter Gottschalk nicht an den Protesten beteiligt. Er plädiert dafür, dass der Kunde beim Einkauf immer erkennen könne, wo die Lebensmittel produziert werden. Was bei Textilien längst Standard ist, gebe es im Lebens- mittelhandel so nicht, weiß er. Vor allem bei Eigenmarken der großen Lebensmittelhändler sei für den Endverbraucher kaum ersichtlich, woher die Ware stamme. Eine sauer eingelegte Gurke in einem Glas könne da den Eindruck erwecken, als stamme sie aus einer bekannten Anbauregion und komme in Wahrheit aus Indien, schildert er. Der Kunde erfahre dies auf dem Schild an dem Glas nicht und könne sich so auch nicht bewusst entscheiden.

Er habe nichts dagegen, wenn Lebensmittel im Ausland produziert werden, fügt er an. Nur müsse dies transparent dargestellt werden, damit auch die Arbeitsbedingungen in diesen Ländern hinterfragt werden können, meint er. Die Verbraucher seien durchaus in der Lage, sich bewusst zu entscheiden, was sie wollen. Nur sei nicht immer eine Entscheidung möglich, weil ihnen die Informationen dazu fehlten, weiß er. Eine bessere Kennzeichnung der Herkunft der Lebensmittel könnte hier in Zukunft so manchen Protest vielleicht ersparen, ist er überzeugt. Doch bis dahin ist es vermutlich noch ein weiterer Weg. Dennoch reagierten die großen Lebensmittelhändler schon darauf, wenn sich Protest rege, hat er in den vergangenen Jahren beobachtet. Trotz aller Marktmacht wollten die Händler ihre Waren verkaufen und ein Streit mit den Erzeugern sei nicht gut für das Image.

In Lindau bereiten sich die Mitarbeiter auf das Jahr vor, beschreibt er. Vor allem die Technik werde in diesen Wochen repariert und überprüft. Denn auf die Fahrzeuge und Geräte müssen sich die Landwirte in den kommenden Monaten wieder verlassen müssen. Vor allem die Traktoren müssen gut gewartet werden, wenn sie bald wieder auf den Flächen unterwegs sind. Ohne die Kraftpakete ist die moderne Landwirtschaft heute kaum mehr vorstellbar. Mit vielen technischen Möglichkeiten lassen sich die Traktoren heute bereits ausrüsten und geben den Landwirten bei der Planung der Bestellung der Flächen völlig neue Methoden in die Hand. Viele Stunden sind Fahrzeuge und die Geräte jedes Jahr im Einsatz. Eine stete Wartung ist deshalb unerlässlich, um die Einsatzfähigkeit in den kommenden Monaten nicht zu gefährden.